Bloc Party

The Playlist:
Bloc Party

Frontmann Kele Okereke von Bloc Party erzählt uns, welche Songs ihn für das fünfte Album inspirierten.

Die ruppigen New-Wave-Gitarrenriffs und feinen Texte auf Bloc Partys „Silent Alarm“ waren eine Kriegserklärung an das Machogehabe im Rock – und der perfekte Soundtrack für die unschlüssige Generation Y. Das 2005er-Debüt des Londoner Indie-Rock-Quartetts wurde nicht nur von der Kritik gefeiert, sondern verkaufte sich auch über eine Million Mal.

Nach dreieinhalbjähriger Auszeit veröffentlichen Frontmann Kele Okereke und seine Band mit „Hymns“ nun ihr fünftes Album, bei dessen Entstehung spirituelle Musik eine wichtige Rolle spielte. Hier erzählt der 34-jährige Londoner, welche Songs ihn inspirierten.

Donna Summer: „State of Independence“

„Jedes Mal, wenn ich diesen Song höre, erstarre ich in Ehrfurcht vor ihm – und vor Donnas Stimme. Der Backing Track klingt fast nach Industrial, aber der Song wächst zu einem gewaltigen Gospelstück. Die Idee, synthetische Elemente mit Soul zusammenzubringen, ist wahn­sinnig faszinierend. Dieser Song war mein Ausgangspunkt für den Sound des neuen Albums.“

© Chris Balton // YouTube

The Consolers: „May the Work I’ve Done Speak for Me“ (von „The Best of…“)

„Ich bin nicht religiös, aber die letzten Monate hörte ich viel Gospel. Zufällig entdeckte ich dabei diese CD in einem Londoner Musikladen. Mir gefiel das Cover, das die Musiker – Mann und Frau – in ihrem besten Gewand zeigt. Ihre unglaublichen Bluessongs beweisen, dass Glaube und Hingabe in der Lage sind, besondere Kunst zu schaffen. Sie können den Geist auf eine Reise schicken und verändern.“

Julio Bashmore: „Battle for Middle You“

„Vor ein paar Jahren traf ich Julio zufällig am Frankfurter Flughafen, als wir einen Nachmittag lang auf den Flieger warteten. Wir sprachen über ‚Battle for Middle You‘, meine absolute Lieblingsnummer von ihm. Ich weiß nicht, ob es am Sound des Tracks oder am Gospel­-Sample liegt, aber die Nummer bringt Leute einfach zum Tanzen. Sie hat die Power und den souligen Sound unseres Albums beeinflusst.“

© Ted Hartkamp // YouTube

John Coltrane: „A Love Supreme, Part 4: Psalm“ (von „A Love Supreme“)

„Als wir begannen, als Band Musik zu machen, konnte ich mit Jazz nichts anfangen. Doch je älter ich werde, umso besser verstehe und desto mehr liebe ich ihn. Dieses Album ist kein Pop, klar, darauf muss man sich konzentrieren. Aber es lohnt die Mühe, man wird von Coltrane auf eine spirituelle Reise mitgenommen. Auf unserem Album habe ich versucht, dieser Stimmung nahezukommen.“

© Jazzman2696 // YouTube

Stevie Wonder: „As“

„2013 sah ich ein tolles Set von Stevie bei einem Musikfestival in Alabama, dann hörte ich mir sein Album ‚Songs in the Key of Life‘ aus der Plattensammlung meiner Eltern an. ‚As‘ ist mein Lieblingssong. Der Liedtext hat etwas sehr Tiefgründiges; er handelt davon, jemanden von Anbeginn bis zum Ende der Zeit zu lieben. Das ist eine so starke Idee. Sie begleitete mich, als ich die Lyrics für ‚Hymns‘ schrieb.“

© bak2001 // YouTube

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02 2016 The Red Bulletin

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