Hängematte

Auszeit statt Ausstieg - Warum das Sabbatical so beliebt ist

Fotos: Pixabay

Eine Auszeit nehmen und sich neu finden liegt im Trend. Das sogenannte Sabbatical verschafft dir eine Pause vom Alltag und kann mit seinen vielen Vorzügen dein Leben verbessern.

Sabbatical - der längere Abschied von der Arbeit mit Wiedersehensgarantie - ist mittlerweile schwer angesagt. Einst war eine Schaffenspause zum Aufladen der Akkus großen Bands vorbehalten, heute hat das Sabbatjahr bei Fußballtrainern wie Pep Guardiola und auch beim Otto-Normal-Beschäftigten Einzug gehalten. Sogar eine bekannte Online-Enzyklopädie weiß schon zu informieren, das Sabbatical werde „zunehmend in Anspruch genommen“. Zu Recht, sind damit doch die unterschiedlichsten Bedürfnisse und Ideen unter einen Hut zu bringen. Reisen, Abenteuer und mehr - wir zeigen dir, was du alles mit so so viel Freiheit anpacken kannst.

Vom Traum zum Abenteuer

Reisefieber. Wer kennt es nicht, das Schwärmen von weit entfernten Destinationen. Von dieser einen Location, „wo ich schon immer hin wollte“ – und das am liebsten für längere Zeit. Das Sabbatical bietet dafür den perfekten Freiraum. Vier Monate Island, vier Sri Lanka und nochmal vier in Venezuela. Oder doch lieber ein Jahr fies sonnendurchfluteten Alltag in Französisch-Polynesien?

Bora Bora

Bora Bora

Reisen als Sehnsüchte, die sich perfekt verbinden lassen mit einem Abenteuer, das ihr schon länger im Herzen getragen oder gerade neu für euch entdeckt habt. Ein monatelanger Meditationsaufenthalt in einem buddhistischen Zen-Kloster, eine Rallye mit dem Unimog quer durch die Wildnis oder die Besteigung des Siebentausenders inklusive Basislager und Sherpa-Truppe: Es gibt kein Adventure, das es nicht gibt. Sabbatjahr sei Dank.

Als Inspirationsquelle, welche Eindrücke einen im Jahr der Freiheit so erwarten können, checkt zum Beispiel das Sabbatical-Tagebuch des temporären Aussteigers Thierry Willer (rechts im Bild):

I finally met a friend! #travelalone #roadtrip #notalking

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Kampf dem Burnout

Mann chillt am Ufer eines Flusses

Einfach mal runterkommen. Steht bei den Abenteurern der Drang im Vordergrund, sich zu bewegen, in vielen Fällen so weit weg wie nur möglich, dreht sich bei diesem Sabbatical-Typ hingegen alles um Entschleunigung. Weg vom rasanten Takt des Arbeitsalltags, weg von Zahlen, Zielen und Vorgaben, die allesamt der Karriere dienen. In Zeiten erhöhter Burnout-Gefahr ein Plan, der wortwörtlich Leben retten kann: Einfach mal abschalten und die Seele baumeln lassen. Ob das im eigenen Wohnzimmer, in einer Strandhütte oder auf dem schneebedeckten Gipfel eines Berges geschieht, ist am Ende egal. Die Hauptsache: chillen statt schuften.         

Neue Wege finden

New Skills

Das Sabbatical als Jobwandler. Viele sind in ihrem Beruf unzufrieden, nicht ausgefüllt oder einfach nur gelangweilt. Aber wer ergreift schon die Chance einer längeren Pause, um fleißig nach Alternativen zu suchen, an neuen Berufsentwürfen zu basteln? Im Sabbatical werden sie möglich, die neuen Pfade, die uns dem Glück womöglich ein paar Meter näher bringen.

Der eine bildet sich fort vom Postboten Richtung Cheflogistiker, der nächste wagt den Absprung vom Wirtschaftsprüfer zum zertifizierten Schamanen. Das Credo: Man wird ja wohl noch in Ruhe an seinem persönlichen Berufstraum feilen dürfen.

Massiv Sinn machen

Mal ehrlich: Wer schafft es bei all dem Stress im Job eigentlich noch zufriedenstellend, sich für soziale Projekte, die Natur, sinnvolle Forschungsaktionen oder auch nur den Verwandten aus der Nachbarstadt einzusetzen, der durch einen Schicksalsschlag plötzlich auf sich allein gestellt ist? Das Sabbatical ist für solche Ansätze wie geschaffen. Ob der Langzeiteinsatz für die Flüchtlingshilfe, die Arktis-Expedition im Dienst gegen den Klimawandel oder die persönliche Rundum-Unterstützung auf privater Ebene: Pause machen, das Richtige tun und selbst dabei wachsen.          

Schiff

Die Zuneigung zu anderen gehört zu den größten und schönsten Dingen in unserem Leben. Gerade der Job macht es oft sehr schwer, sich seinen Liebsten ausreichend zu widmen. Unter dem Strich eine Zeitfrage, die für den einen oder anderen unlösbar scheint. Das Sabbatical hilft hier enorm. Familienleben und Partnerschaft intensivieren, Gemeinsamkeit leben, das Miteinander auf Spur bringen. Wer weiß schon, ob er nach dieser Erfahrung am Arbeitsplatz nicht ganz freiwillig und hoch motiviert einen Schritt kürzer tritt.

Familie vor einem Sonnenuntergang
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03 2016 THE RED BULLETIN

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