Miley Cyrus

Miley Cyrus: Mein Weg nach oben

Text: Tim Möller-Kaya

Vom Kinderstar zur Aktivistin zur Popkultur-Ikone: Wie es MILEY CYRUS mit Mut und Selbstvertrauen an die Spitze schaffte.
Miley Cyrus
Miley Cyrus, 23

Teenie-Star, Schauspielerin,
Pop-Ikone

1992

Der Vater: Country-Star Billy Ray Cyrus.
Die Patentante: Country-Legende Dolly ­Parton.
Der Geburtsname: Destiny Hope, was man als doch einigermaßen optimistisches elterliches Statement werten darf.

Nach dem Besuch des MusicalsMamma Mia!“ dann der Satz, der den Weg vorgibt: „Das ist es, was ich tun will. Ich will eine Schauspielerin sein.“ Miley ist da acht. Sie geht ihren Weg seither unbeirrt.

2003

Die kleine Destiny zieht in Tim Burtons „Big Fish“ die erste Rolle an Land. Sie bereitet sich gewissenhaft auf ein Dasein als Kinderstar vor, nimmt Schauspiel- und Gesangsunterricht. Den Spitznamen Miley, eine Anlehnung an „Smiley“, erhält sie von den Eltern. Beim Casting für eine TV-Serie be­weist sie, wie viel Ehrgeiz in ihr steckt: „Zuerst meinten sie, ich sei zu klein und zu jung. Aber ich habe immer weiter vorgesprochen.

2006

Mileys Zielstrebig­keit zahlt sich aus: DisneysHannah Montana“, wo sie ein gewöhnliches Mädchen spielt, das insgeheim ein ­Popstar ist, geht durch die Decke. Die Klatsch­blätter sind voll von ihr. ­Miley sagt: „Vor allem will ich mir selbst treu bleiben.“ In dieser Zeit offenbart sie ihrer Mutter ihre Pansexualität. Seitdem macht sie sich via Social Media für die Lesbian/Gay/Bisexual/Transgender-Community stark.

2011

Nach vier Staffeln „Hannah Montana“, dem Film gleichen Namens und drei Musikalben ist Cyrus um 120 Millionen Dollar reicher und der größte Teeniestar aller Zeiten. Der Preis dafür? Alles, was eine normale Pubertät ausmacht, vom gebrochenen Herzen bis zu missglückten Tattoos, wird zum gefundenen Fressen für die Presse: Macht sie jetzt einen auf Britney [Spears] oder, schlimmer noch, auf Lindsay [Lohan]?

2012

Videos von Akustik-Coverversionen erobern YouTube, aber erst ihr Kurzhaarschnitt ändert alles. „Die Leute glauben, man fühle sich als Junge, aber eine Frau mit kurzen Haaren strahlt einfach Selbstbewusstsein aus“, sagt sie. „Viele meinen jetzt, ich sei eine Lesbe, aber im Gegensatz zu manch anderem, was über mich gesagt wird, betrachte ich das als Kompliment.“ Stoisches Resümee: „Haters gonna hate“ – ­ihren Erfolg schmälert das freilich nicht.

© YouTube // BBC Radio 1

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Miley Cyrus

2013

Bangerz“ – das Pop-Album mit Hip-Hop-Anleihen – schlägt wie eine Bombe ein, eine nackte Miley auf dem Wrecking Ball schwingt sich aufs „Rolling Stone“-Cover. Das sexy Twerking mit Robin Thicke bei den MTV VMAs sprengt Twitter-Rekorde. Bei den MTV EMAs raucht sie einen Joint, sagt, dass Gras und Ecstasy glücklich machen. Dem „Rolling Stone“ verrät sie: „Ich weiß, was ich tue, ich weiß, dass ich alle schocke.

2014

Nach dem Twitter-Rekord setzt sie noch einen drauf: Den Video Music Award fürs Beste Video („Wrecking Ball“, klar) nimmt stellvertretend ein Obdachloser entgegen. Der wird zwar per Haftbefehl gesucht, ihre Message kommt aber an: Medien berichten kaum über Jugendobdachlosigkeit. Unis bieten Miley-Cyrus-Kurse an.

© YouTube // MileyCyrusVEVO

2015

Steh zu deinen Entscheidungen, solange du niemanden damit verletzt“, sagt sie dem Magazin „Paper“, für das sie die Hüllen fallen lässt. Experimentierfreudig zeigt sie sich bei ihrem fünften Album „Miley Cyrus & Her Dead Petz“: Sie produziert es für nur 50.000 Dollar und stellt es kostenlos ins Netz. Einmal mehr geht sie ihren eigenen Weg.

2016

23 Jahre, tierlieb, bigender, Aktivistin – und Ikone der Popkultur: Instagram Top 20, Twitter Top 25, 55. auf Facebook. Für Woody Allens Amazon-Serie kehrt sie vor die Kamera zurück. Vielleicht gibt sie ihrem Langzeitlover Liam Hemsworth bald das Jawort. Gut möglich, dass es Miley jetzt ruhiger angehen lässt. Beweisen muss sie ja nichts mehr.

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09 2016 The Red Bulletin

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