Wie du über einen Ozean ruderst

Wie du über einen Ozean ruderst

Text: Mark Thomas

Für den Fall, dass du einmal in Kontakt mit einer 30 Meter hohen Welle kommst, hat Gavan Hennigan DIE Lösung für dich.
Gavan Hennigan
Das Gesicht hinter dem Wahnsinn: Gavan Hennigan

Falls du je vorhast, über einen Ozean zu rudern, kannst du von Gavan Hennigan ­einiges lernen. Am 15. Dezember brach er auf, um den Rekord der „Talisker Whisky Atlantic Challenge“ zu brechen. Es folgte ein 5000-Kilometer-Trip von den Kana­rischen Inseln in die Karibik, Hurrikane und 30 Meter hohe Wellen inklusive.

Vor seinem Start sagte Hennigan: „Ich bin ­bereit zu leiden.“

Worin er reichlich Erfah­rung hat: Mit 21 wollte er sich umbringen und war wegen Drogensucht in Reha.

„Seit dieser düsteren Zeit habe ich viel mehr Freude am Leben. Ich will als der Ire, der am schnellsten den Atlantik überquert hat, in die Geschichte eingehen.“
Gavan Hennigan

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1 Geh es ganz ruhig an

„Ich rechnete mir aus, dass ich bis zum Ziel 1,5 Millionen Ruderschläge brauchen werde. Aber während der Fahrt zu zählen, das hätte mich verrückt gemacht. Rudere am besten in überschaubaren Etappen, steck dir erreichbare Ziele. Mach nach zwei Stunden eine Pause, check die Lenkung, die Funkgeräte, die Solaranlage. Meide ­alles, was dich stresst und deinen Puls in die Höhe schießen lässt. Ich bleibe stets bei unter 125 Pulsschlägen pro Minute, um meinen Körper zu schonen.“

2 Rudere auch mal in die falsche Richtung

„Navigiere nach Zwischenstationen, ich etwa plante alle 450 oder 900 Kilometer ­einen Stopp ein. Manchmal ist es sogar ­vernünftig, sich vom Wind in die falsche Richtung treiben zu lassen, denn er kann dein Boot nach ein paar Tagen wieder auf die richtige Spur drücken. In der Seemannssprache spricht man in diesem Fall von ‚Luvgeschwindigkeit‘.“

After 49 days and 5000km... #twac2016 #rowgavrow

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3 Friss dich so richtig voll

„Ich nahm in den letzten sechs Monaten vor dem Trip zehn Kilo zu und hatte vor, auf der Reise täglich 5000 Kalorien zu mir zu nehmen. So viele werden mindestens empfohlen. Ich ernähre mich von Tiefkühlkost und MCT-Öl. Es ist Kokosöl ähnlich, riecht und schmeckt aber nach nichts, und wenn du einen Teelöffel davon ins Essen mischst, erhältst du eine Extraladung Fett und 300 bis 400 zusätzliche Kalorien.“

4 Zieh dich splitternackt aus

„Stoff reizt die Haut, weil du ja permanent nass bist und das Salzwasser scheuert. Schwielen an den Händen lassen sich nicht verhindern, aber am Hintern schon. Rudere also nackt. Ich sitze auf einem Stück Schaffell, das enthält wohltuende Öle.“

5 Schnall dich gut an

„Wenn ich mal muss, lege ich einen Klositz auf einen Eimer. Ist so ähnlich wie der Gang aufs Töpfchen als Kind. Während der Fahrt muss alles festgebunden sein, auch du selbst – du brauchst also jede Menge Sicherheitsleinen. Manövriere stets in Windrichtung oder dagegen, nach Mög­lichkeit niemals seitlich gegen den Wind. Bei hohem Seegang ist die Chance dennoch hoch, dass dein Boot kentert – da ist besser alles richtig gut festgezurrt. Mein Boot kann sich selbst aufrichten, die Kabine dient als riesiger Atemluftbehälter, wenn ich die Luken schließe.“

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03 2017 The Red Bulletin

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