Paris macht Seine sauber

Baden in der Großstadt: Es geht (fluss-) aufwärts

Foto: Peter Augustin/Getty Images 

Bis 2024 sollen Pariser bedenkenlos in der Seine baden können. Eine Umweltinitiative, die einigen anderen Großstädten ebenfalls gut tun würde.
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Was haben diese Städte gemeinsam? Richtig, alle werden von einem prägnanten Fluss durchzogen. Einem Fluss, der zwar beeindruckend ist, dem man aber besser nicht zu nahe kommen sollte.

In Paris etwa ist es fast unmöglich, in der Seine zu ertrinken – fällt man hinein, stirbt man schneller an den Giftstoffen und Verunreinigungen als an Erstickung. So scherzen zumindest die Pariser gerne, wenn es um ihre liebste Bakterienschleuder geht. Das Baden im Fluss der Liebeshauptstadt ist verboten, das Wasser ist durch hohe Mauern vom Rest der Stadt getrennt – Seuchengefahr!

Hoffnung macht nun ein Umweltprojekt zur Säuberung der Seine. Bis 2024 soll der Fluss kuriert worden und fürs Baden freigegeben sein, so Anne Hildago, Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt. Ein sehr ambitioniertes Projekt – ob es gelingt, wird von vielen Experten bezweifelt. Dennoch: Es ist ein gutes Vorhaben, an denen sich die folgenden Städte ein Vorbild nehmen sollten.

SPREE, BERLIN

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Spreewaldgurken sind lecker, das Wasser der Spree ist es nicht. Einst ein herrlicher Badeort, verkam das Gewässer im Laufe der letzten 100 Jahre zu einem Schmutzfluss – Baden ist zwar nicht verboten, dafür wird davon abgeraten. Es gab und gibt immer wieder Projekte und private Initiativen zur Säuberung der Spree – bisher verlief das meiste davon allerdings im Sande. 

Alternative: Du kannst auf das Berliner Badeschiff in Eichenstraße ausweichen. Die Strandbar mit Bademöglichkeit liegt direkt in der Spree und gibt dir zumindest das Gefühl, im Fluss zu plantschen.

MAIN, FRANKFURT

Auch der Main in der Hessen-Metropole ist zu dreckig. Bakterien und ekelige Lebewesen tummeln sich im Fluss und machen Schwimmen zu einer gefährlichen Angelegenheit. Die Stadt rät daher dringend vom Badevergnügen ab. 

Alternative: Probier das Licht- und Luftbad (LILU) am Innenstadtrand aus (Niederräder Ufer) – in der öffentlichen Grünanlage bekommst du immerhin eine Ahnung davon wie es ist, im Main zu baden. Ein Highlight ist das preisgekrönte Café in Schiffsform.

RHEIN, KÖLN

Spring nicht in den Rhein – er ist eine Todesfalle. Zahlreiche Warnschilder am Fluss der Domstadt weisen auf die lebensgefährlichen Strömungen und Strudeln hin, die im Fluss vorkommen. In der Vergangenheit sind immer wieder Leute ertrunken, die sich zu viel vorgenommen haben. Abgesehen davon ist die Wasserqualität des Rheins ähnlich schlecht wie die der bereits genannten Wasserarme.

Alternative: Badeseen – in Köln gibt es gleich mehrere. Das Naturfreibad Vingst etwa bietet sich an. Ein netter Baggersee am östlichen Stadtrand, der eine gute Wasserqualität aufweist.

Deutschlands schönste Seen

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THEMSE, LONDON

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Auch das europäische Ausland ist nicht besser, wenn es um die Bademöglichkeiten in den Metropolen geht. Die Themse etwa ist braun, verdreckt, voller gefährlicher Strömungen ähnlich des Rheins und biologisch quasi tot. Ein Problem in London ist unter anderem die veraltete viktorianische Kanalisation – das System läuft regelmäßig über, sodass unzählige Liter ungeklärtes Abwasser in den Hauptstadtfluss fließen. Ekelhaft.

Alternative: In London selbst wird es schwierig, doch wer die 90 Kilometer nach Brighton in Kauf nimmt, der wird viel Strand und eine aufregende Restaurantszene vorfinden.

TIBER, ROM

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Der drittgrößte Fluss Italiens verläuft direkt durch die einst antike Metropole, bevor er bei Ostia ins Meer fließt. Es führen zahlreiche architektonisch spektakuläre Brücken über den Tiber und Jogger sowie Radfahrer sorgen für Belebung - doch Schwimmen solltest du hier lieber nicht. Schon lange vor Cäsars Zeiten war das Wasser stark verschmutzt und eine Brutstätte von Seuchen. Darum wurde auch 312 vor Christus mit dem Bau von Aquädukten begonnen, die sauberes Wasser aus den Bergregionen in die Hauptstadt beförderten. 

Alternative: Der „All’Ombra del Colosseo“-Pool, geöffnet jeden Sommer, ist nur drei Minuten Fußmarsch vom Kolosseum entfernt und bietet Bars und ein Restaurant. Von Juni bis September im Rahmen des Estate-Romana-Festivals wirst du zudem Pop-up-Pools entlang des Tibers finden.

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06 2016 The Red Bulletin

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