Nordschleife

Rasantes Rennen um die Nordschleife

Foto: Martin Datzinger

Der Nürburgring ist eine der legendärsten Rennstrecken der Welt. Fahr-Instruktor Martin Stucky gibt ein paar seiner Ratschläge für die Nordschleife preis.

Martin Stucky hat sein Leben der Nordschleife verschrieben. Der Schweizer Fahr-Instruktor hat auf dem 20,8-Kilometer-Kurs mit den 73 Kurven unglaubliche 25.000 Runden gedreht, ein Buch über dessen Ideallinie veröffentlicht und tausenden Neulingen die Basics dieser legendären Achterbahn von Rennstrecke (300 Höhenmeter zwischen höchstem und tiefstem Punkt!) beigebracht. 

„Wollt ihr das wirklich?“, fragt er seine Schüler am ersten Tag. „Die Nordschleife ist eine Droge. Jeder, der mit uns da jetzt rausfährt, kriegt sie nie wieder aus seinem System.“

Natürlich wollen alle, sonst hätten sie keine 2690 Euro für ein zweitägiges Intensivtraining hingelegt – Auto nicht ­inklusive. „Immer noch günstiger, als sich die Karosserie zu ruinieren“, sagt einer, bevor er in seinen 740-PS-Ferrari F12 steigt, um wieder zum Fahrschüler zu mutieren.

Die Experten der Scuderia S7 unterteilen die Hölle in sechs überschaubare Abschnitte, jeder Abschnitt ist etwa drei Kilometer lang und wird in kleinen Gruppen wieder und wieder hinter dem Instruktor abgefahren, während über Funk Anweisungen kommen, bis man die Ideallinie verstoffwechselt hat. 

Nordschleife

© Martin Datzinger

Richtig zu tun hat vor allem der Kopf: Wer nicht bereit ist, kriegt Probleme – nicht nur in einer Kurve, sondern auch in den darauf folgenden. Wer aber ruhig und konzentriert den Anweisungen der Instruktoren folgt, packt selbst die haarigsten Abschnitte – zum Beispiel den Einlenkpunkt in der Kompression der Fuchsröhre, bei dem es einem die Augen fast aus dem Kopf drückt und das Hirn beim Gedanken, den Fuß am Gaspedal zu lassen, auf Über­lebensmodus schalten will. 

„Je minimaler deine Lenkbewegungen sind, desto runder läuft’s“, sagt Instruktor Friedhelm Mihm. „Und umso entspannter und schneller packst du den Kurs. Vorausdenken und die Scheitelpunkte mit der ­Ideallinie verbinden sind hier das Um und Auf – aber gilt ebenso im Straßenverkehr.“

Seine Theorie wird am zweiten Tag belegt, als es für einige Fahrer mit ziemlich schnellen Wagen an der Zeit ist, die einzelnen ­Abschnitte zusammenzufügen und im freien Training anzuwenden, was sie gelernt haben.

Nordschleife

Sucht nach der Hölle: Wer auf der Nordschleife des Nürburgrings einmal Blut ­geleckt hat, kommt immer wieder.

© Martin Datzinger

Insider-Tipp

Sonnenschein auf der Döttinger Höhe, Nebel in Breidscheid, ideale Bedingungen beim Bergwerk, Regen in der Fuchsröhre: Die Nürburgring-Nordschleife kann auf 20 Kilometern alle vier Jahreszeiten unterbringen. Sei auf alles gefasst! 

Vollgas: So holst du dir die Hölle nach Hause

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04 2016 The Red Bulletin

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