Neu in Spanien: Die erste Brücke aus dem 3D-Drucker

Konstruktions-Highlight in Spanien:
Die erste Brücke aus dem 3D-Drucker

Foto: Facebook/AYUNTAMIENTO DE ALCOBENDAS

Einem spanischen Forschungsinstitut ist mit einer Brücke ein Meilenstein im Ingenieurswesen gelungen. Denn sie entstand komplett aus dem 3D-Drucker.

3D-Drucker sind derzeit ein absolut heißes Zukunfts-Thema. Egal ob ein Drei-Gänge-Menü, Turnschuhe, Prothesen oder Waffen: Der Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, neue Gegenstände mit der futuristischen Methode herzustellen.

Ein Projekt in Spanien hat aber nun eindeutig ganz andere Dimensionen erreicht. In Alcobendas, einem Vorort 13 Kilometer nördlich der Millionenmetropole Madrid, steht seit Kurzem die erste Fußgängerbrücke der Welt, die komplett aus dem 3D-Drucker stammt.

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Verantwortlich für das Bauwerk zeichnet das „Institute of Advanced Architecture of Catalonia“ (IAAC) aus Barcelona. Die Brücke, welche im städtischen Park Castilla-La Mancha steht, ist 12 Meter lang und 1,75 Meter breit. Sie besteht aus mikrobewehrtem Hochleistungsbeton.

Kaum überschüssiger Abfall

Das Konstrukt ist ein Meilenstein im Bauwesen, da laut des IAAC noch kein Element aus dem 3D-Drucker in einem solch großen Maßstab hergestellt wurde. Es besteht aus acht Einzelteilen, welche später zusammengesetzt wurden. 

Die Brücke wurde per parametrischem Design hergestellt, wie das IAAC in einem Statement erklärt. Dadurch hätten einerseits die Materialien optimal verteilt und andererseits die Menge an Restmüll minimiert werden können, indem das Rohmaterial während der Konstruktion recycelt wurde.

Zudem habe aufgrund der Berechnungen der Computer die strukturelle Leistung optimiert werden können, indem nur dort Material verbaut wurde, wo es nötig war.

© Youtube // iaacat

Keine Gussformen mehr

Die Brücke beweist, dass mittlerweile selbst größere Baukonstrukte aus Beton ganz einfach maschinell hergestellt werden können – ganz ohne Gussformen. Auch wenn das IAAC in Spanien das erste Projekt dieser Art verwirklicht hat, die Idee hatten auch schon andere.

Amsterdam will nachziehen

Bereits 2015 stellte die Firma MX3D Pläne vor, eine Brücke aus dem 3D-Drucker in Amsterdam aufzustellen. Das Besondere an diesem Modell: Der Überweg soll nicht aus Beton, sondern aus Metall bestehen!

Das Unternehmen wäre damit das erste, welches eine Stahlkonstruktion aus dem 3D-Drucker hervorzaubert. Nach langer Vorbereitungszeit soll das Bauwerk in diesem Jahr über dem Oudezijds-Achterburgwal-Kanal entstehen.

Roboter arbeiten vor Ort

Die Brücke wird allerdings nicht in einer Halle hergestellt und dann an den Kanal transportiert. Stattdessen bauen zwei 1,82 Meter große Roboter sie vor Ort. Sie starten an den gegenüberliegenden Seiten und treffen sich dann in der Mitte. 

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Dabei schmelzen die Maschinen den Stahl und platzieren die flüssigen Tropfen schichtweise an den von einer Software dafür vorgesehenen Stellen. Die Brücke soll 7,32 Meter lang werden, jede Metallschicht 1,5 Millimeter dick. Der Prozess soll rund zwei Monate dauern.

© Youtube // MX3D Bridge

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02 2017 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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