Iwan Rheon

Iwan Rheon: der fieseste Charakter in „Game of Thrones“

Text: Rüdiger Sturm
Foto: HBO

Auch abseits des Drehs kennt Iwan Rheon mit seinem „Game of Trhones“-Kollegen Alfie Allen keine Gnade. Zum Glück ist der 30-Jährige beim Interview wesentlich sanfter gestimmt.

THE RED BULLETIN: Sie spielen die sadistischste Figur in „Game of Thrones“. Wie reagieren die Leute in der Realität auf Sie?

IWAN RHEON: Die wissen doch, dass ich ein Schauspieler bin. Ein paar meinen ‚Ich möchte dir am liebsten ins Gesicht schlagen’. Aber bislang hat es keiner probiert, was ich sehr nett finde.

Sie haben also nichts dagegen, in die Haut eines solchen Ekels zu schlüpfen?

Immerhin macht er seine Drecksarbeit selbst, das ist doch schon mal was Positives und kann sogar lustig sein. Die Szene in der letzten Staffel, in der er Sansa Stark vergewaltigt, war nicht so hübsch, aber ich bin nun mal ein Profi und muss so etwas durchziehen. Ich habe bloß Bedenken, dass man mich künftig nur in solchen Rollen besetzen will und ich das bis zum Ende meines Lebens spielen muss. Andererseits sind die Bösewichte oft interessanter als die guten Jungs.

Der Trailer von Game of Thrones: Staffel sechs

© GameofThrones // YouTube

Wenn Sie selbst mal mies drauf sind, wie reagieren Sie sich ab?

So wie jeder andere Mensch auch – ich versuche etwas Entspannendes zu tun, hänge mit Freunden ab. Ich orientiere mich sicher nicht an Ramsay Bolton. Du darfst es nicht zulassen, dass dir solche Rollen unter die Haut gehen.

Sie sind also ein grundgütiger Mensch?

Ich schlage nicht mal Wespen tot.

Aber welche Todesart würden Sie einem Ramsay Bolton wünschen?

Irgendwas Spektakuläres und Episches. Am besten durch einen Drachen. Es wäre deprimierend, wenn er einfach nur vom Pferd fallen würde.

Iwan Rheon as Ramsay Bolton - photo Helen ...

Iwan Rheon as Ramsay Bolton - photo Helen Sloan/HBO

Wie ist eigentlich Ihr Verhältnis zu Ihrem Kollegen Alfie Allen, den Sie in der Serie brutalst foltern?

Sehr gut, weil wir so viel Zeit miteinander verbringen. Wir gehen gemeinsam Abendessen oder ein Bier trinken, spielen Billiard.

Ist es nicht ein bisschen merkwürdig, dass Sie sich so gut verstehen?

Oft höre ich von Leuten: ‚Ich kann es nicht glauben, dass ihr zusammen abhängt.’ Aber wir sagen dann: ‚Glaubt ihr auch an Drachen?’ – Das ist Fantasie. Wir sind gute Freunde und haben gemeinsam unseren Spaß. 

Und Sie haben es genossen, ihn vor der Kamera zu kastrieren?

Bei den Nahaufnahmen ist Alfie nicht mal anwesend gewesen. Da gab’s nur ein Stück Plastik und ich stand da mit meinem Messer und musste darauf achten, dass ich das richtig in die Kamera halte, damit man das Blut sehen kann. Das fühlte sich nicht so an, als würde ich was Brutales tun. Den Eindruck kriegt man erst, wenn alles zusammengeschnitten wird.

„Irgendwas Spektakuläres und Episches. Am besten durch einen Drachen.“
Welche Todesart sich Iwan Rheon für Ramsay Bolton wünscht

Aber Sie sind aber auch real nicht nett zu Ihrem Kumpel. Angeblich ziehen sie ihn beim Billiard ab.

Ja, momentan habe ich eine ziemliche Siegessträhne.

Haben Sie nicht ein bisschen ein schlechtes Gewissen? Sie verpassen ihm noch einen richtigen Verliererkomplex …

Er hat alle Chancen auf der Welt, mich zu schlagen. Aber ich gebe es zu: Es macht mir ziemlich viel Spaß. Denn er ist ein ganz schlechter Verlierer. Und wenn er dann mal gewinnt, dann lässt er das auf ziemlich uncoole Weise heraushängen.

Ramsay Bolton wäre nichts ohne seinen Vater. Was ist der beste Rat, den Sie von Ihrem bekommen haben?

Pass besser auf dein Geld auf!

Tun Sie das auch?

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04 2016 The Red Bulletin

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