Erfolgsduo Anela Hrnic und Michael Holaschke

Anela Hrnic und Michael Holaschke leben den Unternehmertraum: erfolgreich und entspannt

Text: Elisabeth Oberndorfer
Foto: Anela Hrnic/Michael Holaschke

Erfolgreich und entspannt - das Unternehmerpaar Anela Hrnic und Michael Holaschke lebt es vor und zeigt, wie man beides unter einen Hut bringt.   

In der Business Class um die Welt fliegen, auf dem elektrischen Skateboard ins Büro – sprich die nächste Starbucks-Filiale – fahren und abends den Sonnenuntergang in der Wohnung in Miami genießen: Das Unternehmerpaar Anela Hrnic und Michael Holaschke hat sich von der typischen 80-Stunden-Woche verabschiedet und lebt den Wandel hin zum entspannten Entrepreneur-Dasein öffentlich vor.

Auf ihrem YouTube-Kanal „Making it happen“ halten sie seit 2015 ihre alltäglichen Abenteuer fest. Dabei war das Leben der beiden der 4-Hour-Workweek, die Autor Tim Ferriss predigt, nicht immer so nah wie heute. 

"Nein sagen zu können ist eines der wichtigsten Dinge."

Swell-Gründer Peter Buchroithner im Interview mit The Red Bulletin Innovator.

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Vor sieben Jahren war Anela Hrnic noch Teil des Karate-Nationalteams und finanzierte sich das Studium mit Promotion-Jobs. Weil sie die Arbeitsbedingungen dort nervten, gab ihr Freund Michael Holaschke den Tipp: „Dann mach’s doch selbst besser.“ Und so gründete Hrnic mit 23 Jahren tatsächlich ihre eigene Promotion-Agentur „React“ in Linz. Als Bosnierin habe man einen gewissen Grundpessimismus, sagt sie über ihre Wurzeln und die Herausforderungen bei der Unternehmensgründung: „Es sind viele Tränen geflossen.“

Michael Holaschke

„Dann mach’s doch selbst besser“, sagte Michael Holaschke seiner Freundin.

Durch kontinuierliche Weiterempfehlungen zog die Agenturmanagerin immer mehr Kunden an, innerhalb eines Jahres vervielfachte sich die Zahl der Promotoren von React von 86 auf 3000. Holaschke, der sich nach einer Lehre zu einem der jüngsten Filialleiter im Lebensmittelhandel hochgearbeitet hatte, war zu der Zeit noch Projektleiter bei Siemens VAI. „Irgendwann stellte sich die Frage, ob ich weiter im Konzern aufsteige und ins Ausland gehe oder Anela unterstütze.“ Er entschied sich Ende 2012 für letzteres, und React wurde für die beiden zum Vollzeitjob als Geschäftsführer.

„Unser Plan war es immer, mit der Agentur in die USA zu gehen“, sagt Holaschke. Die Expansion hatten die beiden Jungunternehmer für 2014 geplant: „Dann sprang aber kurzfristig jene Mitarbeiterin ab, die mich in Österreich vertreten sollte“, erinnert sich Hrnic. Für sie sei diese Planänderung ein Rückschlag gewesen. Die React-Manager beschlossen, die USA-Expansion zu verschieben. 

© Youtube // Making it happen Vlog

Dafür hatten die beiden Zeit, neben der Agentur einem Leidenschaftsprojekt nachzugehen. Neben ihrem damaligen Büro fanden sie ein Geschäftslokal, das für Kaffeeenthusiast Holaschke der perfekte Ort für einen Coffeeshop war.  Der Third-Wave-Coffee-Trend hatte Oberösterreich vor drei Jahren noch nicht erreicht und so eröffnete das Paar im Sommer 2014 „Die Brüher“, ein kleines Kaffeehaus mit Spezialitätenkaffee. Wenn Hrnic und Holaschke eine Idee haben, dann wird diese auch rasch umgesetzt: „Im Februar haben wir das Lokal besichtigt, im Mai den Mietvertrag unterschrieben und im August eröffnet.“

Die Agentur blieb dennoch das Hauptgeschäft der beiden und die USA-Pläne bestehen. 2015 machten sich die Unternehmer auf den Weg nach Miami, um dort eine Tochter ihrer Agentur zu gründen und erste Kunden zu akquirieren. Vom fixen Büro verabschiedeten sie sich. „Mit einem fünfköpfigen Team schaffen wir es sehr gut, remote zu arbeiten”, erklärt Hrnic. Ihr Erfolgsgeheimnis ist das Streben nach Effizienz: „Ich habe es geschafft, Prozesse, die bei anderen Promo-Agenturen Monate dauern, in einer Woche abzuwickeln.“ 

„Wir sind die CEOs auf elektrischen Skateboards.“

Mit der USA-Expansion kam auch ein Umdenken bei den passionierten Unternehmern. „Unsere Vorstellung von Erfolg hat sich verändert”, sagt Holaschke und ergänzt: „Jeder versteht unter Erfolg etwas anderes. Für uns heißt es, flexibel sein und zu reisen.“ Die beiden arbeiten nicht mehr so intensiv wie in den ersten Jahren ihres Unternehmertums. Von ihrem Coffeeshop in Linz, mit dem sie noch im Herbst 2016 die Auszeichnung „Goldene Kaffeebohne“ gewannen, trennten sie sich im Januar 2017 offiziell. „Wir mussten uns überlegen, ob wir weiter expandieren und die Brüher weiterentwickeln wollen”, sagt Hrnic über diesen Schritt. Schließlich entschieden sich die beiden für einen Verkauf, um flexibel zu bleiben. 

© Youtube // Making it happen Vlog

Derzeit bereitet sich das Duo auf den nächsten längeren Aufenthalt in Miami vor, wo schon die ersten Kunden warten. Neben dem Promotion-Geschäft wollen Hrnic und Holaschke ihre Erfahrung als Coffeeshop-Gründer anderen in der Gastronomie weitergeben und bei der Konzeption von Coffeeshops als Dienstleister auftreten. Außerdem wollen die beiden ihre Beratung als Pakete für Startups verkaufen.

Und nebenbei machen sich die Unternehmer mit ihrem YouTube-Kanal, auf dem sie regelmäßig Vlogs posten, international einen Namen. In der Seattle Times fand „Making it happen“ vor wenigen Wochen wegen seiner Travel-Hacks eine Erwähnung. „Wir möchten den Menschen zeigen, wie unterschiedlich Erfolg aussehen kann. Wir sind die CEOs auf elektrischen Skateboards“, beschreibt sich das Duo. 

Einen konkreten Karriereplan für die nächsten Jahre gibt es nicht, die beiden wollen weiterhin flexibel bleiben und vertrauen auf das „Karma-Prinzip“: „Wir geben den Menschen das, was auch wir uns erwarten würden und erhalten dadurch vieles zurück.“ Inspiration finden Hrnic und Holaschke im persönlichen Umfeld: „Wir umgeben uns gern mit positiven Menschen“, sagen sie. Ihr Tipp an Gründer, die einen entspannten Unternehmeralltag anstreben: „Versuche nicht, andere Menschen glücklich zu machen. Sondern finde das, was dich selbst glücklich macht.“

Michael Holaschke und Anela Hrnic

Anela Hrnic und Michael Holaschke gehen ihren eigenen Weg. Und der ist erfolgreich und entspannt.

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02 2017 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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