Film-Remake: „Die glorreichen Sieben“

So glorreich sind die neuen „Glorreichen Sieben“

Bei einem Remake des Kult-Westerns kann man viel verlieren und wenig gewinnen. Regisseur Antoine Fuqua wagte es dennoch.

THE RED BULLETIN: Hand aufs Herz, wie glorreich ist das Remake im Vergleich zum Original von 1960?

ANTOINE FUQUA: Aber so was von! Es orientiert sich an Akira Kurosawas „Die sieben Samurai“ von 1954, was bekanntlich die japanische Vorlage der „Glorreichen Sieben“ war, und handelt wieder von Outcasts. Der Grundton ist aber moderner: Es gibt keinen Western-Slang, niemand spuckt Tabak. Zudem sind die Charaktere vielfältiger: Denzel Washington in der Hauptrolle, an seiner Seite Lee Byung-hun, ein Südkoreaner, Manuel Garcia-Rulfo, ein Mexikaner, und Martin Sensmeier mit indianischen Wurzeln.

Wie haben Sie Ihre Sieben gefunden?

Das war nicht einfach. Ich musste zunächst mal Denzel auf ein Pferd bekommen. Dann suchten wir einen neuen Steve McQueen und fanden ihn in Chris Pratt, der viele andere Angebote hatte, aber auf Western abfährt. Ich wollte auch Ethan Hawke und Denzel wieder zusammenbringen (beide spielten in Fuquas „Training Day“ [2001]; Anm.). Als Ethan das hörte, war er sofort dabei: „Egal was für eine Rolle, ich mache es.“ 

© YouTube // KinoCheck

Die glorreichste Szene im Film?

200 Pferde stürmen Richtung Stadt auf das große Finale zu. Es war großartig, die Szene aus mehreren Perspektiven zu filmen. Mein Favorit sind aber die Jungs, als sie die Straße entlangschreiten und einen Plan aushecken, um die Stadt zu beschützen – das sind für mich die glorreichen Sieben!

Und dann noch James Horners letzter Soundtrack …

Ich war am Boden zerstört, als er starb. Er hinterließ mir aber ein Geschenk: sieben Songs zum Skript. Als ich sie meiner Crew vorspielte, waren alle begeistert. Ich hab keine Ahnung, wie er das gemacht hat – er sah keine einzige Sekunde des Films.

  • „Die glorreichen Sieben“ starten am 30. September im Kino.

Pseudo-Cowboys

„Die sieben Samurai“, weniger glorreich nachempfunden.

„¡Drei Amigos!“ (1986)
Gleiche Story, statt sieben glorreichen Kämpfern sind es aber drei Vollpfosten, verkörpert von Chevy Chase, Martin Short und Steve Martin. Der Film schuf das neue Subgenre „Schauspieler versuchen sich als Helden“ („Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall“, „Das große Krabbeln“, „Tropic Thunder“).

„Sador – Herrscher im Weltraum“ (1980)
Executive Producer Roger Corman nannte es „Die glorreichen Sieben im All“. Aus der Originalbesetzung spielte Robert Vaughn, der Soundtrack kam von James Horner. Newcomer James Cameron übernahm die Spezialeffekte.

„The Ridiculous 6“ (2015)
Adam Sandlers Westernkomödie hatte mehr mit dem Titel gemein als beabsichtigt. Die Zuschauer verliehen 0 % auf Rotten Tomatoes.

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09 2016 The Red Bulletin

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