Sam McTrusty

Am Klavier von Queen

Fotografie: Tom Griffiths

Springsteen inspiriert ihn beim Texten, Coldplay beim Gitarrespielen: Der Twin-Atlantic Sänger über fünf Songs, die das neue Album seiner Band prägten.

Great Divide

Über acht Millionen Menschen sahen auf YouTube zu, als Felix Baumgartner 2012 aus der Stratosphäre sprang. So auch Sam McTrusty. Denn der Song „Free“ seiner Band Twin Atlantic begleitete Baumgartners Rückkehr auf die Erde. Das gleichnamige Album ­bescherte dem schottischen Quartett 2011 auch ­einen Achtungserfolg: Platzierung in den englischen Top 40, Tourneen mit Stars wie Blink-182.

Mit dem dritten Album „Great Divide“ will die Band nun international groß durchstarten. Die Vorzeichen scheinen günstig: Die Platte besticht mit zwölf stürmischen Rockhymnen zwischen Härte und Herz-Schmerz. Welche Songs McTrusty und seine Jungs bei der Arbeit inspirierten – und warum –, erklärt der Sänger hier.

Kanye West - Black Skinhead

Der Song erschien, als wir in Los Angeles mitten in den Aufnahmen steckten. Und wir waren ­begeistert: So experimentell hatte Kanye noch nie geklungen. Davon inspiriert stimmten wir unsere Gitarren anders, spielten mit Effekten und nahmen zwei Songs mit dem Laptop auf ­anstatt im großen Tonstudio. Das war ungewohnt, aber sehr erfrischend.

Coldplay - Fix You

Jonny Buckland von Coldplay ist mein Lieblings­gitarrist. Er ist kein Virtuose, er spielt keine argen Soli. Im Gegenteil: Buckland hält sich zurück. In „Fix You“ spielt er vier Noten. Aber jede davon sitzt perfekt. In dem Moment, in dem seine Gitarrenmelodie einsetzt, kriege ich Gänsehaut. „Weniger ist mehr“, das war auch unser Motto für das neue Album.

Bruce Springsteen - Thunder Road

Ein Lehrstück in Sachen Songwriting. Du hörst „Thunder Road“ nicht, du fühlst es. Springsteen singt vom Ausbruch aus dem Alltag, von der Sehnsucht nach einem besseren Leben. ­Inbrünstig, lyrisch, ehrlich. Jedes Mal, wenn ich bei einem Text nicht weiterkomme, höre ich mir dieses Stück als Inspiration an. Es hilft immer.

Pearl Jam - Just Breathe

Als Teenager hörte ich Pop-Punk-Bands, aber Eddie Vedders Stimme fand ich zu männlich. Erst durch diesen Song von 2009 wurde ich zum Pearl-Jam-Fan. Vor allem der Text von „Just Breathe“ berührt mich. Vedder ist ein Meister darin, Emotionen in Worte zu packen – und dabei Klischees zu vermeiden. Er findet neue Metaphern, seine eigene Sprache.

Queen - Bohemian Rhapsody

Der Song ­begleitet uns: Früher hörten wir ihn an, um uns von der Aufnahme studiotechnische Kniffe abzuschauen, und spielten ihn bei Konzerten ab, bevor wir auf die Bühne kamen – um das Publi­kum in Stimmung zu bringen. Auf der neuen Platte verwendeten wir sogar das Klavier, mit dem Freddie Mercury den Klassiker 1975 eingespielt hat.


WUNDERTÜTE - Gadget des Monats: Aether Cone

Der Lautsprecher nimmt Songwünsche via Sprachbefehl entgegen und erstellt auf deren Basis ein individuelles Musikprogramm. Praktisch. Was den Player aber von seinen Artgenossen abhebt: Er ist lernfähig. Welche Titel Sie wiederholen und überspringen, wird gespeichert, sodass er ­Ihren Geschmack immer besser kennenlernt.
aether.com

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09 2014 THE RED BULLETIN

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