Vendée Globe Hochseeregatta

Vendée Globe: In 78 Tagen um die Welt

Text: Alexander Macheck, Arek Piatek und Pierre-Henri Camy
Foto: B.Stichelbaut

Die Vendée Globe ist der Mount Everest der Hochsee-Regatten. Wer hier mitfährt, muss einmal um den Globus segeln: allein, non-stop und ohne Hilfe von außen. 

Wer bei der Vendée Globe 2016 ­bestehen will, muss Stürme, Wellen­gebirge, eisige Kälte, Einsamkeit und Schlafmangel überleben.

Von den 138 Skippern, die sich dieser Herausforderung seit dem ersten Rennen im Jahr 1989 stellten, schafften es 71 ins Ziel. Alle anderen gaben auf, wurden ­disqualifiziert oder starben.

Keine Hilfe auf hoher See

Im Bild: Mike Golding (UK) in der Vendée Globe 2012

© VINCENT CURUTCHET​/Dark Frame

Am 6. ­November starten 30 der weltbesten Segler in der achten Ausgabe dieser ultimativen Solo-Regatta.

Vom französischen Les Sables-d’Olonne startend, einmal rund um die Welt, immer von Westen nach Osten. Macht insgesamt 44.000 Kilometer Strecke.

Es herrscht eine strenge „No Assistance“-­Regel: Die Starter ­dürfen mit Ärzten telefonieren, um sich Rat zu holen – mehr nicht.


Erfahre mehr über die Schlüsselpassagen der Strecke:

Vendée Globe: Die gefährlichsten Passagen der Route

Vom französischen Les Sables-d'Olonne startend, einmal rund um die Welt: Wir zeigen dir die gefährlichsten Passagen des Vendée Globe Yacht Race.

Vendee Globe

© VINCENT CURUTCHET/Dark Frame

Die Yacht der Vendée Globe ist eine „Open 60“. Die Zahl im Namen bezieht sich auf die Länge des Schiffs, gemessen in Fuß, das entspricht 18,29 Metern. Erstmals im Einsatz: bootsbeschleunigende „Foils“. Eine Weltumsegelung in unter 78 Tagen ist 2016/17 daher denkbar.


Um mehr über die Yacht zu erfahren, klicke hier:

Vendée Globe Regatta: Das Boot

Vendée-Globe-Yachten sind trotz Hightech verwundbar. Häufigste Ausfallsgründe: Mast-, Materialbruch und Kollisionen mit „Unknown Floating Objects".

Vendée Globe Yacht Racing

Die Vendée-Globe-Regeln sind einfach und brutal. „Non-stop“ etwa heißt: Die Starter dürfen während der Regatta nicht an Land gehen.

© VINCENT CURUTCHET​/Dark Frame

„Auf dem Boot bist du ­allein. Und alles in einem: Koch, Mechaniker – und dein eigener Arzt.“
Yann Eliès (FRA)

Yann Eliès, der dreifache Sieger der renommierten Einhandregatta „Solitaire du Figaro“, ist 2016 bei der Vendée Globe erneut am Start.


Erfahre hier alles über seinen Unfall bei der Vendée Globe 2008:

Segler Yann ­Eliès: Sein gefährlichster Moment der Vendée Globe

In Lebensgefahr entwickelst du Kräfte, von ­denen du nichts wusstest. Das ist wirklich so. Ein Urinstinkt, der dich packt, du wirst zum Tier. Und du willst nur eins: überleben. Irgendwie zog ich mich, vor Schmerz schreiend, an der Reling an Bord. Ich kroch ins Cockpit und orderte Hilfe übers Satellitenhandy.

Extreme Konditionen an Bord

Vendée-Globe-­Training: Skipper Alex Thomson (GBR) übt auf der ­rauen See des ­Ärmelkanals.

© Christophe Launay

„Das Meer kann sich urplötzlich vom ruhigen in einen lebensbedrohlichen Ort verwandeln.“
Alan Roura (CH)

Der Schweizer Alan Roura kennt sich aus mit den Strapazen auf hoher See und dem mulmigen Gefühl vor dem Start der ultimativen Segel-Regatta.


Hier erfährst du, wie er damit umgeht:

Vendée-Globe-Debütant Alan Roura zwischen Thrill und Strapazen

Es gibt ein mulmiges Gefühl beim Abschied von deiner Familie. Denn, machen wir uns nichts vor: Das Risiko, sie nicht wiederzusehen, ist da. Die größten Gefahren da draußen? Kollisionen mit UFOs (Unidentified Floating Objects; Anm.). Also im Wasser treibende Container, Baumstämme und Eisberge ...

Vendee Globe

Vendée Globe 2012: Start von Javier ­Sansó. Tage später ­brachte ein Brecher sein Boot zum Kentern, man barg den Spanier per Hubschrauber aus dem Wasser. Lebend.

© VINCENT CURUTCHET​/Dark Frame

„Du musst dich für die richtige Strategie entschieden – dazu brauchst du Erfahrung. Diese Rennen werden daher eher von alten Hasen gewonnen.“
andreas hanakamp (aut)

Offshore-Crack Andreas Hanakamp ist ein österreichischer Spitzensegler und mehrfacher Olympiateilnehmer.


Hier gibt er einen Vorgeschmack darauf, was nötig ist, um das Rennen zu gewinnen …

Andreas Hanakamp: Worauf es bei Vendée Globe ankommt

Vendée-Globe-Veteran Andreas Hanakamp über die Disziplin, einzig genau das zu tun, was uns unserem Ziel näher bringt. Und wie man bei drei Stunden Schlaf pro Tag in drei Monaten die Erde umrundet.

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11 2016 The Red Bulletin

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