Halloween-Trips: Reise zu diesen gruseligen Orten

7 Reiseziele mit Gruselfaktor

Text: Judith Mutici
Foto oben: Flickr

Verkleiden ist was für Kinder und ein bisschen orange Deko macht noch lange keine gute Party. An diesen sieben gruseligen Orten wird dein diesjähriges Halloween garantiert unvergesslich.

1 ISLA DE LAS MUÑECAS (INSEL DER PUPPEN)
Xochimilco, Mexiko

An Bäumen aufgehängte Zombie-Puppen, fehlende Gliedmaßen, von der mexikanischen Sonne geschwärzte Plastikhaut: Was aussieht wie die Kulisse eines Horrorfilms, ist in Wirklichkeit das Lebenswerk eines gewissen Don Julián, eines (zugegebenermaßen etwas schrulligen) Einsiedlers, der im Jahre 1951 begann, das von ihm bewohnte Eiland in der Nähe von Mexico City über und über mit Puppen zu „dekorieren“. Kurz zuvor war ein kleines Mädchen vor der Insel ertrunken und er hoffte, so seinen unruhigen Geist besänftigen und sich selbst vor dessen Rache schützen zu können. Gute Idee, aber anscheinend spielen Geister nicht gerne mit Puppen: 2001 wurde die Leiche des damals 80-jährigen Don Julián an exakt derselben Stelle gefunden, an der 50 Jahre davor das kleine Mädchen ertrunken war …

2 BELL WITCH CAVE
Tennessee, USA

Wer Horrorfilme wie „Blair Witch Project“ (1999) oder „Der Fluch der Betsy Bell“ (2005) gesehen hat, weiß, was für eine wichtige Rolle Hexen in der amerikanischen Grusel-Folklore spielen. Was die wenigsten wissen: beide Filme beruhen auf derselben (angeblich) wahren Begebenheit. Die Legende der „Bell Witch“ – einer poltergeistähnlichen Kreatur, die im frühen 19. Jahrhundert der Familie Bell das Leben zur Hölle machte – ist die wohl meisterzählte und bestdokumentierte übernatürliche Begebenheit in der Geschichte der USA. Auch heute noch soll es in der Höhle, die sie einst bewohnte, alles andere als mit rechten Dingen zugehen. 

© YouTube // Ghost Adventures

3 SCHLOSS BRAN
Transsilvanien, Rumänien

Seit Jahrzehnten führen Vampirkostüme unangefochten das weltweite Ranking der beliebtesten Halloween-Verkleidungen an. Anders als uns Horden „Twilight“-begeisterter Jugendlicher glauben machen wollen, ist aber nicht Robert Pattinson alias Edward Cullen der berühmteste Vampir der Geschichte, sondern der sagenumwobene Graf Dracula aus Bram Stokers gleichnamigem Schauerroman (1897). Als Vorlage für die legendäre Figur diente dem irischen Schriftsteller der grausame Fürst Vlad III. Draculea, ein blutrünstiger Herrscher, der im 15. Jarhundert seine Untertanen in Angst und Schrecken versetzte und der aufgrund seiner Vorliebe für besonders grausame Hinrichtungen unter dem Beinamen „Der Pfähler“ bekannt war. Das Schloss Bran sieht exakt aus wie das in Stokers Roman beschriebene Anwesen und ist heute als „Draculaschloss“ eine der wichtigsten Touristenattraktionen Transsilvaniens. Historiker bezweifeln, dass Vlad III. das Schloss je betreten hat, aber das ändert nichts an der gruseligen Atmosphäre.

Schloss Bran, Transsilvanien, Rumänien

© Wikipedia

4 BALLYGALLY CASTLE
Nordirland, Vereinigtes Königreich

Das im nordirischen Ballygally gelegene Schloss wurde mittlerweile zum Hotel umfunktioniert und ist berühmt für zwei Dinge: den spektakulären Blick auf die Ballygally Bay und die Tatsache, dass der Geist von Lady Isobel Shaw dort seit mehreren Jahrhunderten sein Unwesen treibt. Der Legende zufolge war Lady Isobel unfähig, ihrem grausamen Ehemann James einen männlichen Erben zu schenken, weswegen dieser sie im Schlossturm einsperrte, wo sie zur Strafe verhungern sollte. Verzweifelt und am Rande des Wahnsinns stürzte sich Lady Isobel aus dem Fenster, um ihrer Gefangenschaft zu entfliehen. Bis heute hat ihr Geist keine Ruhe gefunden und erscheint regelmäßig in dem alten Schloss, das einst Schauplatz dieser Tragödie war … Für Hotelgäste gilt: Wenn es spätabends an der Türe klopft, überlege besser zwei Mal, ob du tatsächlich etwas beim Zimmerservice bestellt hast.

5 CAPELA DOS OSSOS (KNOCHENKAPELLE)
Évora, Portugal

„Knochenkapelle“ – klingt schaurig und das ist es auch. Für den Bau der Capela dos Ossos in der portugiesischen Kleinstadt Évora wurden die Gebeine von mehr als 5.000 Mönchen verwendet, deren Schädel, Schienbeine und Oberschenkelknochen bis heute Wände, Decken und Säulen der Kapelle „schmücken“. Über dem Eingang prangt in mahnenden Lettern der Schriftzug „Nós ossos que aqui estamos pelos vossos esperamos“ („Wir Knochen, die hier liegen, warten auf die euren“) und erinnert die Besucher des makabren Bauwerks an die Vergänglichkeit des Lebens. Kunsthistoriker behaupten zwar gerne, der Memento-Mori-Gedanke liege der Erbauung derartiger Beinhäuser zu Grunde, aber die tatsächliche Erklärung ist – zumindest im Fall der Knochenkapelle von Évora – eine weitaus pragmatischere: Im 16. Jahrhundert nahmen die damals insgesamt 42 klösterlichen Friedhöfe der Stadt viel zu viel Fläche ein, weshalb platzsparendere Alternativen her mussten.

Knochenkapelle, Évora, Portugal

© Getty

6 OKIKU-BRUNNEN
Himeji, Japan

Seit vielen Generationen erzählt man sich in Japan die haarsträubende Geschichte von Okiku und den neun Tellern, die sich in der Nähe der Burg von Himeji – heute eine beliebte Touristenattraktion – zugetragen haben soll. Es gibt unzählige Versionen der Legende, aber alle drehen sich um den grausamen Tod des jungen Dienstmädchens Okiku, das von seinem Herren, einem gefürchteten Samurai, fälschlicherweise beschuldigt wird, einen von zehn wertvollen Tellern gestohlen zu haben. Je nachdem, welcher Version man Glauben schenkt, endet die Geschichte damit, dass Okiku sich aus Verzweiflung in einem Brunnen ertränkt oder aber als vermeintliche Diebin öffentlich zu Tode gefoltert und ihre Leiche anschließend in einen Brunnen geworfen wird. Bis heute steigt Okikus Geist Nacht für Nacht aus dem Brunnen empor, um die verzweifelte Suche nach dem zehnten Teller, dem Beweis von Okikus Unschuld, fortzusetzen. Langsam zählt sie bis neun – und bricht dann in lautes Schluchzen aus … 

Okiku-Brunnen, Japan

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7 ROSE HALL GREAT HOUSE
Montego Bay, Jamaika

Wer bei Jamaika eher an Reggae-Musik und karibische Strände als an Horrorgeschichten denkt, der hat wahrscheinlich noch nie von Annie Palmer, besser bekannt als „The White Witch of Rose Hall“, gehört. Der Legende zufolge war sie in erster Ehe mit dem mächtigen Großgrundbesitzer John Palmer verheiratet, den sie kaltblütig ermordete, um so an sein Vermögen zu gelangen. Er hinterließ ihr das imposante Rose Hall-Anwesen, zu dem mehrere tausend Hektar Land sowie 2.000 Sklaven gehörten. Bald schon war sie berüchtigt für ihren brutalen Umgang mit den Sklaven, die sie wegen der kleinsten Vergehen drakonisch bestrafte, folterte oder gar tötete. Zum Zeitvertreib nahm sie sich immer wieder Sklaven als Liebhaber, derer sie sich ohne zu zögern entledigte, wenn ihr der Sinn nach Neuem stand. Auch die Ehemänner Nummer 2 und 3 verschwanden unter mysteriösen Umständen, bevor Annie Hall schließlich selbst ermordet wurde – karma’s a bitch. Heute gilt das Rose Hall Great House, nur 15 km entfernt vom beliebten Urlaubsort Montego Bay, als berühmtestes Bauwerk Jamaikas. Zum einen aufgrund seiner einzigartigen jamaikanisch-gregorianischen Architektur, vor allem aber wegen der vielen Geister, die dort regelmäßig gesichtet werden: Nicht nur der Geist von Annie Hall, sondern auch die Geister ihrer unzähligen Opfer sollen dort ihr Unwesen treiben. Sogar diverse Berühmtheiten wurden schon Zeugen des Spuks – Johnny Cash zum Beispiel widmete der Weißen Hexe seinen Song „The Ballad of Annie Palmer“.

Rose Hall Great House, Montego Bay, Jamaika

© Wikipedia

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10 2015 redbulletin.com

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