Crowdfunding-Highlights 2017

6 der interessantesten Crowdfunding-Projekte 2017

Text: Tom Guise
Foto: MOAR

Not macht erfinderisch, heißt es. Heutzutage reicht bereits der Wunsch. Crowdfunding-Webseiten wie Indiegogo und Kickstarter machen unglaubliche Ideen wahr. Hier die neuesten Trends …

1 Fahrrad komplett

Das Fahrrad wird 200 Jahre alt und ist beliebter denn je. Die Gründe liegen auf der Hand: wachsendes Gesundheitsbewusstsein, Umweltverschmutzung und Staus, aber auch technischer Fortschritt. Das MOAR ist aus all diesen Faktoren entstanden. Es ist ein Fatbike nach dem Beispiel der extremsten Offroad-Räder, und es ist klappbar; perfekt, um es in einen Kleinbus oder ein SUV zu werfen.

Es ist ein E-Bike - mit einem Höchsttempo von 32 km/h allein mit Elektroantrieb und mit einer Reichweite von bis zu 135 Kilometern mit einer einzigen Akkuladung. Der wasserdichte Rahmen, in dem die Verkabelung untergebracht ist, besteht aus Flugzeugaluminium. Das MOAR-Bike verspricht „eine Komplettlösung, die keine Upgrades benötigt“. Auf weitere 200 Jahre!

Die Zukunft von E-Bikes ist klappbar und fett.

© Youtube // MOAR Bikes

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2 Künstliche Intelligenz im Alltag

Künstliche Intelligenz könnte sich irgendwann gegen ihre menschlichen Herren wenden und uns alle unterdrücken. Bis dahin halten wir uns damit fit. Vi, der erste Artificial Intelligence Personal Trainer, sieht aus wie ein Paar In-Ear-Kopfhörer. Was er auch ist – mit Audiotechnologie von Harman/Kardon ausgestattet. Aber er ist auch vollgepackt mit Sensoren, die Bewegungen und biometrische Daten aufnehmen, Informationen über Position, Höhe, sogar Wetterlage abrufen können und dich dann über Sprachanweisungen coachen – um abzunehmen, für einen Laufevent zu trainieren oder einfach fit zu bleiben.

Läufst du zu langsam, spornt er dich an; fordert dich das Training zu wenig, verschärft Vi den Rhythmus; erreichst du dein Limit, ermutigt er dich, es zu überschreiten. Da Vi chic aussieht, kann man getrost der Empfehlung von Hersteller Lifebeam folgen und Vi den ganzen Tag tragen, um alle (In)aktivitäten zu messen und bei Bedarf entsprechende Anweisungen zu erhalten. In einer Welt, in der ein Drittel der Bevölkerung fettleibig oder übergewichtig ist, kann diese Anwendung künstlicher Intelligenz unseren Lebensstil deutlich gesünder machen. 

3 Geniale Berührung

Seit das iPhone 2007 auf den Markt kam, ist die Technikwelt von Touchscreens besessen. Sony lebt diese Technologie: Der Xperia Touch, ein Short-Throw-Projektor, projiziert auf bis zu zwei Meter Entfernung hochauflösende Bilder, mit denen man durch einfache Berührung interagieren kann – etwa mit einem Klavier auf dem Küchenboden.

Das Ding ist extrem mobil: Man blättert an der Wand des Konferenzraums durch seine Folien oder tippt einen Tweet und verwendet dabei eine Parkbank als Tastatur. Es merkt sogar, wenn du in der Nähe bist, und schaltet sich automatisch ein. Und: Es ist mit dem Google Play Store verbunden und kann praktisch jede Android App abspielen.

Die Erdoberfläche in eine Milliarde Touchscreens verwandeln.

© Youtube // Sony Xperia

4 Zukunftsvision

„Star Wars“ hat uns holographische Videoanrufe vorausgesagt, „Star Trek“ ganze Holodecks. Microsoft scheint nun beides zu verwirklichen – mit HoloLens. Ähnlich wie bei Virtual Reality wird bei HoloLens ein Headset verwendet, auch wenn es wie ein durchsichtiges Helmvisier aussieht. Ein holographischer Projektor sieht deine Umgebung und kann sie über den Visor mit virtuellen Gegenständen visuell erweitern.

Es zeichnet deine Bewegungen auf und korrigiert sie in Echtzeit: Alle Gegenstände erscheinen so, als wären sie tatsächlich im Raum. Dabei kann man sich frei bewegen und mit den Objekten durch einen Handcontroller interagieren. Microsoft hat bereits ein Software Development Kit veröffentlicht, und es werden derzeit 150 Apps entwickelt, darunter auch Spiele. 

Der Durchbruch von Virtual Reality findet gerade vor unseren Augen statt.

© Youtube // Microsoft HoloLens

5 Das einfache Leben

In der Geschichte des Bleistifts findet sich eine hübsche Legende. Während des Wettlaufs ins All, in den 1960ern, gab die NASA Millionen für die Entwicklung eines Astronautenstifts aus, der auch in der Schwerelosigkeit funktioniert. Die Russen drückten ihren Kosmonauten einen Bleistift in die Hand. Heutige Designer sollten sich daran ein Beispiel nehmen: Trotz Lichtgriffel und digitaler Stifte – der simple Bleistift bleibt unübertroffen, wenn es um sinnliche Perfektion beim Zeichnen und Schreiben geht. Darum wandte sich Samsung für seinen neuen S Pen an den deutschen Bleistifthersteller Staedtler. Das Ergebnis: der Noris Digital. Staedtlers Noris-Linie ist eine der ikonischsten Bleistiftmarken weltweit. Der Noris Digital sieht exakt gleich aus.

Obwohl er aus Kunststoff ist, erinnern Gewicht und Haptik an einen mit Wachs überzogenen Grafitstift, die Innentechnik von Wacom verleiht ihm aber die Druckempfindlichkeit und Präzision eines ausgezeichneten Taststifts.

© Youtube // STAEDTLER

6 Papier ist tot

Die papierlose Zukunft scheint mit jedem neuen Tablet, Smartphone und E‑Reader näher zu rücken. Und dennoch waren die materielle Haptik und der Komfort von Schreiben und Zeichnen auf Papier bisher nicht zu schlagen. Hier setzt reMarkable an: Dieses E-Ink-Tablet ähnelt dem Kindle, nur kann man mit dem mitgelieferten digitalen Stift auf der Touch-Fläche (Diagonale: 10,3 Zoll) auch schreiben. Was reMarkable von anderen E‑Ink-Displays unterscheidet, heißt Canvas Display: eine höchst reibungsempfindliche Oberfläche, die sich, berührt man sie mit dem Stift, wie Papier anfühlt.

Damit kann man seine Arbeit in Notizbüchern organisieren, denen niemals die Seiten ausgehen und die fähig sind, die meisten üblichen Dokumentenformate darzustellen, die alle über WLAN hochgeladen werden können. Dokumentvorlagen und Pinselwerkzeuge sind auch dabei. Ablenkung gibt es keine – der reMarkable kann keine Nachrichten empfangen.

© Youtube // reMarkable

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06 2017 The Red Bulletin Innovator

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