Space

Wie du im All richtig arbeitest

Foto: Mark Thomas

Rick Mastracchio ist einer der Pioniere in der Weltraumfahrt. The Red Bulletin erzählt er von seinen Erfahrungen im luftleeren Raum.

540 bis 550 Menschen waren schon im All (je nach zählender Organisation). Davon haben etwas mehr als 200 ihr Raumschiff verlassen, und nur drei davon haben mehr Ausflüge auf dem Konto als Rick Mastracchio mit seinen neun EVAs (extra vehicular activities, also Außenbordeinsätzen). Der 55-jährige Amerikaner hat mehr als 53 Stunden auf Weltraumspaziergängen verbracht. „Es ist nicht wie das Gehopse in ‚Gravity‘“, sagt er. „Den Film habe ich mir vergangenes Jahr im Orbit an Bord der International Space Station angesehen, vor einem weiteren Spaziergang. Der Film war durchaus unterhaltsam, aber nicht realistisch.“ Sich richtig im All bewegen geht nämlich so …

„Gravity“ Trailer

1 Greif nach den Sternen

„Du bist im luftleeren Raum in einem sperrigen Druckanzug. Es ist sehr schwer, dich zu bewegen, vor allem die Hände. Es hilft, groß zu sein und lange Arme zu haben: Je größer deine Reichweite ist, desto einfacher fällt es dir, deine Arbeit im Raumanzug zu tun.“

Trainiere deinen Körper

„Deine Schultern und Unterarme müssen sehr stark sein, weil du da draußen manchmal sieben bis acht Stunden an der Oberfläche der Raumstation herumkriechst. ‚Weltraumspaziergang‘ ist also gar nicht der richtige Begriff, es müsste eigentlich ‚Weltraumkriechen‘ heißen.“

3 Beherrsche Werkzeuge

„… denn die Außeneinsätze haben viel mit Handwerk zu tun. Du schraubst herum wie ein Monteur. Wenn du ein Auto ausschlachten kannst, hast du gute Voraussetzungen für den Job.“

4 Löse Probleme

„… bevor sie entstehen. Du musst zehn Minuten vorausdenken, an deine nächste Aufgabe, wo dein Partner dann sein wird. Natürlich gibt es noch die Bodencrew, aber bei fast jedem Ausflug passiert etwas Unerwartetes: Ein Bolzen lässt sich nicht lösen, die Verbindung mit einem Stecker klappt nicht, oder sonst was.“

5 Vergiss deine Zweifel

„Für gewöhnlich bist du so beschäftigt, dass du keine Zeit hast, an all die Dinge zu denken, die schiefgehen könnten. Aber trotzdem: Manchmal musst du dich selbst davon überzeugen, dass du nicht runterfällst, wenn du loslässt. Du kennst die Gesetze der Physik, dennoch spielt dir die Vorstellung manchmal einen Streich.“

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06 2015 The Red Bulletin

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