Petra Nemcova, Alessandra Ambrosio und Heidi Klum

Cannes Film Festival - Alle spielen verrückt und nur einer kann uns retten

Text: Rüdiger Sturm
Bild: Amfar/Instagram

Die 69. Auflage der Filmfestspiele von Cannes ist in vollem Gange, wir sind live dabei. Top-Models und die Gier nach den Stars sorgen für Chaos. Doch Rettung naht.

Das ist Cannes: In tief geschnittenen Abendkleidern laufen Supermodels wie Alessandra Ambrosio, Karlie Kloss, Bella Hadid oder Toni Garrn durch den Paradiesgarten des Hotels du Cap. Währenddessen trällert Katy Perry ein paar lustige Liedchen, Kevin Spacey reißt Späße über Donald Trump und Leonardo Di Caprio schreibt Nachrichten auf seinem Smartphone.

Ist das Cannes? In solche Supergalas wie die der AIDS-Stiftung amFAR hat kein normaler Besucher Zutritt. Abgesehen davon finden sie nicht im Festivalgetümmel, sondern im Strandort Antibes statt. Das vermeintliche Wunderland ist ein Dschungel. Die Models, die es dort zu sehen gibt, staksen durch den Kunsthorrorfilm „Neon Demon“ und fressen einander sprichwörtlich auf. 

Die Teilnehmer wiederum sind verrückter als der Hutmacher – Filme werden entweder mit hysterischem Applaus oder brutalen ‚Buhs’ aufgenommen. Fast könnte man glauben, die Soldaten und Polizisten, die durch die Straßen des Mittelmeerstädtchens paradieren, sind nicht wegen möglicher Terrorattacken da, sondern um die Besucher vor sich selbst zu schützen.

Akkreditierte keilen sich um Einlass in den Vorführungen, während Teenager in Abendkleidern die Eingänge säumen, um um Eintrittskarten zu betteln. Kein Wunder wenn eine Lea Seydoux im Interview ihre Liebe zu „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker“-Philosoph Nietzsche gesteht.

Zum Glück kommt zum Abschluss ein Mann, der mit diesem ganzen Chaos aufräumen kann. Morgen gibt es ein Stelldichein mit Mel Gibson. Oder lässt er sich von dem Wahnwitz anstecken und gibt den Mad Max?

Falls letzteres zutrifft, dann sei auf Altrocker Iggy Pop verwiesen, der an der Croisette mit einer Doku präsent war. Nach seinem Rezept für den Weltfrieden befragt, meinte er: „Leute, bleibt doch einfach ruhig.“

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05 2016 The Red Bulletin

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