Hollywoods wahre Heldengeschichten: „Sully“

Hollywoods wahre Heldengeschichten

Foto: Courtesy of Warner Bros. Pictures

Ein Flugzeug landet mitten auf dem Hudson River – alle überleben. Eine einzige Frau legt sich mit korrupten Wirtschaftssystemen an, um die Natur und Menschen zu retten – und gewinnt. Die unglaublichsten Geschichten Hollywoods haben in Wahrheit oft reale Vorbilder.

Wer erinnert sich nicht an den Tag, als Chesley B. Sullenberger im Jahr 2009 ein Flugzeug auf dem Hudson River in New York notwasserte? Der Pilot wurde damals zum Helden, da er dank seines Mutes das Leben von 155 Passagieren rettete.

Diese Geschichte hätte wohl der beste Drehbuchautor nicht schreiben können – Glück für Hollywood, am 1. Dezember kommt der Streifen über die spektakuläre Notlandung in die deutschen Kinos. In der Hauptrolle, na klar, Tom Hanks.

„Sully“, dessen Titelheld sich seit dem Jahr 2010 im Ruhestand befindet, ist bei weitem nicht der erste Film, der auf wahren Heldentaten basiert:

  • „Schindlers Liste“
  • „Erin Brockovich“
  • „Hotel Ruanda“
  • „The Imitation Game”
  • „Argo”
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„Schindlers Liste“

© youtube // Moviedinho

Der Film über den deutschen Industriellen Oskar Schindler kam 1994 in die Kinos und ist mit seinen über drei Stunden Länge ein wahres Epos. Schindler rettete im Zweiten Weltkrieg mehr als 1200 Juden vor dem sicheren Tod in Vernichtungslagern, indem er sie in seinen Rüstungsbetrieben beschäftigte. Liam Neeson schlüpfte in die Rolle des Helden, Steven Spielberg produzierte den Streifen und führte ebenfalls Regie. Sieben Oscars waren die Belohnung für das Mammutprojekt, das ein ergreifendes Stück Geschichte aufgearbeitet hat.

Das wurde aus Oskar Schindler: Beruflich hatte er nach dem Krieg wenig Erfolg, ging mit verschiedenen Firmen Pleite. Bis zu seinem Tod im Jahr 1974 lebte Schindler abwechselnd in Frankfurt und Jerusalem.

„Erin Brockovich“

© youtube // UniversalMoviesDE

Sie ist eine echte amerikanische Heldin und ihr Schicksal bewegte dank des gleichnamigen Films aus dem Jahr 2000 Millionen Menschen auf der ganzen Welt: Als alleinerziehende Mutter von drei Kindern hatte Erin Brockovich in den 1990er Jahren als Rechtsanwaltsgehilfin durch hartnäckige Nachforschungen belegt, dass ein amerikanisches Unternehmen über 20 Jahre hinweg giftiges Chrom in das Grundwasser der kalifornischen Gemeinde Hinkley gespült hat und somit das Trinkwasser vergiftet wurde. Julia Roberts schlüpfte in die Rolle der Umweltaktivistin und bekam für ihre Darbietung den Oscar als beste Hauptdarstellerin.

Das wurde aus Erin Brockovich: Aufgrund ihrer Bekanntheit schrieb sie mehrere Bücher und arbeitete beim Fernsehen. 2013 machte die wahre Erin Brockovich jedoch Negativschlagzeilen, als sie betrunken am Steuer eines Bootes erwischt wurde.

„Hotel Ruanda“

© youtube // fabiobilal

Im Jahr 2004 sorgte der Film „Hotel Ruanda“ für viel Wirbel. Dieser thematisierte den Völkermord an den Tutsi und Hutu zehn Jahre zuvor in dem ostafrikanischen Land. Fast eine Million Menschen wurden damals innerhalb von nur 100 Tagen umgebracht. Der Hotelmanager Paul Rusesabagina versteckte 1268 Verfolgte in seiner Unterkunft „Des Mille Collines“ und rettete ihnen damit das Leben. Don Cheadle als Hoteldirektor, Nick Nolte und Joaquin Phoenix sorgten für absolute Starbesetzung. 

Das wurde aus Paul Rusesabagina: Die Heldengeschichte hat mittlerweile einen faden Beigeschmack bekommen. Der heute 62-jährige Rusesabagina lebt im Exil. Seine Kritiker werfen ihm vor, sich während des Völkermordes an den Flüchtlingen finanziell bereichert zu haben.

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„The Imitation Game“

© youtube // vipmagazin

Der Streifen aus dem Jahr 2014 war ein weiterer Erfolg für Benedict Cumberbatch. Er spielt den Mathematiker, Kryptoanalytiker und Informatiker Alan Turing, der im Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Entzifferung der mit der Enigma-Maschine verschlüsselten deutschen Funksprüche beteiligt war. 2015 wurde der Film mit dem Oscar für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet. 

Das wurde aus Alan Turing: 1952 wurde das Genie wegen seiner Homosexualität zur chemischen Kastration verurteilt. Er bekam Depressionen und beging zwei Jahre später Selbstmord.

„Argo”

© youtube // KinoCheck

Eine Geschichte, die zu verrückt ist, um wahr zu sein - eigentlich: Während einer Geiselnahme im Jahr 1979 in Teheran schaffen es sechs US-amerikanische Diplomaten zu fliehen und sich in der kanadischen Botschaft zu verschanzen. Um sie außer Landes zu schaffen, ohne dass sie als die flüchtigen Geiseln erkannt werden, was ihren Tod bedeutet hätte, kam CIA-Mitarbeiter Tony Mendez auf eine schier wahnsinnige Idee: die Sechs sollten sich als Filmteam mit kanadischen Pässen ausgeben, die im Iran auf der Suche nach Kulissen waren, um einen Science-Fiction-Film zu drehen. Der Verfilmung und Hauptrolle dieser aberwitzigen Story nahm sich Ben Affleck an. Kein Wunder, dass „Argo” im Jahr 2013 einen Oscar als bester Film erhielt. Spoiler-Alarm: wie auch im wahren Leben endet der Film mit einem Happy End. 

Das wurde aus Tony Mendez: Viele Jahre war der CIA-Agent Mendez nur ein stummer Held: seine Geschichte durfte, wie alle Geheimdienstgeschichten, nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Erst in den 1990er Jahren wurde die Heldentat rund um Tony Mendez’ geniale Rettungsaktion publik, da US-Präsident Clinton die Akten dazu freigab.

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11 2016 The Red Bulletin

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