Beeindruckende Ruinen

Kaputt und wunderschön: Die eindrucksvollsten Ruinen der Welt

Bild: Getty Images

Ruinen und ihre Geschichte von Aufstieg und Zerstörung – eine Mischung, die ganz unterschiedlich ausfällt. Diese verfallenen Stätten verströmen eine Magie, deren Wirkung niemand widerstehen kann.  

Manch einer mag bei Ruinen abwinken – wer will schon verstreute Trümmer sehen, die längst ihre Bedeutung verloren haben? Andererseits kennt jeder die Klassiker, ob in Griechenland, Italien oder Ägypten, die seit jeher Menschenströme anziehen. Dann wären da noch so einige Exemplare, die weniger bekannt sind. Und auch diesen haftet ein Zauber an, der an niemandem spurlos vorübergeht. Die folgenden Ruinen wird kaum ein Besucher je vergessen, der sie einmal erlebt hat.

  • City Methodist Church
  • Bodiam Castle
  • Basludscha-Denkmal
  • Craco
  • Dome Houses

City Methodist Church (USA)

Einst war die City Methodist Church von Gary der Stolz der Gemeinde. Ein beeindruckendes Gebäude, 1925 im neogotischen Stil zu einer Zeit gebaut, als die Stahlindustrie die Region reich machte. In den 60ern und 70ern wanderten immer mehr Menschen ab – und die eklatanten Unterhaltskosten des riesigen Gebäudes wurden mehr und mehr zur Belastung. Irgendwann fehlte das Geld ganz und die Kirche wurde vor rund 40 Jahren endgültig ihrem Schicksal überlassen. Heute gehört die Ruine zu den am meisten fotografierten Gotteshäusern der Region.

Bodiam Castle (England)

1385 erhielt Edward Dallyngrigge die königliche Erlaubnis, sein Herrenhaus mit Zinnen zu versehen. Er baute gleich eine ganze Burg, die bis in das 15. Jahrhundert bewohnt wurde. Nach den englischen Bürgerkriegen ein Bild der Verwüstung: Fast ausgebrannt verfiel die Anlage in der Grafschaft East Sussex immer weiter. 1917 war es Lord Curzon, der das Gebäude kaufte und zu restaurieren begann. So können Besucher heute auf die Türme steigen, auf einigen Mauern spazieren und den wunderschönen Blick über Anlage und Flusstal genießen.

Bodiam Castle

© Pixabay

Heimdenkmal der Bulgarischen Kommunistischen Partei (Bulgarien)

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Mitten im Balkangebirge findet sich auf dem Berg Chadschi Dimitar das Busludscha-Denkmal. Die kommunistische Partei ließ das Beton-UFO ab 1974 bauen, neben Soldaten und Freiwilligen beteiligten sich sechzig bulgarische Künstler, die Wandbilder in Übergröße schufen. Eröffnet im Jahr 1981 zur 1300-Jahr-Feier der bulgarischen Staatsgründung, löste sich acht Jahre später das kommunistische System auf – und auch das Monument verfiel mehr und mehr. Nichts wurde unternommen, um den Verfall zu stoppen. Längst sind es nur noch die Besucher, die dem blätternden Putz, den verfallenden Mauern und den zerstörten Dachflächen ihren Tribut zollen.

Craco (Italien)

Nach einem Erdrutsch von 1963 wanderten die Bevölkerung von Craco in der Provinz Matera immer weiter ab, sodass die Einwohnerzahl von 2.000 auf 700 fiel. Nach einem Erdbeben wurde die Stadt 1980 schließlich komplett aufgegeben. Heute können die Besucher in Ruhe durch Gassen und Häuser schlendern und die eindrucksvolle Ortschaft bewundern. Das in den Fels geschlagene Dorf diente bereits in mehreren Kinofilmen als Kulisse. So auch in Mel Gibsons „Die Passion Christi“ von 2004.

© Man lucano // Youtube

Dome Houses (USA)

Auf der Südspitze von Marco Island in Cape Romano, Florida, finden sich diese bizarren Gebäude, über die jahrelang gerätselt wurde. Mal war von einem geheimen Kult die Rede, dann wieder sollten gar Außerirdische die kugelförmigen Häuser gebaut haben. Inzwischen verschwinden die Dome Houses immer weiter im Meer – ihr Geheimnis werden sie aber nicht mit auf den Meeresgrund nehmen. Die Häuser wurden 1980 von einem pensionierten Ölmagnaten gebaut. Der hatte mit dem ambitionierten Do-it-yourself-Projekt ganz gewiss seinen Spaß – und zeigte mit der selbstragenden Konstruktion und der Versorgung über Solarenergie innovatives Talent.

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07 2016 The Red Bulletin

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