Justin Bieber

Warum du dich NICHT schämen musst, Justin-Bieber-Fan zu sein

Text: Alexander Dollischal
Foto: Facebook/Justin Bieber

Der Bieber ist zurück. Neue Musik, neuer Look, alter Charakter. The Red Bulletin wagt einen analytischen Blick hinter die Kulissen einer unermüdlichen Millionen-Maschinerie.

Seit knapp 10 Jahren stellt ein kanadischer Künstler die Musikindustrie im Jahres-Rhythmus auf den Kopf – nicht alle finden das gut. Die Rede ist natürlich von Justin Bieber. Mit seinem aktuellen Album „Purpose“ schlägt der 22-Jährige jetzt erneut ein völlig anderes Kapitel auf und erfindet sich (wieder einmal) neu. Warum seine neuen Songs das wahrscheinlich größte Bieber-Fieber aller Zeiten ausgelöst haben und weshalb auch DU dich NICHT schämen musst, jetzt ein Justin-Fan zu sein, erfährst du hier.

Ein Erklärungsversuch für ein Pop-Phänomen:

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Der Look

Die meisten Leute, die das Cover des neuen JB-Albums sehen, können das mit Tattoos und Indianer-ähnlichen Körperbemalungen übersäte Männermodel nicht wirklich mit dem gewohnten Bieber-Bubi assoziieren.

#6hours #PURPOSE

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Was? Das ist der Bieber?“ oder „Den ich hatte ich aber anders in Erinnerung …“ sind die üblichen Reaktionen der mittlerweile anscheinend doch neugierig gewordenen Anti-Bieber-Gemeinde.

Die Musik 

Fragezeichen in den Gesichtern gibt es allerdings nicht nur im Hinblick auf Justins Aussehen, sondern auch auf sein Werk: Der Stil seiner Musik und auch dessen Umsetzung haben sich um 180 Grad gedreht. Beim Vergleich zwischen dem Vorgänger-Album „Believe“ (2012) und der aktuellen Platte „Purpose“ wird sogar dem größten Musikverweigerer klar, dass es hier definitiv musikalische Unterschiede gibt. Manch einer würde sogar sagen, dass sich Biebers Songs auf einmal „erwachsener“ anhören.

Auch die Musikszene klopft dem „Grown up„-Bieber auf die Schulter. So bewertet das Billboard-Magazin „Purpose“ mit 4 von 5 Sternen und schreibt im Album-Review von einem demütigen Popstar, der zu seinen Fehlern steht und keine „Lari-Fari“ Popmusik produziert, sondern Tracks erarbeitet, die dem Hörer helfen, das eigene Selbstwertgefühl zu steigern.

“ … humble, repentant, and grown up. …  Bieber isn’t trying to rock the club; this is psych-up music for the man in the mirror.“
billboard.com

Auch der wahrscheinliche alternativste Querdenker der Musikwelt meldet sich zu Wort und sieht in „Biebs“ außergewöhnliches Talent. Die Rede ist von EDM-Pionier Skrillex:

„Justin is a f—ing virtuoso. He’ll school you at everything … Whatever he does he’s super good at.“
Skrillex

#sorry #sorrynotsorry 😏

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Das Image

Ein weiterer Grund, der deine plötzliche Sympathie für Justin Bieber und sein Schaffen rechtfertigen könnte, ist vielleicht sein öffentliches Auftreten und sein Verhalten als Star. Im Gegensatz zu vielen Hollywood-Granden benimmt sich Justin nicht wie eine abgekartete Bruce-Wayne-Kopie und verschanzt sich in seiner Millionen-Villa. Im Gegenteil – er lädt einen internationalen Radiosender zu sich nach Hause ein:

© Youtube // BBC Radio 1

Produktion hin oder her. Der 08/15 A-Promi aus Los Angeles tut sich das nicht an. Justin Bieber schon. Und sicher nicht, weil sein Album zu wenig Aufmerksamkeit bekommt und er unbedingt die Werbetrommel rühren wollte. Eine Woche nach dem Release zählte es bereits 205 Millionen Streams weltweit. Just sayin’.

Auch im direkten Kontakt mit den Fans hält sich JB nicht wirklich zurück. Beweis? Seine Backstage-Surprise-Aktion:

© Youtube // StewieBolis96HD

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Die Standhaftigkeit

Dass das kanadische Pop-Idol immer wieder Troubles, sowohl mit den eigenen Fans, als auch mit Kritikern, hatte, ist bekanntlich keine Weltneuheit. Faszinierend werden diese Geschichten allerdings erst, wenn man erkennt, wie souverän JB bis zum heutigen Tag damit umgeht und Dinge über sich ergehen lässt. Wahrscheinlich beginnt genau diese Erkenntnis bei vielen Anti-Biebers jetzt zu wirken. Der Moment, in dem „Kotzen auf der Bühne“ zur Normalität wird.

© Youtube // carlijalla

Die Fähigkeit, ein Feuer zu entfachen 

Wenn Justin Bieber eine Sache verinnerlicht hat, dann ist es die Fähigkeit, seine Fans in jeder Situation in einen Ausnahmezustand zu versetzten. Und um ehrlich zu sein: Das verlangt man als Fan auch unterbewusst von seinem Idol. Oder? Egal wo er auftaucht, warten kreischende Fans auf ihn… und NEIN, seit dem Jahr 2015 gehören hier nicht nur junge Mädels dazu. Auch den Männern gefällt der neue Bieber, selbst wenn sie sich noch nicht ganz zu ihrem „Sorry“-Gegröle aus dem Club von letzter Nacht bekennen wollen. Kein Grund zur Panik, es gibt (noch) keine Fan-Polizei …

In diesem Sinne:
Keep Calm And Listen To Justin Bieber.
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10 2016 The Red Bulletin

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