Jetzt im Kino: Roadtrip-Film "Tschick"

„Tschick“ erobert die Kinos: Was du dir vom Roadtrip des Jahres abschauen kannst

Foto: Facebook/tschik.Film

Zwei Jungs, ein geklauter Lada und ein epischer Roadtrip Richtung Walachei. Fatih Akin hat Wolfgang Herrndorfs Kultroman „Tschick“ verfilmt.

Mit diesem Film-Projekt hat sich Fatih Akin einiges vorgenommen. So ziemlich jeder, der „Tschick“ gelesen hat, liebt den Roman von Wolfgang Herrndorf heiß und innig – vom Literaturkritiker bis zum 14-jährigen Jungspund, der noch davon träumt, mit einem Auto durchzubrennen.

Die Geschichte dreht sich um den wohlhabenden aber hoffnungslos vernachlässigten Außenseiter Maik Klingenberg aus Marzahn, der über seine „übertrieben geile Jacke“ Freundschaft mit dem total verwahrlosten und gerne mal betrunkenen Asi Andrej „Tschick“ Tschichatschow schließt. Den Sommer über allein zurückgelassen, beschließen die beiden 14-Jährigen mit einem geklauten Lada und angeklebten Bärten aus Isolierband in die Walachei zu fahren.

Was dann folgt, ist ein Abenteuer: witzig, melancholisch, frei von klischeehaften Übertreibungen. Sie erleben den besten Sommer ihres Lebens, bis ein Unfall ihn abrupt beendet.

© Youtube // STUDIOCANAL Germany

Ein Buch mit so besonderem Flair zu verfilmen, ist nicht einfach. Doch wenn es einer schaffen konnte, dann war das wohl Fatih Akin. „Der Zauber liegt an der Zärtlichkeit. In der deutschen Literatur werden die Figuren oft durch den Kakao gezogen und in die Pfanne gehauen. Es gibt wenig Bekennen zu den eigenen Figuren, wenig Wohlwollen gegenüber so ungewöhnlichen Menschen“, zitiert die „Zeit“ den Regisseur, der damit den Kern dessen erkannt haben dürfte, was „Tschick“ so besonders macht. 

Mit viel Wohlwollen gegenüber seinen Figuren ist auch Akin das Projekt angegangen. Wenn Tristan Göbel und Newcomer Anand Batbileg als Maik und Tschick durch den wilden Osten cruisen, sitzt ihr Regisseur immer auf der Rückbank. Die Botschaft seines Films: „Nicht zu lange nachdenken, einfach machen!“ Obwohl er erst im letzten Moment eingesprungen ist und nur sieben Wochen Vorbereitungszeit hatte, ist es Fatih Akin offensichtlich gelungen, ein echt cooles Roadmovie abzuliefern, das uns direkt Lust macht, selbst ins Auto zu springen und einfach loszufahren.

© Youtube // STUDIOCANAL Germany

Was wir uns bei Maik und Tschick abgucken können:

Klar, mit legal erworbenem Führerschein in der Tasche und einem Auto, das du nicht bei den Nachbarn hast mitgehen lassen, beginnt dein Roadtrip nicht ganz so aufregend wie der in „Tschick“ – dafür kannst du entspannt bleiben, wenn du ein Blaulicht am Horizont siehst.

Und von den Jungs kannst du trotzdem viel lernen: Verreise mal wieder mit deinem besten Kumpel und überlegt euch nur so ungefähr, wo es hingehen soll. Dein Smartphone muss nicht wie das von Maik aus dem Fenster fliegen, aber setze dich ernsthaft mit dem Gedanken auseinander, es in den Kofferraum zu verbannen oder ganz zu Hause zu lassen. Navi, Booking-App für Unterkünfte und virtueller Reiseführer können einem Abenteuer ganz schnell den Zauber des Ungewissen nehmen.

Und dann ist da natürlich noch die Sache mit den Zufallsbegegnungen, aus denen echte Freundschaften entstehen können – auch, wenn du sie auf einer Müllkippe machst.

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09 2016 The Red Bulletin

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