Berge für Amateur-Bergsteiger

Drei beeindruckende Gipfel, die auch Amateure stürmen können

Foto: Pexels/Stefan Stefancik

Wir können nicht alle Reinhold Messner sein – einmal im Leben einen verdammt hohen Berg besteigen, ist trotzdem drin. Wir sagen dir, welche Gipfel du auch ohne technische Bergsteiger-Skills erreichen kannst.

Mit anständiger Kondition, gründlicher Vorbereitung und einem Mindestmaß an gesundem Menschenverstand sind einige Vier- oder sogar Fünftausender auch für dich machbar.

Diese 3 Berge erklimmst du ganz ohne Eispickel und Kletterschein:

  1. Fuji, Japan
  2. Mount Whitney, USA
  3. Kilimandscharo, Tansania

Fuji, Japan

Fuji

© goodfreephotos.com

Nicht nur, weil er mit seinen 3776 Metern der höchste Gipfel Japans ist, übt der Fuji eine besondere Anziehungskraft aus. Im Shintō ist der Berg heilig. Mit seiner nahezu perfekt symmetrischen Form wird er als Sitz verschiedener Gottheiten angesehen. 

Im Juli und August liegt auf dem Fuji kein Schnee, in dieser Zeit sind die Berghütten geöffnet und die Japaner pilgern scharenweise Richtung Gipfel. Um während des Aufstiegs nicht Schlange zu stehen (leider kein Witz), empfiehlt es sich, die Wanderung Anfang Juli unter der Woche anzugehen und nicht unbedingt den Yoshida-Wanderweg zu wählen, der als einfachste und beliebteste Route in rund zehn Stunden zum Gipfel führt. Für den längeren Gotemba-Wanderweg musst du rund 90 Minuten mehr einplanen und darfst auf weit weniger Hütten, Versorgungsstationen und Toilettenhäuschen hoffen – dafür ist diese Route weniger überlaufen. 

Auch, wenn sich die Distanz mit entsprechender Kondition an einem Tag bewältigen ließe, ist der Fuji nicht zu unterschätzen und eine Übernachtung in einer Hütte durchaus zu empfehlen. So vermeidest du nicht nur Übermüdung und Symptome der Höhenkrankheit – du kannst am frühen Morgen auch ganz entspannt den Sonnenaufgang über den Wolken genießen. 

Tipp: Am Gipfel angekommen kann es verdammt kalt werden, trotzdem solltest du einplanen, dass du auf deiner Wanderung ins Schwitzen kommst. Die Sommersonne brennt unbarmherzig und auf dem Vulkan gibt es keinen Schatten. Ausreichend Sonnenschutz und atmungsaktive Kleidung sind ein Muss.

Mount Whitney, USA

Mount Whitney

© Wikimedia // Geographer

Mount Whitney ist mit seinen 4418 Metern der höchste Berg der Sierra Nevada sowie der Vereinigten Staaten (außerhalb von Alaska). Auch wenn der Gigant im Sequoia Nationalpark erst einmal ziemlich respekteinflößend aussieht, können ihn auch Nicht-Profis bezwingen. Der bei Hikern beliebte Whitney Trail startet auf knapp 2550 Metern – damit ist ein gutes Stück bereits geschafft, bevor du überhaupt ins Schwitzen kommst. 

Bis zum Gipfel sind es weitere 17 Kilometer und rund 2000 Höhenmeter, die überwunden werden müssen. Ein Sonntagsspaziergang ist dieser Berg also sicher nicht. Auch diese Tour ist bei extrem frühem Start vor Sonnenaufgang theoretisch an einem Tag machbar. Es empfiehlt sich aber eine Übernachtung auf einem der Campingplätze einzuplanen, um sich an die Verhältnisse auf über 4000 Metern zu gewöhnen. Der Nachteil: Wer campen will, muss mehr tragen. 

Der Weg auf den Mount Whitney ist weitestgehend gut befestigt. Wegen der oft extremen Unwetter im Gebirge kann es aber selbst im Hochsommer vorkommen, dass du unterwegs auf überflutete Abschnitte, Eis oder Schnee stößt.

Tipp: Egal, auf welcher Route: Wer den Mount Whitney besteigen will, muss vorher eine Erlaubnis einholen. Die Zulassungen für Übernachtungen auf dem Berg sind begrenzt und werden unter allen Antragstellern in einer Lotterie verlost.

Kilimandscharo, Tansania

Kilimanjaro

© Flickr // Matt Kieffer

Mitten in der Savanne Tansanias ragt der Kilimandscharo 5895 Meter in die Höhe. Damit ist er das höchste Bergmassiv Afrikas und der höchste frei stehende Berg der Welt. Trotzdem können ihn auch Normalsterbliche erklimmen und die Tour hat einiges zu bieten. Auf dem Weg zum Gipfel wanderst du durch verschiedene Vegetationsstufen – von der Savanne über den Regenwald bis zum Gletscher ist alles dabei. 

Zum Ziel führen sechs verschiedene Routen: Die Machame-Route gilt dabei als die schönste. Sie ist weniger frequentiert als die nicht ganz so anspruchsvolle Marangu-Route. Für den Trip solltest du sechs bis acht Tage einplanen, dabei benötigst du einen einheimischen Guide, der dich durch die Bergwelt führt. Dein Gepäck wird von einem Träger zu den Stationen gebracht. Je nach gewählter Route übernachtest du unterwegs im Zelt oder in Berghütten.

Tipp: Der Weg auf den Kilimandscharo ist konditionell anspruchsvoll und erfordert Trittsicherheit. Die Wahrscheinlichkeit, den Gipfel auch tatsächlich zu erreichen, steigt mit einem zusätzlichen Akklimatisierungstag etwa auf halber Strecke.

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08 2016 The Red Bulletin

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