Moderat: Gemeinschaftsprojekt Modeselektor und Apparat

Playlist: 5 Songs, die Moderat beeinflussten

   

Zur Feier ihres dritten ­Albums „III“ nennt Moderat-DJ Sebastian Szary fünf Songs, die ihn zu seiner Arbeit inspirierten.

Es war eine große Sache, als Modeselektor und Apparat, zwei Veteranen elektronischer ­Musik, 2009 ihr erstes gemeinsames Album veröfent­lichten. Gernot Bronsert und Sebastian ­Szary von Modeselektor standen für basslastige Dancehall- und Techno-Stampfer – sogar Radiohead waren bekennende Fans, während Sascha Ring alias Apparat eher fragile Ambient-Hymnen fabrizierte. 

Das Ergebnis der Kooperation? Melancholische Electro-Pop-hybride Charterfolge und europaweit ausverkaufte Konzerte. Zur Feier ihres dritten ­Albums „III“ erzählt Szary von fünf Songs, die ihn maßgeblich beeinflussten.

moderat.fm 

 

Hör dir Moderat’s Single „Running“ an

© Moderat // YouTube

The Beach Boys - „’Til I Die“ (Alternate Mix) (aus „Endless Harmony Soundtrack“)

„Ich hörte diese Version des Beach-Boys-Klassikers erstmals in einer TV-Adaption des Ibsen-Dramas ‚Hedda Gabler‘. Das Vibrafon-Intro ist unglaublich. Die clevere Melodie ist typisch für die Beach Boys, beeindruckt hat mich aber auch der schwebende, zugleich metallische Klang des Instruments – so sehr, dass ich mir ein Vibrafon zulegte. Ich bin noch Anfänger, aber ich habe es bereits für Tracks auf dem neuen Album benutzt.“

© rab2591 // YouTube

Laurie Spiegel - „Drums“ (aus dem Album „The Expanding Universe“)

„Ich stieß zufällig auf Laurie Spiegel, als ich online nach spannender elektronischer Musik aus den Siebzigern suchte. Sie ist eine faszinierende Person: mit siebzig immer noch ­aktiv, aber sehr zurückgezogen. Diese Perle wurde in meinem Geburtsjahr 1975 aufgenommen, aber sie klingt moderner als die meisten aktuellen Techno-Tracks. Spiegel nutzte besondere Sequenzer, sie ­gaben ihrer Musik eine präzise und futuristische Note.“

© fixfaxerify // YouTube

Laurel Halo - „Thaw“ (aus dem Album „Quarantine“)

„Die Cover-Illustration von Laurel Halos Debütalbum ‚Quarantine‘ zeigt Schulmädchen beim Selbstmord, das sagt einiges über ihren radikalen Zugang. Dieser Track ist ein großartiges Beispiel. Aufwühlende, sehr persönliche Texte, enorm ­intensive Musik, schräge Drums. Halo ist aktuell eine der interessantesten Persönlichkeiten im Musikbusiness, sie ignoriert Konventionen und erschließt mit jeder Platte neues Territorium.“

© David Dean Burkhart // YouTube

Speedy J - „Evolution“

„Dieser Techno-Klassiker aus dem Jahr 1991 veränderte mein Leben. Er bringt mich in den ‚Tresor‘ zurück, einen Berliner Club, in dem ­einige der ersten Technopartys der Stadt stattfanden. Wer am gnadenlosen Türsteher vorbeikam, betrat eine neue Welt, in der nichts zählte außer zuckendes Stroboskoplicht, Trockeneis und harte Beats. Es war eine komplett neue Art zu feiern. Ich war sechzehn, und ich liebte es.“

© Abstructure // YouTube

Depeche Mode - „Never Let Me Down Again“ (aus dem Live-Album „101“)  

„Das ist ein Song, den wir alle drei zutiefst lieben – besonders die Live-Version auf ‚101‘. Bei der Arbeit an Set-Listen für Touren holen wir uns meist Inspiration bei Depeche Mode. Nicht, dass wir annähernd so viele Hits hätten, aber ihre Shows sind perfekt strukturiert. Als sie vor ein paar Jahren in Berlin spielten, konnten wir uns davon überzeugen. Dave Gahans Schrei am Beginn des Songs ist mein persönliches Highlight.“

© Solitaire Laurent // YouTube

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07 2016 The Red Bulletin

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