Die besten Filme im Februar

Kinostarts: Die besten Filme im Februar

Text: Marco Rauch
Foto: Universial Pictures

Die Kinotipps für Februar: Diese Filme sollten Cineasten auf ihrer Liste haben.

Mit Ben Affleck, Denzel Washington und Josef Hader gibt es diesen Monat gleich drei Schauspieler, die selbst die Regie bei ihren Filmen übernehmen. In „Rings“ lehrt das Mädchen aus dem Brunnen wieder das Fürchten. Die Fortsetzung von „Fifty Shades of Grey“ wird vielleicht noch verruchter und noch erfolgreicher. Und Keanu Reeves lässt es als „John Wick“ wieder ordentlich krachen.

Darüber hinaus gibt es Neues von …

  • Mark Wahlberg
  • ​Paul Verhoeven
  • Lego und Batman
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Die 11 besten Filme des Monats

„Rings“ ist ab 2. Februar im Kino zu sehen.

© Youtube // ParamountPicturesGER

Rings (02.02.)

Samara, das Mädchen aus dem Brunnen, klettert wieder nach oben und direkt in die Wohnzimmer der Zuschauer. Gemeint sind damit allerdings nicht die Kinogeher, sondern die unglücklichen, die sich Samaras Video ansehen. Hat man es einmal gesehen, vergisst man es nie wieder - ja, und, quasi so als Randnotiz, man hat danach nur noch 7 Tage zu leben. Das nennt man einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

„Live by Night“ läuft am 3. Februar in den Kinos an.

© Youtube // Warner Bros. DE

Live by Night (03.02.)

Ben Affleck inszeniert sich selbst in der Hauptrolle in einem Gangsterthriller zur Zeit der Prohibition. Im südlichen Florida der 30er Jahre klettert Joe Caughlin, der eigentlich als Sohn eines Polizeicaptains einen anderen Beruf anstreben sollte, die Verbrecher-Karriereleiter nach oben und mischt kräftig mit am Alkohol-Schwarzmarkt.

„Live by Night“ basiert übrigens auf einem Roman von Dennis Lehane, der schon die Vorlagen für Filme wie „Mystic River“, „Gone Baby Gone“ (Regie ebenfalls Ben Affleck) und „Shutter Island“ geliefert hat.

Am 3. Februar erobert „Hidden Figures - Unbekannte Heldinnen“ die Kinosäle.

© Youtube // FoxKino

Hidden Figures - Unbekannte Heldinnen (03.02.)

Drei afroamerikanische Frauen ermöglichen es der NASA und dem Astronauten John Glenn im Jahr 1962 als erster Amerikaner die Erde in einem Raumschiff zu umrunden. Dass man diesen drei Frauen, die sich mutig gegen Rassen- und Geschlechterdiskriminierung durchgesetzt bzw. jenen gesellschaftlichen Missständen getrotzt haben, ein filmisches Denkmal setzt, ist ohne Zweifel lobenswert.

Etwas skeptisch muss man nur sein, wenn man den Hang Hollywoods kennt, die amerikanische Geschichte herrlich zu verklären und durch eine rosa Brille zu betrachten.

„Fifty Shades of Grey“ läuft ab 9. Februar in den Kinos.

© Youtube // Universal Pictures Germany

Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe (09.02.)

Es ist wohl wenig verwunderlich, dass „Fifty Shades of Grey“ eine Fortsetzung bekommt. Nicht nur, dass die Romane ungemein erfolgreich waren, der erste Teil war es auch und ein filmisches Gesetz, dem gerade in der heutigen Zeit beinahe sklavisch gefolgt wird, lautet: Jeder erfolgreiche Film bekommt eine (hoffentlich noch erfolgreichere) Fortsetzung. Nun, was soll man sagen, auch der zweite Teil rund um Anastasia Steele (Dakota Johnson) und Christian Grey (Jamie Dornan) wird wohl ein Erfolg werden. Was man den Verfilmungen übrigens zugute halten muss: Sie sind qualitativ genauso anspruchsvoll wie die Vorlagen.

Ab 10. Februar im Kino: „The Lego Batman Movie“

© Youtube // Warner Bros. DE

The Lego Batman Movie (10.02.)

Batman kämpft wieder einmal gegen den Joker. Aber diesmal anders, als man es gewohnt ist. Nicht nur die Form (Lego), sondern auch die Geschichte ist in „The Lego Batman Movie“ mit weitaus mehr Humor gespickt. Irgendwie geht es auch viel mehr um den Alltag des Superhelden und seine persönlichen Probleme.

Gordon geht in Rente, seine Tochter hält nichts von einem “Helden”, der sich über das Gesetz stellt und noch dazu die Kriminalitätsrate wenig bis gar nicht senkt. Alfred macht Stress, weil sich Bruce Wayne nicht um seinen Adoptivsohn Dick Grayson kümmert und der Joker wundert sich, wieso Batman ihm noch nie die drei magischen Worte “Ich hasse dich” gesagt hat. Ja, auch so kann ein Superheldenfilm sein - immerhin sind die maskierten Rächer ja irgendwie auch nur Menschen.

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„The Girl with all the Gifts“ ist ab 10. Februar im Kino zu sehen.

© Youtube // SquareOne Entertainment

The Girl with all the Gifts (10.02.)

Wieder einmal sind es Zombies, die uns plagen und die Menschheit an den Rande der Vernichtung bringen. Doch diesmal geht es um ein kleines Mädchen, um Melanie, die sich nur halb in einen Zombie verwandelt hat. Mit ihrer Hilfe könnte man ein Heilmittel finden, blöd nur, dass sie dafür sterben müsste.

Gefällt der Kleinen sicher wenig und stellt die Frage, ob man einen Menschen opfern darf um die Menschheit zu retten oder ob Melanie nicht ohnehin schon den nächste Schritt in der Evolution darstellt. „The Girl with all the Gifts“ ist also quasi das „Resident Evil“-Gegenprogramm, wo Zombies nicht sinnlos niedergemetzelt werden sollen, sondern die Frage gestellt wird, ob sie nicht doch die besseren Menschen sind.

„Fences“ läuft ab 16. Februar in den Kinos.

© Youtube // ParamountPicturesGER

Fences (16.02.)

Denzel Washington kämpft um seinen nächsten Oscar - und das gleich an zwei Fronten. So wie Affleck inszeniert auch Washington sich gleich selbst und irgendwie macht das ja auch Sinn, denn wer sollte besser wissen, wie man ihn richtig und gekonnt in Szene setzt, wenn nicht er? Aber er kämpft in „Fences“ nicht nur um eine goldene Statue, sondern auch und vor allem um seine Familie und seinen Sohn.

Das gestaltet sich vor allem deshalb schwierig, weil er doch ein recht herrschsüchtiger und strenger Vater ist und damit gerade seinen Sohn vielleicht mehr von sich stößt, als ihm zu helfen. Der Lohn? Vier Oscar-Nominierungen, darunter eine für Washington als Bester Hauptdarsteller und eine für Viola Davis als Beste Nebendarstellerin.

Ab 17. Februar zu sehen: „Wilde Maus“

© Youtube // Filmladen Filmverleih

Wilde Maus (17.02.)

Früher oder später zieht es jeden Schauspieler mal hinter die Kamera. Diesmal gibt Josef Hader sein Regiedebüt (und hat auch das Drehbuch geschrieben, aber das ist kein Debüt für ihn). Und, wie seine Hollywood-Kollegen Affleck und Washington, inszeniert auch er sich selbst in der Hauptrolle.

Georg (Hader) wird von seinem profitgierigen Chef entlassen, will aber seiner Frau nichts davon sagen, also drückt er sich jeden Tag im Prater herum. Dort trifft er einen alten Schulkollegen (den einmaligen Georg Friedrich) und beginnt mit ihm die Renovierung der alten Hochschaubahn “Wilde Maus” - man hat ja sonst nicht viel zu tun. Und nachdem Georg am Abend ein wenig getrunken hat, fährt er immer wieder mal zum Haus seines ehemaligen Chefs und begeht von Vandalismus geprägte Racheaktionen - mal ehrlich, wer hatte nicht schon mal diesen Wunsch? Aber so befreiend dieser neue Lebensstil auch ist, er bleibt nicht ohne Folgen.

Ab 17. Februar in den Kinos zu sehen: „John Wick: Kapitel 2“

© Youtube // Concorde Movie Lounge

John Wick: Kapitel 2 (17.02.)

Scheinbar haben nicht alle kapiert, dass man sich mit John Wick besser nicht anlegt. Macht nichts, umso besser für die Zuschauer, denn John Wick tritt wieder in Aktion und schreibt das zweite Kapitel seiner Geschichte. Wieder begeht man den Fehler und tritt ihm quasi auf die Füße, aber jemand wie er lässt sich so etwas nicht gefallen.

Während anderen aber nur Beschwerdemails oder wütende Telefonanrufe (die meist in einer ewigen Warteschlange erstickt werden) bleiben, greift John Wick zu den Waffen und wehrt sich mit blanker Gewalt. Vielleicht nicht unbedingt eine Lebenslektion, die man hier lernt, aber trotzdem megacool und spannend.

„Elle“ ist ab 24. Februar im Kino zu sehen.

© Youtube // Filmladen Filmverleih

Elle (24.02.)

Paul Verhoeven hat es noch immer drauf. Nach einer brutalen Vergewaltigung entspinnt sich ein perfides Katz-und-Maus-Spiel zwischen Opfer und Täter. Doch lässt sich Michéle Leblanc (Isabelle Huppert, die für ihre Leistung eine Oscar-Nominierung als Beste Hauptdarstellerin bekommen hat) nicht so schnell in die Opferrolle drängen und macht quasi Jagd auf ihren Vergewaltiger.

Wer Filme von Verhoeven kennt („RoboCop“, „Total Recall“, „Starship Troopers“, aber auch „Basic Instinct“ und ja, „Showgirls“), der weiß, dass bei ihm unter der reißerischen Thriller-Oberfläche weitaus mehr steckt, meistens vor allem satirische Seitenhiebe auf unsere Gesellschaft und den Umgang mit unseren Mitmenschen. 

„Boston“ läuft am 24. Februar in den Kinos an.

© Youtube // STUDIOCANAL Germany

Boston (24.02.)

Beim Boston Marathon 2013 explodieren zwei Bomben im Zielbereich. Die Täter können fliehen und sofort beginnt eine Großfahndung. An sich, so geschmacklos es klingen mag, eine geeignete Geschichte, um sie dramaturgisch für einen Film aufzuarbeiten, der sowohl genug Spannung als auch Tragödie beinhalten würde. Man könnte die Angst vor und den Terrorismus an sich sowie die Jagd auf Täter kritisch hinterfragen. Wäre da nicht die Tatsache, dass Regisseur Peter Berg nicht gerade für sein Händchen bekannt ist, kritische Filme zu drehen, sondern dafür, Hurra-Patriotismus in reißerische Bilder und übertriebene Action zu verpacken. Aber wer weiß, vielleicht trifft das ja diesmal nicht zu. Man wird sich wohl selbst überzeugen müssen.

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02 2017 Pressplay für The Red Bulletin

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