So braust du dein eigenes Bier

Selbst ist der Mann:
So braust du dein eigenes Bier

Foto: Getty Images

Es bedarf ein wenig Übung und Erfahrung. Doch wenn du den Dreh einmal raushast, kannst du deinen Traum wahrmachen … und dir dein eigenes Bier brauen.

Der Bierkonsum in Deutschland nimmt seit dem Höchststand in den 1980ern zwar recht stetig ab, dennoch tranken die Deutschen auch 2015 noch fast 106 Liter des Hopfengetränkes pro Kopf. Nur in Tschechien wird im europäischen Vergleich noch mehr Bier verzehrt.

Aber hast du schon mal dein eigenes Bier gebraut? Das ist gar nicht so kompliziert – ein wenig Zeit solltest du allerdings schon mitbringen.

Klicken zum Weiterlesen

Das brauchst du

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s: Dieser Spruch kommt nicht von ungefähr, denn diese beiden Zutaten sind essenziell für ein gutes Bier. Darüber hinaus dürfen nach dem deutschen Reinheitsgebot nur noch Hefe und Wasser hinzugefügt werden. Allerdings benötigst du noch ein paar Utensilien, damit das kühle Blonde am Ende auch wirklich so schmeckt, wie es soll. Eine Bierspindel zum Messen der Stammwürze, Jod für den Stärketest, zwei große Eimer, ein Kochthermometer, ein großes Tuch oder ein Sieb, einen großen Topf und natürlich leere Bierflaschen, am besten mit Bügelverschluss. 20 Liter sind ein guter Start, damit kannst du deine Freunde gleich mitversorgen.

Einmaischen

Malz ist nichts anderes als umgewandeltes Getreide – meist Gerste oder Weizen. Am besten kaufst du einfach fertiges Braumalz. Für helles Bier wird es bei etwa 80 Grad Celsius getrocknet. Je höher die Trockentemperatur, desto dunkler werden das Malz und das Bier nachher auch. 

Vier Kilo Malz reichen für 20 Liter Bier aus. Dieses gibst du dann nach und nach zu den 20 Litern Wasser, die du zuvor auf 55 Grad Celsius aufgeheizt hast. Rühren nicht vergessen! Die Temperatur des Wassers wird durch die Zugabe leicht gesenkt. Halte sie konstant auf 53 Grad, sodass das Eiweiß ausflockt. Nach einer Viertelstunde die Mischung auf 64 Grad aufheizen und nochmals rund 20 Minuten weiterrühren. Je länger diese sogenannte Maltoserast dauert, desto herber und stärker wird dein Bier am Ende schmecken.

Die Stärke aus dem Getreide soll sich durch diesen Prozess in Zucker umwandeln. Mit dem Jod kannst du nachprüfen, ob das auch tatsächlich funktioniert hat: Einfach ein paar Tropfen mischen – verfärbt sich die Probe ins Blau-rötliche, musst du die Maltoserast noch ein wenig fortführen. Zum Abschluss das Ganze noch einmal auf 72 bis 76 Grad erhitzen und durchrühren.

Würze herausfiltern

Das ausgekochte Malz muss nun von der Flüssigkeit getrennt werden. Dazu gießt du das Gemisch durch ein Sieb oder ein Tuch. Die verbleibenden Feststoffe müssen jetzt nochmals mit einigen Litern bis zu 77 Grad heißem Wasser überkippt und ausgewaschen werden. Jetzt kannst du mit der Bierspindel die Stammwürze messen – ein Pils sollte rund 11 Prozent Malz enthalten, ein Bockbier 16 Prozent und mehr. Ist der Wert noch zu hoch, wiederhole einfach das Auswaschen. Ist der Wert zu niedrig, musst du im nächsten Schritt mehr Wasser verdampfen lassen.

Top-5 Brauerei-Besichtigungen

Wo kommt Bier eigentlich her? Wie wird es gemacht? Antworten auf diese Fragen findest du bei Brauerei-Touren. Wir zeigen die 5 eindrucksvollsten.

Klicken zum Weiterlesen

Hopfen zusetzen

Die Fruchtzapfen des Hopfens geben dem Bier sein Aroma und machen es haltbar. Es gibt verschiedene Sorten für herbes und süffiges Bier. Sie werden zusammen mit der Würze rund 60 Minuten gekocht, für unsere Menge reichen rund 30 Gramm. Die eine Hälfte gleich zu Beginn zuführen, die andere Hälfte nach 50 Minuten. Danach musst du das Gemisch wieder filtern, damit eine klare und dunkle Flüssigkeit übrig bleibt. Nun ist die Würze steril, gib Acht, dass es auch so bleibt.

Jetzt kommt die Hefe

Hefe lässt die Würze gären und Alkohol und Kohlensäure entstehen. Dafür musst du den Sud auf sechs bis zwölf Grad herunterkühlen und die 40 Gramm Bierhefe mit gleicher Temperatur hinzugeben. Zunächst auch in diesem Schritt immer wieder umrühren, danach solltest du den Topf jedoch zudecken, damit die Hefe in Ruhe arbeiten kann.  Die Hauptgärung sollte etwa sechs bis 14 Tage andauern, bis die Schaumdecke aufreißt und keine Gärblasen mehr aufsteigen. Danach kommt das junge Bier in die Flaschen, wo es zwei bis fünf Wochen nachreift. Je nach Geschmack kann vor der Abfüllung noch Würze hinzugegeben oder die Hefe herausgefiltert werden. Zwei Monate sollte das Bier jetzt haltbar sein.

Guten Durst!

Shake Shack GIF - Find & Share on GIPHY

Shake Shack is a modern day "roadside" burger stand serving the most delicious burgers, fries, hot dogs, frozen custard, beer, wine and more.

Klicken zum Weiterlesen
10 2016 The Red Bulletin

Nächste Story