Elon Musk über das Tunnel-Projekt

Elon Musk, der Tunnelgräber

Foto: Maurizio Pesce/Flickr/Wikimedia Commons

Der Tesla-Chef und Multi-Unternehmer träumt davon, die Menschen auf den Mars zu bringen. Vorher schickt er sie aber vielleicht unter die Erde.

Elon Musk widmet seine kreative und wirtschaftliche Energie vor allem dem Transport von Menschen. Er arbeitet an elektrogetriebenen, teils selbststeuernden Fahrzeugen, dem Hochgeschwindigkeitsprojekt Hyperloop und dem Raumfahrtprogramm SpaceX.

Nun hat der US-Investor womöglich das nächste Projekt ins Auge gefasst: Fortbewegung im Untergrund!

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Alles begann mit einem Tweet am 17. Dezember. Scheinbar war Musk derart vom örtlichen Verkehrschaos genervt, dass er sich auf dem Kurznachrichtendienst sofort Luft verschaffte.

„Der Verkehr macht mich verrückt. Ich werde einen Tunnelbohrer bauen und fange einfach an zu graben…“

Elon Musk on Twitter

Traffic is driving me nuts. Am going to build a tunnel boring machine and just start digging...

„Sie soll ‚The Boring Company‘ heißen“

Elon Musk on Twitter

It shall be called "The Boring Company

Ihm fiel somit auch gleich der passende Name ein. Fun Fact: Das Wort „Boring“ heißt im Englischen sowohl „bohren“ als auch „langweilig“. Der kreative Kopf hatte auch direkt ein entsprechendes, zweideutiges Motto für seine Firma in spe parat:

„Bohren/Langweilig, das ist es, was wir tun“

Elon Musk on Twitter

Boring, it's what we do

Der erste Eindruck, den Musks Tweets vermitteln: Das meint er nicht ernst. Er regt sich nur über den Verkehr auf und macht seinem Ärger mit ein paar Witzchen Luft. Doch ist dem wirklich so?

„Ich werde das tatsächlich machen“

Elon Musk on Twitter

I am actually going to do this

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Er meint es ernst - oder?

Um Zweiflern zu zeigen, dass er es ernst meint, setzte Musk einen entsprechenden weiteren Tweet ab. Und er änderte zudem seine Twitter-Profilbeschreibung in: „Elon Musk: Tesla, SpaceX, Tunnels & OpenAI“. Meint er es also wirklich ernst? Gut möglich, denn dies ist nicht das erste Mal, dass der Investor von der Idee spricht, Stadtverkehr unter die Erdoberfläche zu verlegen.

Musk im Januar 2016:

„Es ist eine simple und offensichtliche Idee und ich wünschte, mehr Menschen würden es tun: mehr Tunnel bauen. Tunnel sind großartig. Es ist nur ein Loch in der Erde, das ist nicht so schwierig. Würde es mehr Tunnel in Städten geben, würdest du Verkehrsstaus erheblich verringern und du könntest Tunnel in den verschiedensten Ebenen haben – du könntest 30 Tunnelebenen errichten und das Stauproblem in dicht-befahrenen Städten lösen. Ich empfehle also dringend Tunnel.“

Future Trends on Twitter

How Elon Musk's Tunnel Boring Company Would Work https://t.co/uPDupZXZ7g

Probleme in den Städten

Tunnelbohrer sind bereits weltweit im Einsatz, um beispielsweise U-Bahn-Tunnel in Gestein und Sand zu fräsen. Doch dies beeinträchtigt aufgrund der Baumaßnahmen stets den Verkehr auf der Oberfläche, verschlimmert die Verkehrssituation oft zunächst noch. Könnte Musk dieses Problem lösen?

Außerdem würden noch weitere Schwierigkeiten entstehen: Wie wirkt es sich auf die Erd- und Oberflächenstruktur aus, wenn etliche Tunnel übereinander angelegt werden? Wie kommen die Autos 30 Stockwerke unter die Erde? Wie werden Abgase abtransportiert? Zumindest für den letzten Punkt hat der umweltbewusste Musk bestimmt schnell eine passende Lösung parat.

Steigen die Chancen dank Trump?

Das Konzept klingt an sich nicht schlecht. Bei allem, was Musk bisher realisiert hat – oder auf dem besten Wege dahin ist – ist ihm auch dieses Projekt zuzutrauen. Zudem ist er nun Teil eines Teams von strategischen Beratern des US-Präsidenten Donald Trump. In dieser Chance steckt aber ein weiteres Problem: Trump will zwar Milliarden in die US-Infrastruktur stecken. Allerdings bestimmt nicht in den Bau von Tunneln.

AW on Twitter

USA #timetostimulatetheeconomy! Donald Trump and Elon Musk's views on US manufacturing could be a big win for Tesla https://t.co/rLL2vJHcT5

Warten auf Neuigkeiten

Es bleibt also offen, ob Musk seine spontane Idee tatsächlich realisiert. Leider gibt es seit seinem Twitter-Intermezzo keine weiteren Informationen, ob er das Projekt Boring tatsächlich angehen will oder ob er doch nur einen Witz gemacht hat.

Weitere Möglichkeiten

Aber wer weiß, vielleicht lässt sich sein Plan auch als Vorstufe zu einigen seiner anderen Projekte realisieren – wie dem Hyperloop oder angedachten Marskolonien. Um den Roten Planeten bewohnbar zu machen, sind Tunnel mit Sicherheit nicht die schlechteste Idee. So könnten Menschen geschützt vor den klimatischen Widrigkeiten des Mars unter der Oberfläche wohnen.

Oder hat Musk noch ein komplett anderes Vorhaben im Hinterkopf?

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01 2017 The Red Bulletin

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