Glücklicher werden

Text: Werner Jessner und Arek Piatek
Illustrationen: Alex Williamson

… als die Schweiz. Es bedürfte globaler Anstrengung, um dem Ziel näher zu kommen.

Der World Happiness Report, herausgegeben vom United Nations Sustainable Development Solutions Network, berücksichtigt eine Vielzahl harter Faktoren, um zu berechnen, wie glücklich die Bevölkerung eines Landes ist: Finanzkraft, soziale Stabilität und die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung finden genauso Eingang wie Kriminalitäts- und Geburtenrate, Spendenbereitschaft und die Lebenserwartung.

Auf einer Skala von 0 bis 10 ist die Schweiz Rekordhalter mit einem Wert von 7,587 Punkten, gefolgt von Island und Dänemark. Trauriger Letzter: Togo (2,839), davor Burundi und Syrien. In ­Nicaragua, Simbabwe und Ecuador sind die Menschen im letzten Jahrzehnt prozentuell glücklicher geworden, während das Leben von Griechen, Ägyptern und Italienern die unglücklichste Wende genommen hat.

Wichtigste Einzelfaktoren ­jeweils: Verbesserung in der Gesundheitsversorgung etwa in Südamerika, Wirtschaftskrise in Europa, Krieg und Despotismus dazwischen, Ruhe und Stabilität auf hohem Niveau bei den Siegern.

Statistik

Glücklichstes Land heute:

Schweiz mit gut 7,5 Punkten

Prognostiziert: 

alle – und 10 Punkte (schön wär’s)

Im World Happiness Report führt die Schweiz mit 7,587 Punkten. Eine Steigerung für alle auf 10 sollte unser gemeinsames Ziel sein.

Wie sieht also eine Politik aus, die uns zum Glück führt? Auch ­darauf weiß der World Happiness Report der UNO eine Antwort: Die Politik muss das Glück ihrer Bürger als höchstes Ziel deklarieren, im Gegensatz zu übergewichteten Einzelfaktoren wie territorialen Ansprüchen, überragender Wirtschaftskraft oder minimaler Kriminalität. Im nächsten Schritt muss sich jeder Cent öffentlicher Ausgaben an dieser Prämisse messen lassen: Was macht unsere Bevölkerung tatsächlich glücklich? Das muss – etwa anhand des Faktoren-Kanons des World Happiness ­Report – ständig überprüft und abgeglichen werden.

Und was bedeutet das für den Einzelnen? Der World Happiness Report zeigt auch, dass die Qualität menschlicher Beziehungen entscheidend ist für das persönliche Glück: Haben wir gute Freunde, rücken selbst Faktoren wie Zeit, Geld und Gesundheit in den Hintergrund. Das erklärt auch das erstaunlich gute Abschneiden mancher schlecht entwickelter Länder. Bevor wir uns also einzig auf die Politik verlassen: Lasst uns unsere Freundschaften pflegen!

Fazit

Komplette Zufriedenheit für alle ist eine ­Illusion – wenngleich eine schöne. Auf Unterstützung durch die ­Politik sollten wir uns dabei nicht allein verlassen. Ein Schweiz-­Urlaub mit Freunden ist ein guter Anfang.

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08 2015 The Red Bulletin

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