Club Fabric London rapper JME

Bass-Massage im Fabric Club

Foto: Jasper Brown

Vom Kühlhaus zum coolsten Club der Insel: Seit 15 Jahren setzt Fabric auf Underground-Musik und ­einen vibrierenden Floor.

Früher baumelte im Fabric Fleisch von der ­Decke. Vor der Club-Eröffnung 1999 war das Gebäude in Ostlondon ein Kühlhaus des Fleischmarkts nebenan. „Kulturell war die Gegend damals Brachland. Keine Szene, nicht einmal Taxis“, erinnert sich Betreiber Cameron Leslie. „Wie wir die Besucher anlockten? Wir starteten par­allel ein billiges Taxi-Unternehmen. Vor dem Club standen immer Wagen, die dich heimbrachten.“

Dreimal wurde Fabric vom Szene-Organ „DJ Mag“ zum besten Club der Welt gewählt.

Die Raver waren begeistert. 2300 m² Tanzfläche, bassige Underground-Sounds von Techno bis Dubstep, drei Floors. Einer davon heißt Bodysonic: Der Boden ist mit 400 Sensoren aus­gestattet, die Schallwellen in Vibrationen umwandeln. Dreimal wurde Fabric vom Szene-Organ „DJ Mag“ zum besten Club der Welt gewählt. Was liebt Leslie an seinem Laden? „Viele finden den labyrinth-artigen Aufbau des Clubs verwirrend“, sagt Leslie. „Aber genau darin liegt seine Stärke: Oft landest du zufällig in einem Raum – und entdeckst so neue DJs.“

After-Party

Es ist Sonntag, 8 Uhr Früh. Das Fabric macht dicht, doch du bist noch hellwach. Was tun?

FRÜHSTÜCKEN

Im Fox & Anchor nebenan treffen einander morgens Marktarbeiter und Raver, Speck und Spiegelei.

115 Charterhouse Street, London EC1M 6AA

STÖBERN

Vom Fabric aus sind’s vier U‑Bahn-Stationen bis zum coolsten Flohmarkt: Am Brick Lane Market gibt’s Hipster-Klamotten und Retro-Möbel zu fairen Preisen.

Brick Lane, London E1 6PU

WEITERTANZEN

Londons beste Afterhour-Party heißt Jaded und startet sonntags um 5 Uhr. Ausdauer-Tänzer sowie Früh­aufsteher feiern dort bei Tee und Techno-Beats. 

Corsica Studios, 4 Elephant Road, London SE17 1LB

Club-Klang

Seit 13 Jahren veröffentlicht Fabric Mix-CDs seiner Stamm-DJs. Die besten drei von bisher 150 Releases:

Jaques Lu Cont FabricLive

Jacques Lu Cont

Ultimativer Party-Mix des Madonna-Produzenten. Sein eleganter Übergang von „Also sprach Zarathus­tra“ auf „Sweet Dreams“ von ­Eurythmics ist bis heute unerreicht.

David Rodigan FabricLive

David Rodigan

Der bald 63-jährige Radio-DJ gilt als Volksheld, weil er Reggae in den 1970ern in England populär machte. Auf seiner CD mixt er sich durch vier Dekaden jamaikanischer Musik.

Four Tet FabricLive

Four Tet

Der Meister der feingliedrigen Electronica trat mit diesem Mix ein Revival des ­britischen Dance-Genres Garage los: Vergessene Klassiker treffen auf Hits junger Talente wie der Floating Points.

Klicken zum Weiterlesen
07 2014 The Red Bulletin

Nächste Story