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Wie du einen Waldbrand löschen kannst

Text: MARK THOMAs
Foto: pixabay.com

Morgan Reilly ist Feuerwehrfrau im Nordwesten Ontarios, Kanada. Hier erklärt sie uns, wie man einen Waldbrand richtig angeht.

Die Kanadierin Morgan Reilly, in Sioux Lookout im Nordwesten Ontarios stationiert, arbeitet bei ihren Einsätzen in einem Viererteam mit einem „Fire Boss“ („das ist der Kettensägen-Typ, der in 20 Minuten einen Helikopterlandeplatz aus dem Wald schneidet“) und zwei „Swamp Donkeys“ („die an Pumpen und Schlauch“). Vergangenen Sommer kämpfte sie in Kanadas Wäldern mit einer Feuersbrunst, die sich über eine Million Hektar ausbreitete: „Hunderte Viererteams hatten Monate zu tun, 19-tägige Feldeinsätze mit nur zwei Tagen in der Basis dazwischen.“ Noch härter aber findet sie die Monate, in denen es keinen einzigen Einsatz gibt. „Ich finde Brände aufregend“, sagt die 23-Jährige, „aber es ist mein Job, sie zu löschen. Und ich liebe meinen Job.“

 

1. Unterstützung aus der Luft anfordern

„Wir stellen Pumpen am Boden auf, aber wir haben auch Flugzeuge – Wasserbomber, die ich anfordern kann, um 6400 Liter Wasser pro Ladung abzuwerfen. Als Crew-Leiter kommuniziere ich mit allen am Boden sowie mit denen in der Luft, klassisches Multitasking.“ 

2. Ein guter Kumpel sein

„Wir sind auf bis zu 19-tägige Brandbekämpfungseinsätze vorbereitet – mit allem, was wir brauchen: Essen, Kleidung, Ausrüstung. Es gibt keinen Handyempfang, und unsere Satellitentelefone können nur beruflich genutzt werden. In diesen Situationen wird die Crew zu deiner Familie – du bist rund um die Uhr mit ihr zusammen.“

„Das Schwierigste ist, cool zu bleiben.“
Firefighter Morgan Reilly

3. Ein Feuer legen 

„Ein aufregender Teil unseres Job ist es, gezielte Gegenfeuer zu entfachen – bestimmte Bereiche eines Waldes niederzubrennen, z. B. tornado-beschädigte Flächen mit viel totem Holz. So hält man künftige Brände in Zaum. Für größere Feuer benützen wir einen Helikopter, der mit einer sogenannten Drip Torch brennenden Diesel auf den Wald tropft.“ 

4. Nein sagen können

„Das Schwierigste ist, cool zu bleiben. Wenn jeder das schafft, läuft in 90 Prozent der Fälle alles glatt. Mein erstes Feuer, es war im Jahr 2011, gehörte zu den restlichen zehn Prozent. Sie flogen uns auf eine Insel in einem See, 500 Meter vom Ufer entfernt, wo ein riesiger Brand wütete. Wir konnten nichts tun, also wurden wir wieder ausgeflogen. Am nächsten Morgen war die komplette Insel abgebrannt.“

5. Fit bleiben 

„Der Job fordert deinen Körper extrem. Wir müssen jährlich einen Fitnesstest bestehen: 31 Runden auf einem 40-Meter-Kurs, V-förmige Rampen rauf und runter, dabei eine 28-Kilo-Pumpe oder 25 Kilo Schlauch schleppen. Das Ganze in unter vierzehneinhalb Minuten. Nicht einfach.“

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09 2015 The Red Bulletin

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