Solar Impulse 2 Plane

Mit dem Solarflugzeug um die Welt – und weitere verrückte Arten, den Globus zu umrunden

Bild: Solar Impulse | Revillard | Rezo.ch

Mit der Kraft der Sonne wollen zwei Schweizer in ihrem Solarflieger „Solar Impulse 2“ einmal um den Globus jetten. Bei Weitem nicht der einzige ungewöhnliche Weg für das Projekt Weltumrundung.

Einmal um die Welt ohne einen einzigen Tropfen Kerosin. Das Ziel, das sich die Schweizer Bertrand Piccard und André Borschberg gesetzt haben, war ambitioniert, aber es wurde erreicht. Es sollte die Möglichkeiten der Solarenergie aufzeigen und hatte einen beeindruckenden Ansatz. Das Flugzeug „Solar Impulse 2“ ist mit mehr als 17.000 Solarzellen so groß wie eine Boeing 747 und wiegt gerade mal so viel wie ein VW Passat.

Nach dem Start in Abu Dhabi im März des vergangenen Jahres schafften es die beiden Schweizer über Indien, China, Japan und Hawaii (mit einem längeren Aufenthalt) über den Pazifik bis nach Kalifornien. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Big Apple hat der Solarflieger in einem 70-stündigen Gewaltflug den Atlantik überquert. Von Sevilla aus ging es weiter nach Kairo und in der letzten Etappe schließlich wieder zurück nach Abu Dhabi.

Das ebenso wunderbare wie wunderliche Vorhaben hat so manchen berühmten Vorgänger. Vor dem Schweizer Duo haben schon zahlreiche andere Abenteurer allen Widerständen getrotzt und sich gleich den gesamten Erdball vorgeknöpft. Die Umrundung der Welt auf unkonventionelle Weise – eine Historie des Unfassbaren.

ANDREW SIESS: ZU FUSS UM DIE WELT

Sein Fitness-Tracker wäre stolz auf ihn gewesen: Andrew Siess‘ Weltumrundung gleicht einem Spaziergang XXL in Potenz. Insgesamt 1.020 Tage, also annähernd drei Jahre, war der US-Amerikaner für seinen Trip rund um die Welt unterwegs. Dabei durchquerte er 24 Länder und legte auf seinem Fußmarsch mehr als 38.000 Kilometer zurück. Als Ziel hatte er ausgegeben, nach Möglichkeit nicht zu fliegen und preiswert zu reisen. Das gelang ihm: Die Umrundung der Welt kostete ihn gerade mal 3.500 Euro. Das Innere eines Flugzeugs sah er dabei nur einmal, als er von einer Backpackerin umsonst auf ihr Flugticket gebucht und mitgenommen wurde.

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Erfahrung mit extremen Reisen hatte Siess bereits vorher gesammelt: Mit 19 fuhr er mit dem Fahrrad vom Nordosten der USA an die Südspitze Südamerikas. Zwei Jahre später bezwang er mit einem Kanu den Mississippi, den längsten Fluss Nordamerikas. Im Jahr darauf folgte eine Atlantik-Überquerung per Segelboot, Kollision mit einem Wal und Seenot inklusive.

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FELIX STARCK: PEDAL THE WORLD

Auf dem Fahrrad haben bereits einige den Globus umrundet. Die wenigsten von ihnen dürften einen so eindrucksvollen Dokumentarfilm über ihren abenteuerlichen Trip gedreht haben wie Felix Starck. 2013 machte sich der Herxheimer mit seinem Drahtesel, einer Videokamera und rund 55 Kilogramm Gepäck auf den Weg – ohne für das stramme Vorhaben trainiert zu haben.

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Seine Reise sollte dennoch ein großer Erfolg werden. Insgesamt 18.000 Kilometer legte der Deutsche auf seiner Weltreise zurück und besuchte dabei 22 Länder. Waden, die das Unvorstellbare runterradelten wie eine Fahrt zum Bäcker, und ein großer Sinn für die unendliche Schönheit des Reisens – eine Abenteuerstory, die beeindruckt. 

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ÁRON MÉDER: MIT DEM SEGELBOOT UM DIE WELT

Die Weltumrundung und der Wasserweg, diese Kombi wollte Áron Méder einfach nicht aus dem Kopf gehen. Schließlich machte sich der Ungar mit seinem sechs Meter langen Segelboot „Carina“ daran, den Plan für die Reise um die Welt in die Tat umzusetzen. Insgesamt drei Jahre, fünf Monate und 25 Tage investierte der Abenteurer für seinen Segeltrip, der ihn gigantische 55.000 Kilometer um den Erdball führte. Ob Motorschaden, lebensgefährliche Stürme oder andere bedrohliche Hindernisse – Méder aufhalten konnte am Ende nichts.

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07 2016 The Red Bulletin

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