Wax Wreckaz

So bringst du jede Party zum Kochen

Text: Florian Obkricher
Foto: Hannes Sautner  

Mit seiner Crew Wax Wreckaz rockt er die besten Clubs Europas. Hier nennt Busy Fingaz zehn Tracks, die jede Tanzfläche füllen.

Das Red Bull Thre3style ist der größte DJ-Wettbewerb der Gegenwart. Einmal im Jahr batteln sich die besten DJs aus aller Welt um den Titel. Beurteilt werden die Plattendreher anhand der Kriterien Songauswahl, Skills, Kreativität, und – am wichtigsten – ihrer Fähigkeit, das Haus zu rocken.

Das nächste Weltfinale findet im Dezember in Chile statt, für Österreich an den Start geht dabei Busy Fingaz von der DJ-Crew Wax Wreckaz aus Tirol.

Als Einstimmung auf den Contest fragten wir den Finalisten nach seinen Top-Ten-Tracks, die nie in seiner Party-Plattentasche fehlen dürfen. 

Busy Fingaz

Busy Fingaz von der DJ-Crew Wax Wreckaz vertritt Österreich bei Red Bull Thre3style.

© Dominik Hollaus

1. A Tribe Called Quest – Buggin’ Out

© Eazy E abd Eminem own // YouTube

„Eine warme Bassline setzt ein, nach acht Sekunden zerschneidet eine Snare die Stille, gefolgt von den energisch vorgetragenen Worten ‚Yo, Microphone Check what is this? The five foot assasin with the roughneck business!’ Gänsehaut, ausrasten, kopfnicken – alles, nur nicht still stehen! Am 22. März 2016 hat die Hip Hop Welt Phife Dawg verloren, der diesen Song mit diesem unvergesslichen Vers eröffnet hat. R.I.P.!“

2. Skepta – Shutdown

© SkeptaVEVO // YouTube

„Was soll man noch groß sagen zu dieser Hymne? Spätestens wenn das Drake-Vocal-Sample im Intro reinkommt und die erste Millisekunde der Synths ertönt, sollte jeder Club mit gut erzogenem Publikum Kopf stehen. Zuletzt passiert im Kleinen Donner in Hamburg. In der ersten Reihe standen vier Mädels, die in ihren Outfits gut in ein glossy R&B-Video gepasst hätten. In der Sekunde als sie den Song erkannten, drehten sie komplett am Rad, so als wären sie auf einem Boy-Better-Know-Rave irgendwo im tiefsten London!“

3. DJ Zinc – Super Sharp Shooter (WiDE AWAKE Remix)

© Daniel Budai // YouTube

„Der Jungle-Meilenstein von 1995 von UK-Legende Zinc erhielt von den beiden Londoner Produzenten WiDE AWAKE ein unglaublich druckvolles, neues Gewand verpasst. Irgendwo zwischen Drum ’n’ Bass, Trap und Hip Hop angesiedelt, zerlegt dieses Brett jeden Dancefloor. Große Bläser-Stabs, harte Drums – hier wird nicht gerade mit der feinen Klinge operiert. Aber die Nummer funktioniert einfach immer!“

4. Mura Masa – Lovesick Fuck

© Majestic Casual // YouTube

„Diese Nummer hat so viele unglaubliche Details, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Mura Masa ist ein Gott. Ein Virtuose. Alleine die Drums und Percussions im Intro und die anschließenden Synthesizer-Flächen – Gänsehaut! Wenn du dieses makellose Stück Musik dann auch noch über eine druckvolle Club-Anlage hörst, ist alles aus. Alles. Aus.“

5. Ben Esser – Love You More (Rafik Remix)

© finetunes Electronic // YouTube

Ben Esser’s ‚Love you More’ hat letzten Sommer komplett regiert. Ein atmosphärisch dichtes Stück Musik, wie man es sonst eher aus Soulection-Kreisen erwarten würde, als aus der Feder eines jungen Hamburger Produzenten. Und wenn dann auch noch eine Legende wie Rafik einen Remix zaubert, kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Stilistisch komplett am Puls der Zeit, druckvoll und meilenweit weg von billigem Dosen-Trap. So muss Clubmusik 2016 klingen!“

6. TroyBoi, Diplo & Nina Sky – Afterhours

© Mad Decent // YouTube

Troyboi aus London hat etwas, das jeder Produzenten gerne hätte: einen unverkennbaren Sound. Die druckvollen, organischen Sounds erkennt man sofort. Egal welche seiner Produktionen – die Tunes funktionieren immer! Die Ladys lieben den souligen Groove, die Jungs feiern die knallenden Drums. Universell einsetzbare Dancefloor-Filler, in diesem Falle sogar noch mit Diplo und den Mädels von Nina Sky an Bord. Triple Jackpot quasi!“

7. Wax Wreckaz ft. Dynamite MC & Singer Blue – Heavyweight Sound (Aquadrop Remix)

© finetunes Bass // YouTube

Aquadrop ist einer meiner Lieblingsproduzenten. Der Mailänder beherrscht einfach alles – von trappigen Brettern bis Uptempo-Bass-House-Hymnen. Umso mehr hab ich mich gefreut als er die letzte Single meiner Crew (Wax Wreckaz) geremixed hat. Was als Uptempo-Tune beginnt, ändert im Laufe des Songs sehr bald die Stimmung, und plötzlich findet man sich in einem bösen Trap-Tune wieder.“

8. SSIO – Halb Mensch, halb Nase (Drunken Masters Remix)

„Deutscher Rap ist ja gerade so spannend, wie schon lange nicht mehr! Karate AndiMegalohMoTrip – es gibt so viele gute Acts, dass man fast den Überblick verliert. Und dann natürlich noch das ganze Camp von ‚Alles oder Nix’, rund um Schwesta EwaXatar und SSIO! Und wer sollte einen der dicksten Rap-Tracks Deutschlands sonst remixen, wenn nicht die 2-Mann-Remix-Macht aus dem Allgäu, die Drunken Masters? Sureshot!“

 

9. Major Lazer feat. Amber Coffman – Get Free (Andy C Remix)

© Mad Decent // YouTube

Andy C ist einer der virtuosesten Drum’n’Bass DJs der Welt. Einer meiner Lieblings-Remixes von ihm ist dieser hier. Das Original von Major Lazer ist ein schräg-schöner Popsong mit sehr viel Attitüde. Andy Cs Version beginnt genauso, aber spätestens ab 01:00 hört man, dass etwas Großes naht. Wenn dann bei 1:27 der herbeigesehnte Drop hereinbricht, bleibt kein Stein auf dem anderen!“

10. Camo & Krooked – All Night

© Hospital Records // YouTube

Camo & Krooked haben über die letzten Jahre einen unglaublich starken Signature-Sound entwickelt und sind zudem richtig gute DJs. Auf einer guten Club-Anlage gespielt, enthüllt dieser Track nochmals ganz andere Qualitäten als im Wohnzimmer. Eindeutig einer meiner Lieblings-Tracks zum Beenden eines guten Club-Sets!“

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05 2016 The Red Bulletin

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