Dispatchwork aus Lego von Jan Vormann

Jan Vormann: Lego-Kunst statt Alltagsgrau

Bild oben: Arte Kaces/Flickr

Jan Vormann hat die Tristesse großer Städte im Visier. Er repariert in den Metropolen der Welt bauliche Schandflecke mit bunten Lego-Steinen.

Dispatchwork heißt das Projekt des gelernten Bildhauers Jan Vormann, das längst internationale Ausmaße angenommen hat und in allen Farben leuchtet. Ob bröckelnde Mauern, Risse in Häuserwänden oder Löcher im Straßenbelag: In den Städten der Welt sind es plötzlich kleine Oasen aus spielerischer Lebensfreude, die Löcher, Risse oder Ausbrüche von Gemäuern ausfüllen.

„Niemand mag es, in trüben, grauen Städten zu leben. Nicht nur Kinder träumen von einer bunteren Welt“, zitiert der „Berliner Kurier“ Vormann zu seinem Schaffen mit den bunten Klötzchen. 

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Bunte Steine gegen Kriegsschäden

2007 stellte der Bildhauer „Dispatchwork“ während eines italienischen Kunstfestivals vor.  Inzwischen sind es rund 40 Städte, in denen er selbst gewesen ist und Hand angelegt hat. Im Gespräch mit dem britischen „Telegraph“ nennt Vormann seine Lieblingsarbeit, die er bislang mit den bunten Plastiksteinen vollbracht hat: Berlin sei für ihn persönlich ganz vorne. In der deutschen Hauptstadt stopfte er Löcher, die durch Feuerwaffen im Zweiten Weltkrieg verursacht wurden. „Die bunten Steine ziehen die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich und ich hoffe, dass sich die Menschen fragen, weshalb sich das Lego dort befindet“, erklärt der Künstler. 

Kunstprojekt als globale Mitmachaktion

Menschen überall auf der Welt können sich an „Dispatchwork“ beteiligen und das Kunstprojekt wird über ein globales Netzwerk engagiert weiterverfolgt. Auf der Website dispatchwork.info existiert eine Karte mit Städten und zugehörigen Fotos, auf denen die künstlerischen Lego-Taten dokumentiert sind.

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Neben den Orten, die Vormann selbst verschönert, sind inzwischen rund 70 weitere aus aller Welt zusammengekommen. Und viele Fans laden ihre Werke auf Instagram unter dem Hashtag #dispatchwork hoch.

There's nothing you can't do, in the city. #eastpak #madefor #dispatchwork

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Unendlich viele Künstler und ein langer Atem

Laut Vormann finden sich unter den Teilnehmern „Streetart-Begeisterte, Architektur- und Urbanistik-Studenten oder Grundschulklassen.“ Der Künstler ist sich im Interview mit „wired“ sicher: „Viele Menschen finden Gefallen daran, auf diese Weise spielerisch ihrer Stadt näherzukommen und auch ihren Wunsch nach Mitgestaltung auszudrücken.“ 

Jan Vormann repairs damaged and broken parts of his city using LEGO blocks! www.UpFade.com

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Vormanns Credo ist einfach und dürfte ihn bis an sein Lebensende beschäftigen: „Ich möchte jede kaputte Wand auf der ganzen Welt mit Dispatchwork reparieren.“

© YouTube // fhSPACEtv

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06 2016 The Red Bulletin

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