Slash

„Wie Sex, nur viel besser!“

Foto: Pressefoto Slash
Text: Marcel Anders

Playlist: Diesen fünf Songs verdankt der Ex-Gitarrist von Guns N’ Roses berauschte Nächte, schnelle Finger – und seinen Spitznamen.


Zylinder, Lockenmähne, Sonnenbrille: Seinen Markenzeichen ist Slash treu geblieben – auch 18 Jahre nach seinem Ausstieg bei Guns N’ Roses. An der Seite von Axl Rose verkaufte er über 100 Millionen Platten und lebte strikt nach drei Geboten: Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll. Mit den Lastern ist es heute vorbei, vor acht Jahren gab er auch Alkohol und Zigaretten auf.

„Die verzerrte Gitarre ist noch immer die Liebe meines Lebens“, sagt der 49-Jährige. Davon zeugt auch Slashs drittes Soloalbum „World on Fire“: 17 benzin-getränkte Rockbretter, gekrönt durch die grandiosen Soli des Gitarrenheroen. Welche Songs sein Leben und seine Karriere musikalisch prägten, verrät der Schlangenliebhaber hier.

AC/DC - „Back in Black“

Ich hatte eben angefangen Gitarre zu spielen, als dieser Song 1980 erschien – und ich übte das Riff wie besessen. Zum ersten Mal hörte ich das Stück im Haus von Schauspieler Seymour Cassel, der mir auch meinen Spitznamen „Slash“ verpasste. „Back in Black“ hat diesen packenden Rhythmus, lasziv und dreckig. Wie Sex – nur viel besser.

Aerosmith - „Back in the Saddle“

Den Song entdeckte ich als Teenager bei einem Mädchen, mit dem ich ins Bett wollte. Als wir, uns küssend, auf ihrem Sofa saßen, legte sie diese Single auf. Der Song zog mich derart in seinen Bann, dass ich das Interesse an der Knutscherei verlor. Ich spielte die Platte immer wieder und ignorierte das Mädchen komplett – bis sie mich schließlich rausschmiss.

Black Sabbath - „Iron Man“

In den frühen 1980er Jahren traf ich mich mit Freunden oft nachts in den Hollywood Hills, um Acid zu nehmen. Es war toll: Die Sterne funkelten, die Mädchen waren heiß, und ich war komplett high. Eines Abends legte jemand „Iron Man“ auf – das mir total den Kopf wegpustete. Eine Erfahrung, die mein Leben – ohne Übertreibung – für immer verändert hat.

Stevie Wonder - „Living for the City“

Es war der Lieblingssong meiner Mutter. Wonder singt über einen Burschen vom Land, der in die Großstadt zieht. Er verliert sich in Drogen und vermasselt alles. Um ein ähnliches Schicksal geht es in meinem neuen Stück „30 Years to Life“.  Es zeigt, was passiert, wenn du zu sorglos lebst. Ich weiß das, ich war schließlich eine Zeitlang selbst Junkie.

Erik Satie - „Gymnopédies“

Dieser fran­zösische Komponist hat zwar nichts mit Rock ’n’ Roll zu tun, aber mein Vater legte seine Musik immer auf, wenn er einige Gläser Wein zu viel intus hatte. Dann malte er dazu. Deshalb übt dieses Stück bis heute eine starke Faszination auf mich aus. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass „Gymnopédies“ bei meiner Beerdigung laufen sollte.

Zukunftsmusik: Gadget des Monats - The Dash

Auf Kickstarter war’s ein Megaerfolg – im Oktober startet nun die Auslieferung: drahtlose, wasserdichte In-Ear-Stöpsel, die ihren Träger mit Musik und Daten wie Puls, Lauftempo etc. versorgen sollen. Hält „The Dash“ alle Versprechen, ist es eine Revolution im Ohrstöpselformat.
bragi.com

Sommer-Sounds: Die besten DJ-Sets der Festival-Saison gibt’s zum Nachhören auf rbmaradio.com. Drei Tipps:

Klicken zum Weiterlesen
10 2014 THE RED BULLETIN

Nächste Story