Newall Hunter - Grand Slam der Abenteurer

„Grand Slam der Abenteurer“ - Die Route

Foto: Henry Hunt
Text: Justin Hynes

Newall Hunter hat als einer von nur 15 Personen sowohl den Nord- und den Südpol erreicht, als auch die Seven Summits, den jeweils höchsten Berg der sieben Kontinente, bestiegen. Jetzt bist du an der Reihe!

Beim „Grand Slam der Abenteurer“ müssen die sieben höchsten Gipfel der Welt bestiegen und beide Pole erreicht werden, etwas, das bisher nur 15 Menschen gelungen ist.

Der letzte, der diese Challenge bewältigt hat, ist Newall Hunter aus Schottland. Hier erzählt er, was ihm während seines Abenteuers durch den Kopf gegangen ist.

DIE ROUTE:

  1. Antarktika, der Südpol
  2. Europa, Elbrus
  3. Nordamerika, Denali
  4. Ozeanien, Carstensz-Pyramide
  5. Arktis, der Nordpol
  6. Asien, Mount Everest
  7. Antarktis, Mount Vinson
  8. Afrika, Kilimandscharo
  9. Südamerika, Aconcagua
Grand Slam der Abenteurer
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1 ANTARKTIKA, DER SÜDPOL

2014/2015
Kosten: 70.000 Eur

„Solo vom Meer bis zum Südpol – auf der Messner-Route, die zuvor nur zwei Menschen genutzt hatten. Ich musste das Gewicht meines Gepäcks auf das absolute Minimum reduzieren. Ich war auf Skiern unterwegs, zwölf Stunden am Tag zog ich den Schlitten, 18 bis 28 Kilometer, je nach Gelände und Bedingungen. Ich verbrannte 10.000 Kalorien täglich, aber nahm ‚nur‘ 6500 zu mir. In diesen 41 Tagen verlor ich 18 ½ Kilo.“

„Ein Solotrip. Musste umso genauer vorbereitet werden. War hart.“

Alltäglich ist weder die Leidenschaft von Newall Hunter, noch diese durch ihn inspirierte Playlist.

2 EUROPA, ELBRUS

2016
Kosten: 5800 EUR

„Wenn man am Gipfel des Elbrus steht, erblickt man im Süden Georgien, im Westen die Ukraine und im Osten Tschetschenien. Großartig! Jeder besteigt den Elbrus von Süden her, was aber allzu einfach ist. Also nahm ich mir vor, den Berg von der Nordseite her anzugehen. Die nächste Stadt ist 90 Kilometer entfernt, im Geländewagen kämpfst du dich über unbefestigte Straßen. Im Winter legt man die letzten 20 Kilometer dieser Strecke bis zum Fuß des Berges auf Skiern zurück. Wir fuhren – als erste Menschen überhaupt – auf Skiern bis auf den Gipfel.“

„Wir waren die Ersten, die auf Skiern vom Basislager bis auf den Gipfel und wieder zurück fuhren. Zu Fuß würde ich nie raufgehen, auf Skiern war es angenehm.“
Europe, Mt Elbrus

Europa, Elbrus

© Dani Castillo Lofthouse

3 NORDAMERIKA, DENALI

Alaska, USA, 2010/2016
Kosten: 11.000 EUR

„Als ich beschloss, die Seven Summits anzugehen, begann ich mit einem schwierigen Berg, um mein Können zu testen: dem Denali. Er gilt zu Recht als kältester Berg der Welt, es war schrecklich. Du musst bei minus 36 Grad Celsius Zelte auf- und abbauen, dich anziehen, Skier an- und abschnallen, alles. Du brauchst einen wirklich exakten Plan, darfst deine Energie nicht vergeuden. Du bist den Elementen ausgesetzt, aber mit der richtigen Strategie kannst du mit allem fertig werden.“

„Gute Chancen zu erfrieren, wenn du nicht genau weißt, was du tust.“
North America, Mt Denali

Nordamerika, Denali

4 OZEANIEN, CARSTENSZ-PYRAMIDE

Indonesien, 2015
Kosten: 23.000 EUR

„Manche besteigen einen nur 2228 Meter hohen australischen ‚Berg‘ als Alternative, die Carstensz-Pyramide ist aber mit 4884 Metern ein richtiger Berg. Hier befinden sich die größte Gold- und die drittgrößte Kupfermine der Welt. Die indonesische Regierung sieht dich dort nicht gern, also flieg mit einem Heli drüber und lande auf den Ausläufern, um den Aufstieg zu beginnen.“

„Schwer zu erreichen, schwierig zu besteigen, politisch unsicher und sauteuer.“

5 ARKTIS, DER NORDPOL 

2013
Kosten: 35.000 EUR

„Nach dem Mount Everest dachte ich, dass ich nun die restlichen der Seven Summits besteigen sollte. Aber dann hatte ich Lust auf eine neue Herausforderung: den Nordpol. Du wanderst auf Skiern endlos vor dich hin, ziehst dabei deinen Pulka (einen Transportschlitten; Anm.) mit Zelt, Essen und Brennstoff drauf. Am Ende des Tages bleibst du stehen und baust dein Zelt auf. Man könnte auch sagen: eine Art Extrem-Camping.“

„Sehr kalt, sehr feucht. Schrecklich. Du frierst bis auf die Knochen und kannst nichts trocknen lassen.“
ASIA, MT EVEREST

Asien, Mount Everest

© newall hunter

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6 ASIEN, MOUNT EVEREST

Nepal, 2011
Kosten: 70.000 EUR

„Am Gipfel fühlte ich mich wie Rutger Hauer am Ende von ,Blade Runner‘. Aber ich meine nicht das Zitat ‚Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet‘, es ging mir vielmehr um seinen Gefühlszustand während der Rede. Ich freute mich über meinen Erfolg umso mehr, als ich nie an den Gipfelsieg gedacht hatte, sondern immer nur an den nächsten Schritt. Es gibt ein Video von mir, von ganz oben. Das Team sagt: ‚Herzlichen Glückwunsch! Wie fühlst du dich?‘ Und ich antworte: ‚Äh, lass uns einfach sicher wieder hinunterkommen.‘ Mehr Menschen sterben auf dem Weg nach unten, weil sie nachlässig werden.“

„Ganz oben bist du extrem gelassen. Bis dir klar wird: Das war ja erst die Hälfte des Weges.“

7 ANTARKTIS, MOUNT VINSON

Antarktis, 2015
Kosten: 17.000 EUR

„Normalerweise kostet die Vinson-Tour an die 50.000 Euro, aber ich zahlte bloß rund 17.000, weil ich schon dort war und mit der Logistik-Firma einen guten Deal aushandelte. Der Vinson ist ähnlich wie der Denali. Der Aufstieg ist nicht so schwer, doch die Steilwand ist gleich. Du kletterst an einer Stelle fünf, sechs Stunden lang auf Eis.“

„Die Reise zum Südpol und auf den Vinson bedeutete den größten Einschnitt in meiner Karriere. Der Großteil meiner Ersparnisse ging drauf, aber dafür hatte ich ja schließlich gespart.“
Staying warm in the Antarctica

Warm bleiben in der Antarktis am Mount Vinson

8 AFRIKA KILIMANDSCHARO

Tansania, 2004
Kosten: 5000 EUR

„Nichts am Kilimandscharo ist schwierig, es ist ein langer, sanfter Aufstieg. Aber viele Leute kämpfen mit Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Höhenkrankheit, weil sie zu schnell gehen. Fast 6000 Meter Höhe, das darf man nicht unterschätzen.“ 

„Bis zum Gipfel merkst du gar nicht, dass du auf einen Berg steigst.“

9 SÜDAMERIKA, ACONCAGUA

Argentinien, 2003
Kosten: 7000 EUR

„Der Aconcagua ist technisch gar nicht schwierig, dafür aber steil. Auf dem drei- bis viertägigen Weg zum Basislager ist es unglaublich heiß. Oberhalb des Basislagers wird es aber dann eiskalt. Die letzten 300 Meter sind wahnsinnig mühsam.“

„Die letzten 300 Meter zum Gipfel sind eine Hölle in Schutthaldenform.“
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03 2017 The Red Bulletin

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