Vulkanausbruch

So überlebst du einen Vulkanausbruch

Illustration: Mark Thomas

Lava, Asche, Trümmer, giftige Gase, winzige Glassplitter in der Luft … wenn ein Vulkan ausbricht, möchte man nicht dabei sein. Aber was tun, wenn man’s doch ist?

Der preisgekrönte Geologe Professor Dougal Jerram weiß Rat, er studierte Vulkane auf der ganzen Welt. Den eigentlichen Ausbruch zu überleben ist nur der Anfang, sagt er, denn es folgen heiße Gase, Schlammflüsse und Felsbrocken. „Genau daran starben die meisten Einwohner Pompejis“ (beim Vesuvausbruch im Jahre 79 n. Chr.), erläutert er.

1 IN DECKUNG
Suche Schutz vor dem Regen aus Asche, Lava und Gestein, aber Achtung: Aufgehäufte Asche kann Dächer zum Einsturz bringen. Und wenn die Eruptionssäule kollabiert, können dich pyroklastische Dichteströme treffen – heißes Gas und Gestein mit bis zu 700 km/h. Suche also so schnell wie möglich eine sichere Fluchtroute aus der Deckung raus.

„Ein pyroklastischer Dichtestrom lässt dir kaum Überlebenschancen.“
Professor Dougal Jerram: preisgekrönter Geologe

2 UNTER DIE ERDE
Ein pyroklastischer Dichtestrom lässt dir kaum Überlebenschancen. Es sei denn, du findest einen stabilen Bunker unter der Erde. Beim Ausbruch der Montagne Pelée auf Martinique im Jahr 1902 starben über 30.000 Menschen, aber ein Sträfling in einer unterirdischen Zelle überlebte. Nach der Mount-St.-Helens-Kata­strophe 1980 kamen Erdhörnchen aus ­ihren Höhlen und staunten, dass alle Bäume verschwunden waren …

3 MASKE AUF
Explosive Ausbrüche füllen die Luft mit winzigen vulkanischen Glassplittern – die tödlich sind, wenn man sie inhaliert. Lavaströme enthalten unsichtbare Giftgase wie Schwefeldioxid. In beiden Fällen kann eine gute Gesichtsmaske Leben retten. Keine Maske zur Hand? Kleidung aus feinen Baumwollfasern befeuchten und über Mund und Nase halten.

Noch mehr Infos über einen Vulkanausbruch - und wie man ihn überleben kann.

© Discovery // YouTube

4 MEIDE FLÜSSE
Nach dem Ausbruch drohen Lahars: rasend schnelle Schlamm- und Schuttströme, ausgelöst durch geschmolzenen Schnee oder sintflutartigen Regen. 1985 starben mehr als 23.000 Menschen durch solche Schlammlawinen nach dem Ausbruch des kolumbianischen Vulkans Nevado del Ruiz. Lahars folgen Flussbetten und Ähnlichem, also unbedingt weg von solchen Vertiefungen!

5 BLEIB WACHSAM
Ausbrüche können zumindest teilweise vorhergesagt werden. Vulkanologen erstellen Gefahrenkarten auf der Basis von Ausbruchsaufzeichnungen, unterstützt von GPS-Kartografie und Drohnen, die ­Hitze und Gase messen. Warnsysteme in Risikogebieten helfen, Anzeichen für mögliche Fluten oder Tsunamis zu erkennen. Solche Maßnahmen sind unbezahlbar, denn bereits wenige ­Minuten können Leben retten.

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03 2016 The Red Bulletin

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