Unser Essen der Zukunft

Vom Labor auf den Tisch: So isst die Menschheit in 30 Jahren

Foto: Getty Images

Lecker, Heuschrecken zum Frühstück! Klingt komisch? Für die Menschen der Zukunft nicht. 

„Früher war alles anders“, wirst du deinen Enkelkindern wohl sagen, wenn sie vor deinen Augen genüsslich Mehlwürmer verspeisen. Bereits 2050 soll die Weltbevölkerung auf 9,7 Milliarden Menschen angewachsen sein – und die möchten ernährt werden. Da müssen ein paar neue Ideen her, wie man so viele zusätzliche hungrige Mäuler noch stopfen kann.

Auch Themen wie Überfischung und Klimawandel regen dazu an, alternative Nahrungsquellen zu erschließen. Bereits in 30 Jahren wirst du die Speisekarte deines Lieblingsrestaurants vielleicht nicht mehr wiedererkennen. Denn dort steht dann geschrieben:

  • Insekten
  • Laborfleisch
  • Künstlicher Fisch
  • Vegane Milch und Eier
  • Mikroalgen
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Insekten

Schwer vorstellbar: Eines Tages könnte dir beim Gedanken an Heuschrecken das Wasser im Mund zusammenlaufen. Insekten werden schon länger als perfektes Nahrungsmittel gehandelt, um die stark wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.

Vor allem Sportler kämen dabei auf ihre Kosten: 100 Gramm Mehlwürmer enthalten zum Beispiel etwa 23 Gramm Eiweiß – eine wahre Proteinbombe! Entgegen unseres tief sitzenden Ekelgefühls sollen die Viecher sogar gut schmecken. 

Insekten - das Fleisch der Zukunft

Sag ja nie Ungeziefer zu ihnen! Insekten sind zum Essen da. Heuschrecken und Co. sind immer wichtiger werdende Proteinspender, sozusagen das Fleisch der Zukunft.

Wusstest du das schon? Bereits heute bieten Onlineshops auch im deutschsprachigen Raum essbare Insekten an.

Laborfleisch

Geringer Energieverbrauch, reduzierter CO2-Ausstoß und kaum Platzanspruch: Die Vorteile der Herstellung von Laborfleisch liegen auf der Hand. Bereits im Jahr 2011 konnte eine Studie der Fachzeitschrift „Environmental Science and Technology“ das bestätigen.

Als Grundlage zur Herstellung von Laborfleisch werden Stammzellen verwendet – beispielsweise aus dem Muskelgewebe von Kühen. Tatsächlich kann es sein, dass du bereits in 10 bis 20 Jahren synthetisches Fleisch im Supermarkt vorfinden wirst. Bis dahin muss das Verfahren allerdings noch deutlich vereinfacht und vor allem der Geschmack optimiert werden.

Wusstest du das schon? Der weltweite Fleischverzehr hat sich zwischen 1961 und 2011 etwa vervierfacht. 

Künstlicher Fisch

Falls du denkst: „Wenn man synthetisches Fleisch herstellen kann, müsste das mit Fisch doch auch gehen“, liegst du damit absolut richtig. Wissenschaftlern der NASA ist es bereits gelungen, ein komplettes Fischfilet herzustellen, indem sie Muskelfasern eines Goldfischs in sogenanntes fetales Rinderserum legten.

Dabei handelt es sich um ein Serum, das aus Kalbsföten gewonnen wird. Das Verfahren wird auch bei der Herstellung von künstlichem Fleisch angewendet. Das Jahr 2050 kann kommen: Fakefisch ahoi!

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Wusstest du das schon? Andere Unternehmen, andere Ideen: „New Wave Foods“ versucht, aus roten Algen Garnelenimitate herzustellen.

Milch ohne Euter und Eiklar ohne Ei

Schon bald könnte die Massentierhaltung der Vergangenheit angehören. Das Unternehmen „Muufri“ arbeitet an einem Produktionsverfahren für künstliche Milch – ganz ohne Kuh. Auch am Hühnerei wird gedoktert. „Clara Foods“ möchte eine Methode entwickeln, um Eiklar zu erschaffen, das noch nie ein Huhn von innen gesehen hat. 

Die Ernährungspioniere

IWäre Josh Tetrick Tierrechtsaktivist, würde er vielleicht in Eierfabriken einbrechen und ein paar Hühner befreien. Doch damit hält er sich nicht auf. Joshs geistige Heimat ist das Silicon Valley, und hier denkt man in Lösungen, nicht in Problemen.

Wusstest du das schon? Hühner in Massentierhaltung leiden durch die unverhältnismäßige Gewichtszunahme häufig an gestörter Knochenbildung, Fettleber, Herzproblemen oder Wirbelsäulenverkrümmungen.

Mikroalgen

Algen sind nicht nur für Fische und Schnecken eine hervorragende Mahlzeit. Eine Studie der Fachzeitschrift „Algal Research“ stellte fest, dass Mikroalgen reich an wertvollen Proteinen und Kohlenhydraten sowie gesunden Omega-3-Fettsäuren sind. Die Meerespflanzen haben also auch gute Chancen, in Zukunft regelmäßig auf unseren Tellern zu landen.

Best day in the lab 😍🔬 #chorella #microalgae #microscope

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Wusstest du das schon? Einer Mikroalge namens Chlorella werden aufgrund ihres enormen Chlorophyllgehalts positive Auswirkungen speziell auf die Leber nachgesagt.

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