Marc Janko Sydney FC Western Sydney Wanderers

Marc Janko bloggt: Gute Werte, gute Spiele

Marc Janko bloggt auf redbulletin.com: Teil 3 über seine wiedergewonnene Stärke und wieso das Ministerium wegen ihm anrückte.

Hi Leute!

Ich melde mich wieder mit einem neuen Blog aus Australien. Am Wochenende durfte ich mein Liga-Debüt für Sydney feiern. Und das gleich im Derby gegen die Western Sydney Wanderers vor einer beeindruckenden Kulisse. Die knapp 42.000 Zuschauer sind ziemlich abgegangen, die Stimmung war sehr aufgeheizt -  ähnlich wie bei einem Derby in Europa. Man kann es durchaus mit dem Wiener Derby vergleichen. Zwei rivalisierende Klubs, die sich nichts schenken. Dass wir am Ende nach 0:2-Rückstand noch 3:2 gewonnen haben, war natürlich perfekt.

Marc Janko Sydney FC Western Sydney Wanderers

Voller Einsatz

Beim Liga-Debüt wurde Marc gleich voll gefordert. Am Ende durfte er mit seinem Team einen 3:2-Sieg bejubeln.

© Foto: Getty Images

Mir persönlich ist es sehr gut gegangen. Ich habe 90 Minuten durchgespielt, konnte immer wieder wichtige Bälle sichern und weiterleiten. Es wird körperlich immer besser, das ist für mein Spiel das Um und Auf. Ich nähere mich immer mehr den 100 Prozent. Auch das Trainerteam war unheimlich zufrieden mit meiner Leistung. Wenn ich körperlich gut drauf bin, kann ich auch eine gute bis sehr gute Leistung abliefern.

Gerade nach dem Länderspiel gegen Schweden bin ich froh, dass ich jetzt wieder auf einem guten Weg bin. Es hat doch viele kritische Stimmen gegeben; die Zweifler sind wieder aus ihren Löchern gekrochen. Ich bin das mittlerweile zwar eh schon gewohnt, trotzdem hat es mich überrascht, wie schnell es geht. Etwas mehr Objektivität wäre schon wünschenswert. Aber es gibt da ein Sprichwort, das besagt: Man sollte sich immer auf das konzentrieren, das man ändern kann. Gewisse Meinungen kann ich ohnehin nicht ändern.

Der einzige Wermutstropfen war die Rote Karte gegen Moldawien. In der Rechtssprache würde man Affekthandlung sagen. Ich habe den Ellbogen in die Magengegend bekommen und mich dann zu einer Gegenreaktion verleiten lassen. Ich will aber nichts schönreden: Meine Rote Karte war nicht positiv, auch wenn ich sie nach wie vor für überzogen halte. Jetzt hoffe ich nur, dass die Herren das richtig beurteilen und ich gegen Russland wieder dabei sein kann.

Das Spiel gegen Montenegro konnte ich leider nicht live sehen, weil ich zu dem Zeitpunkt gerade in der Luft war. Ich bin dann aber in Dubai in die Lounge gestürmt, um gleich an W-Lan zu kommen. Es war ein sehr schönes Gefühl, als ich das Ergebnis gesehen habe. Es ist zwar noch ein langer Weg, aber es scheint der richtige zu sein. Sollten wir am Ende tatsächlich ganz oben stehen, wäre das eine unglaubliche Sache. Nicht nur für uns als Team, sondern für ganz Österreich. Wir sind wirklich enorm zusammengewachsen – auf und abseits des Platzes. Seit ich im Nationalteam bin, hat es noch nie so eine gute Gemeinschaft gegeben. Daran ist natürlich auch Marcel Koller „Schuld“ – im positiven Sinne.

Wieder positiv sind wie gesagt auch meine körperlichen Werte. Wir machen in Australien laufend Hautfalten-Tests. Die zeigen an, wie es um die generelle körperliche Verfassung steht. Ein Topspieler in einer europäischen Top-Liga hat einen Wert um die 60. Als ich in Australien angekommen bin, hatte ich um die 95 – also weit weg von einem guten Niveau. Vor dem Moldawien-Spiel hatte ich einen Wert um die 70, da ist also sehr viel weitergegangen. Mir macht es jetzt wieder richtig Freude am Feld zu stehen und mich nicht mehr herumquälen zu müssen.

Einen kleinen „Schockmoment“ gab es kürzlich übrigens auch: Meine Mutter hat mir via Air Cargo ein paar Fußballschuhe nach Australien geschickt. Was diese eigentlich harmlose Post noch auslösen sollte, war uns natürlich nicht bewusst. Wenn du das Paket abholst, musst du ein irrsinniges Prozedere über dich ergehen lassen, zig Formulare ausfüllen und dich genau erklären. Unter anderem in einem Vier-Augen-Gespräch mit der Polizei. Der Inspektor hat mich dann gefragt, was in dem Paket drin ist. 

Ich habe ihm erklärt, dass da Fußballschuhe drin sind. Er hat mich dann gefragt, ob da Dreck drauf ist, was ich dann bejaht habe, weil sie tatsächlich noch etwas schmutzig waren. In dem Moment hat er zum Hörer gegriffen und das gesamte Gepäck in die Quarantäne geschickt. In Australien gibt es nämlich ganz strikte Auflagen, weil sie Angst haben, dass man irgendwelche Viren mit ins Land bringt. Es gab dann einen extra Termin mit einem Beamten vom Umweltministerium. Vorher musste ich noch die Schuhe reinigen, erst dann habe ich das Gepäck bekommen. Wenn es ganz blöd läuft, musst du die Sachen wegschmeißen. Ich habe jedenfalls daraus gelernt, meine Sachen künftig ganz genau zu putzen.

Zum Abschluss möchte ich noch eine Gratulation nach Salzburg schicken. Und zwar an Johnny Soriano: Ich habe mitbekommen, dass er meinen Torrekord (126 Treffer für Salzburg) am Wochenende gebrochen hat. Für mich war das absolut absehbar, weil er ein unglaublich toller Stürmer ist. Ich bin froh, dass Salzburg einen so tollen Spieler in seinen Reihen hat. Für die weitere Zeit in Salzburg wünsche ich ihm nochmal so viele Tore – also Johnny, Gratulation nochmal!

Bis zum nächsten Mal,

Euer Marc

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09 2014 redbulletin.com

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