So springst du aus einem fahrenden Auto

So springst du aus einem fahrenden Auto

Illustration (oben): heri irawan

Für Actionhelden Routine, für uns eher herausfordernd: wie man aus einem fahrenden Vehikel springt, um dem sicheren Tod zu entgehen.

Wie also geht man’s an? Wir fragen Andreas Petrides, einen der besten Stuntmen Englands, Gründer der British Action Academy und Inhaber eines Lebenslaufs, der „Star Wars“, „Mission: Impossible“ und vier „James Bond“-Filme inkludiert.

Zunächst antwortet er grundsätzlich: „In ­Extremsituationen müssen wir schnell Entscheidungen treffen und rasch reagieren. Der Schlüssel ist, Panik zu vermeiden – nur so können wir die Kontrolle behalten.“

Und dann konkret: „Du wirst vor dem Sprung Angst haben. Und es ist möglich, dass du dich verletzt. Prinzipiell sollten dich diese Techniken vor schwereren Verletzungen bewahren und vielleicht gar dein Leben retten.“ Und wir ergänzen: Don’t try this at home!

1 ACHTE AUFS TEMPO

„Je langsamer das Fahrzeug fährt, desto besser für dich – logisch. Denn so hast du mehr Kontrolle, und es braucht weniger Zeit, deinen Körper zu bremsen. Dadurch gibt es weniger Aufprallpunkte deines Körper am Boden. Umgekehrt gilt: Je schneller du dich überschlägst, desto mehr Reibung wirkt auf deinen Körper.“

2 WOHIN FÄLLST DU?

„Auch wenn’s im Inneren des Wagens zur Sache geht (Feuer? Kidnapper?), ein Blick nach draußen lohnt. Nämlich dorthin, wo du deinen Sprung landen wirst. Wasser wäre ideal – wenn es tief genug und frei von Hindernissen ist. Auf Gras oder Sand zu landen ist die zweitbeste Variante – und jedenfalls besser als ein harter Aufprall auf Asphalt oder Beton.“

3 LANDUNG VORBEREITEN

„Bevor du springst, schnapp dir möglichst etwas, das geeignet ist, deinen Aufprall zu dämpfen – zusätzliche Kleidung, Jacken, Kissen, Boden­matten … Du könntest sogar versuchen, den Rücksitz zu entfernen und darauf zu landen. Öffne die Autotür, so weit du kannst. Denn beim Sprung könntest du von ihr abprallen und unter die Räder kommen.“

„Auch wenn’s im Inneren des Wagens zur Sache geht (Feuer? Kidnapper?), ein Blick nach draußen lohnt sich.“
Stuntman Andreas Petrides

4 BLEIB TIEF UND LOCKER

„Wenn du das Fahrzeug verlässt, ­entspann dich so sehr wie möglich. Verkrampft zu sein macht den Aufprall härter! Je näher du dem Boden bist, desto besser, denn der erste Aufprall ist normalerweise der heftigste. Versuche gegen die Fahrtrichtung zu schauen – so kannst du rückwärts abrollen und dein Gesicht vom Boden weghalten.“

5 HALTE DIE STELLUNG

„Kinn zur Brust, Ellbogen und Knie angezogen, Beine leicht gebeugt. Beide Füße sollten das Auto gleichzeitig verlassen. Spring nicht zu hoch oder zu weit – das würde es bloß schwieriger machen, die Position des ­Körpers beim Aufprall zu erahnen. Versuche mit den Füßen zuerst aufzukommen und dann mit der Mitte des Rückens.“

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12 2015 The Red Bulletin

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