Der Countdown läuft

Bilder: Andreas Nader & Jan Nechvile

Zum bereits dritten Mal bringt das Pioneers Festival die hellsten Köpfe der internationalen Unternehmerszene nach Wien. Zur Einstimmung: die beeindruckendsten Erfolgsstorys von 2013 und ein kleiner Vorgeschmack auf das, was das Festival dieses Jahr zu bieten hat.

Letztes Jahr nahmen 800 Bewerber aus 58 Ländern am Pioneers Festival teil, womit die durchschnittliche Anzahl genialer Ideen pro Quadratmeter in der Wiener Hofburg noch nie dagewesene Spitzenwerte erreichte. The Red Bulletin hat für euch einige der Highlights des letzten Jahres ausgewählt:

Das deutsche IT-Unternehmen Protonet hat die erfolgreichste Crowdfunding-Kampagne der Welt gestartet und damit den internationalen Rekord für die „fastest million dollars of all times“ geknackt: Nur 89 Minuten brauchten die Hamburger, um über die Website Seedmatch die stattliche Summe einzusammeln. Nach sechs Tagen war der Betrag auf stolze 4 Millionen Dollar angestiegen – mehr als je zuvor von einem deutschen Startup durch eine Crowdfunding-Kampagne erzielt worden war.

Während Protonet hauptsächlich auf finanzieller Ebene von sich reden machte, war es Ekso Bionics, die für den wohl emotionalsten Moment des letztjährigen Festivals sorgte: Das US-Unternehmen widmet sich der Entwicklung bionischer High-Tech-Anzüge, mit deren Hilfe Menschen, die im Rollstuhl sitzen, das Gehen ermöglicht wird. Bereits über eine Million Schritte, die ohne die robotischen Exoskelette niemals möglich gewesen wären, gehen mittlerweile auf das Konto der Firma mit Sitz in Berkeley, Kalifornien.

Auch das österreichische Startup Helioz hat sich der Aufgabe verschrieben, die Welt zumindest ein kleines Stück besser zu machen. Wie? Durch die Entwicklung erschwinglicher Haushaltsprodukte zur Lösung weitverbreiteter Probleme, mit denen viele Länder des Südens zu kämpfen haben. Das Meisterstück unter den von Helioz entwickelten Gadgets nennt sich WADI und kommt bei der Aufbereitung von verunreinigtem Trinkwasser zum Einsatz: Legt man mit Wasser gefüllte Plastikflaschen lange genug in die Sonne, werden durch den Prozess der solaren Wasserdesinfektion alle vorhandenen Bakterien deaktiviert. WADI erkennt, wann es soweit ist und zeigt mit einem lachenden Smiley an, wann das Wasser getrunken werden kann.

Dass nicht nur deutsch- und englischsprachige Pioniere am letztjährigen Festival den Ton angaben, beweist die Erfolgsstory des kroatischen Startups Bellabeat, das ein System zur Messung der Herzschläge von Embryos via Smartphone entwickelt hat und damit als Sieger aus der Startup Challenge hervorging. Am Pioneers Festival konnte das Bellabeat-Team Kontakte zum Gründerzentrum Y Combinator knüpfen, jener Kaderschmiede, die oft augenzwinkernd als „Harvard der Startups“ bezeichnet wird. Dank der Unterstützung der renommierten Gründer-Brutstätte mit Sitz im Silicon Valley befindet sich Bellabeat mittlerweile auf einem richtigen Höhenflug und hat erst kürzlich 4,5 Millionen Dollar an Investitionen aufgestellt. 

Pioneers Festival

Und worauf dürfen wir uns dieses Jahr freuen?

Eindeutiger Höhepunkt im diesjährigen Programm ist, so die Veranstalter, die Pioneers Academy, ein Forum, das erfahrenen Gründern die Möglichkeit bietet, ihr im Laufe der Jahre gesammeltes Wissen an die nächste Generation weiterzugeben – hands-on knowledge, die Gold wert ist, wie wir wissen. Unter anderem erwarten uns Ratschläge und Insidertipps der folgenden Experten:

Nancy Duarte, Spezialistin im Bereich Storytelling, die unter anderem Al Gore im Rahmen seines Filmprojektes beraten hat

Neil Patel, Mitbegründer von KISSmetrics und Experte für Growth Hacking

Steli Efti, Blogger und Koryphäe im Bereich Sales-Startup; CEO und Mitbegründer von Close.io und ElasticSales

Gadi Amit, einer der weltweit erfolgreichsten Produktdesigner und Gründer der Firma NewDealDesign 

Laut Andreas Tschas, Co-Gründer des Festivals, dürfen die Teilnehmer sich außerdem auch auf die Anwesenheit von Pete Worden (eigentlich Simon P. Worden) freuen, dessen Beiträge uns in geradezu überirdische Höhen befördern werden: Worden, Direktor des Ames Research Center der NASA, beschäftigt sich mit dem Thema der privat finanzierten Raumfahrt, die es in der Zukunft nicht nur Astronauten, sondern auch „Normalsterblichen“ ermöglichen soll, das Weltall zu erobern.

Für reichlich Gesprächsstoff werden auch die Beiträge zum Bio-Hacking sorgen – zweifellos das umstrittenste Thema des diesjährigen Festivals.  „Es ist unglaublich, was man mit Genen alles machen kann“, sagen die einen. „Es ist erschreckend, was man mit Genen alles machen kann“, sagen die anderen.

Aber Innovation bringt doch immer auch ein bisschen Angst mit sich, oder?

Klicken zum Weiterlesen
10 2014 redbulletin.com

Nächste Story