Natur erobert Orte zurück

Die Natur schlägt zurück: Diese Orte haben sich die Pflanzen zurückerobert 

Bild: Pixabay

Der Mensch mag noch so heftig in die Natur eingreifen, auf lange Sicht gilt oft der Umkehrprozess. Diese Bilder beweisen das besonders eindrucksvoll.

Nicht nur für Naturschützer ist es wohltuende Gewissheit: So einige Aktionen von Menschenhand haben in der Natur auf lange Sicht sehr begrenzte Auswirkungen. Tiere und Pflanzen haben in vielen Fällen den weitaus längeren Atem und erobern sich ihr einstiges Terrain Stück für Stück zurück.

Wir haben Spots gefunden, an denen dies besonders effektvoll stattgefunden hat. Orte, an denen eine spektakuläre Mischung aus Natur und Zivilisation entstanden ist.

Mühle von Sorrent, Italien 

Im Örtchen Sorrent unweit von Neapel liegt eine steile Schlucht. Hier, im sogenannten „Tal der Mühlen“ nahe dem Stadtzentrum, der Piazza Tasso, findet sich inmitten dichter Vegetation eine Mühle, die vor über tausend Jahren gebaut und bis ins 19. Jahrhundert genutzt wurde. Als die Luftfeuchtigkeit im Tal immer weiter anstieg, musste das Gebäude im kleinen Canyon aufgegeben werden. Heute ist die verwitterte Ruine eine der Touristenattraktionen von Sorrent, der Blick hinab schlicht atemberaubend.

Der Klavier-Baum, USA ​

Das Klavier wurde einst in mehrere Teile zerlegt und als lebende Installation von Künstler Jeff Mifflin hinter dem Musik-Trakt der California State University um einen Baum herum platziert. Der Baum wuchs und schob Stamm und Äste weiter durch das Instrument. So hätten die beiden wohl bis in alle Zeiten harmoniert – wenn nicht ein Betrunkener eines Tages seine Wut an dem Kunstwerk ausgelassen hätte.  

Ta Prohm, Kambodscha 

Die aufgegebene Tempelanlage Ta Prohm liegt rund zwei Kilometer entfernt von Angkor Wat, dem bekanntesten und größten Tempel im Gebiet Angkor in Kambodscha. Dieser Ort sticht deshalb ganz besonders hervor, weil sich die Tempelanlage, bestehend aus Tempel, Kloster und kleineren Gebäuden, in einem halb verfallenen Zustand befindet. Die Restauratoren und Architekten, die einst als Erste in der Neuzeit mit der Restauration begannen, beließen die Anlage in ihrem Zustand. Einzige Veränderung: Die Fachleute entfernten und sicherten Vegetation und herabgefallene Mauersteine, damit die künftigen Besucher nicht gefährdet würden. Fortan hatten die Wurzeln von Würgefeigen und Co. leichtes Spiel, das Gebäude Stück für Stück zurückzuerobern

Ta Prohm

© Pixabay

Vashon Island Bike Tree, USA

Im US-Bundesstaat Washington liegt Vashon Island. Auf der Insel hat insbesondere ein Baum große Berühmtheit erlangt: Der knorrige „Bike Tree“ sieht ganz danach aus, als hätte er gewaltigen Appetit auf ein Fahrrad gehabt, das mittlerweile mitten im Stamm steckt. Längst ranken darum sich unzählige Legenden, wie wohl das Kinderfahrrad dorthin gelangt ist. Gemäß einem Artikel im „Vashon-Maury Island Beachcome“ von 2009 lautet die wahre Version: In den 50ern ließ ein Kind das Fahrrad im Wald zurück. Der Baum verwuchs über die Jahre mit dem Drahtesel – und wird das Bike vermutlich nie wieder freigeben. 

Kolmanskop, Namibia   

Die Geisterstadt Kolmanskop liegt im Süden Namibias, rund zehn Kilometer entfernt von der Küstenstadt Lüderitz. Benannt wurde sie nach dem LKW-Fahrer Johnny Coleman, der sein Fahrzeug während eines Sandsturms an der kleinen Siedlung stehen lassen musste. Nach dem Ersten Weltkrieg begann der Abstieg des Ortes, in dem die Bewohner seit Beginn des 19. Jahrhunderts nach Diamanten geschürft hatten. Immer weniger der wertvollen Steine fanden sich, 1954 hatte schließlich auch der letzte Einwohner Kolmanskop verlassen. Das einst kleine aber reiche Minenstädtchen ist heute wieder ein Teil der Sandwüste - und eine professionell vermarktete Touristenattraktion.

Another surreal shot inside one of the houses in the ghost town of Kolmanskop💒🏫🏠🏨⛪️

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07 2016 The Red Bulletin

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