Donnie Darko kommt wieder ins Kino

„Donnie Darko“ - 15 Jahre Kult

Text: James Luxford

Der düstere Kultstreifen „Donnie Darko“ fesselt noch genauso wie vor 15 Jahren. Regisseur Richard Kelly blickt zurück in eine wahnwitzige Welt, die er schuf.

THE RED BULLETIN: Wie schwierig war es damals, den Film zu produzieren?

RICHARD KELLY: Schwierig? Auf den ersten Blick schien es unmöglich. Aber es wurde zur Mission für mich. Ich wollte beweisen, dass sich die Story verfilmen lässt – unter meiner Regie. Obwohl schnell klar wurde, dass die 4,5 Millionen Dollar Budget zur Verfilmung dieser unglaublich anspruchsvollen Story nicht reichen würden. Im Film vergehen bis zur Apokalypse und dem Beginn des Tangentenuniversums 28 Tage – genauso lang sollten die Dreharbeiten dauern. Es schien, als würde uns auch ein Untergang bevorstehen …

Wie kamen Sie auf Jake Gyllenhaal für die Hauptrolle?

Ich traf Jake in Drew Barrymores Büro am Sunset Boulevard. Mein Bauchgefühl sagte mir: „Das ist der Richtige.“ Er hatte diese besondere Ausstrahlung. Und er brauchte zu diesem Zeitpunkt die Rolle ebenso sehr wie die Rolle ihn. Als Regisseur willst du genau solche Leute haben.

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Was macht den Film selbst über die Jahre so populär?

Er greift dieses Grundgefühl des Alleinseins auf, diese gesellschaftlichen Erwartungen, die man nicht erfüllen kann. Vieles davon macht man ab der Pubertät durch. Man wird erwachsen und stellt fest, wie enttäuschend die Welt im Grunde ist. 

Eine 4K-Version von „Donnie Darko“ erscheint nun auf Blu-ray.

© YouTube // Philip K.

Wie sehr beeinflusste die anhaltende Beliebtheit des Films Ihre Karriere?

Es ist eine Ehre, dass die Leute noch immer über den Film reden. Es motiviert, meine eigenen Storys zu erzählen und nicht nur solche, die sich gut verkaufen. Komplexe Storys, die einen zum Nachdenken bringen und nicht so leicht vergessen werden. 

Publikumslieblinge mit Anlauf
Drei weitere Filme, die nach einem holprigen Start noch Kultstatus erreichten

„Blade Runner“ (1982)

© YouTube // Kinoschmiede

Kaum zu glauben, aber Ridley Scotts Sci-Fi-Meisterwerk stieß anfangs auf verhaltene Reaktionen. Erst ab 1992 stiegen die Besucherzahlen dank TV und VHS, es folgten ein Director’s Cut und ein „Final Cut“. 2017 kommt der Nachfolger. 

Kult, aber unbelohnt

Sie schenkten uns Momente für die Ewigkeit. Und blieben oscarlos. Wir ehren sie hier.

„Brazil“ (1985)

Der Release wurde verschoben, weil sich Regisseur und Studio über Länge und Inhalt stritten. Für ein Massenpublikum war er zu düster, für Sci-Fi-Kenner ist er längst Kult. 

„Fight Club“ (1999)

© YouTube // Klassik Trailer

Schon vor dem Kinostart wurde – US-typisch moralinsauer – das Filmende in einer Talkshow gespoilert. Nicht gut fürs Eröffnungswochenende. Trotz der Startschwierigkeiten mittlerweile einer der großen Klassiker der Filmgeschichte.

  
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01 2017 The Red Bulletin

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