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SCAD: Im freien Fall!

Foto rechts: Herman Verwey

SCAD ist die Abkürzung für suspended catch air device, fühlt sich an wie Bungee-Jumping ohne Seil und ist etwas ziemlich Seltenes!

Weltweit gibt es nur einige wenige Möglichkeiten, SCAD zu erleben. Eine davon: das Vertical Adventure Centre der Orlando Towers in Soweto in Johannesburg. Das weltweit einzige SCAD-System im stillgelegten Kühlturm eines Kernkraftwerks erlaubt 70 Meter freien Fall. Mehr gibt es nirgendwo sonst auf der Welt.

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Die Landung…

… in einem gespannten Sicherheitsnetz aus luftgefüllten Schläuchen und einem ausgeklügelten Brems- und Federungssystem

© Herman Verwey

 

70 Meter, 100 km/h, kein Seil… berechtigte Frage: Warum überlebt man das? Weil der Sprung durch ein riesiges Auffangnetz gebremst wird, das dem ganzen System seinen Namen gibt. SCAD heißt das gespannte Sicherheitsnetz aus luftgefüllten Schläuchen und ­einem ausgeklügelten Brems- und Federungssystem, das den Sturzflug ohne gesundheitliche Negativfolgen beendet.

Doch zuvor geht es im baumelnden Metallkäfig inmitten eines der beiden 100 Meter hohen Betonschläuche bis ganz nach oben. Dort hängt man dann ausgesetzt und ein wenig verloren. Das Einzige zwischen dir und dem unvergesslichsten Rausch deines Lebens ist ein spezielles Sicherungsgeschirr, das einen kontrollierten Fall erlaubt – nicht mehr als ein Gurt an einer Schnelllösevorrichtung.

Der Countdown beginnt bei fünf. Bei null lässt dich der Ausbildner, den sie hier Jumpmaster nennen, los.

„Da ist wirklich nichts zwischen dir und dem Netz“, sagt Nick Avery, ein 21-jähriger Student aus Philadelphia von der US-Ostküste, der den Fall während eines Studienaufenthalts in Südafrika machte.

„HIER ERFÄHRST DU, WIE DEIN TODESSCHREI KLINGT.“
Nick Avery

„Weil du rückwärts fällst, hast du keinen Schimmer, wann du im Netz landest. Es ist eine irre Erfahrung, einer der verrücktesten Ritte auf diesem Planeten. Wenn du ein Gefühl von Besinnungslosigkeit haben oder wissen möchtest, wie sich dein Todesschrei anhört, dann bist du hier richtig.“

Das Netz bremst den Fall erstaunlich komfortabel. „Du kriegst gerade einmal mit, wie sich der Fall verlangsamt“, sagt Avery. „Das macht das Ganze noch einmal intensiver.“

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Im Inneren des stillgelegten Kühlturms eines Kernkraftwerks- auf dem Weg zum Absprung.

© Herman Verwey 

DER INSIDER

„Erfahrenere Springer können auch Vorwärts- und Rückwärtssalti lernen“, sagt Towers-Manager Nico Myburg. „Es ist dem Jumpmaster überlassen, ob er es dir zutraut, aber fragen kann man ihn auf jeden Fall.“

 

Soweto… Worauf man sonst noch fliegt!

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06 2015 The Red Bulletin

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