Mit selbstgebautem Flugzeug in die Arbeit

Mit dem selbstgebauten Flugzeug in die Arbeit

Bild: Getty Images

Frantisek Hadrava ist keiner, der alles einfach so hinnimmt, was ihm das Leben vorsetzt. Auf eine - seiner Meinung nach - zu lange Anfahrt in die Arbeit reagiert er etwa mit dem Bau seines eigenen Flugzeugs.

Etwa 14 Minuten würde Hadrava mit dem Auto für die rund 15 Kilometer von seinem Heimatdorf Zdikov im Südwesten Tschechiens zur Arbeit in Ckyne benötigen.

Mit dem Flugzeug verkürzt sich die Anfahrt um die Hälfte - wobei es laut dem 45-Jährigen sogar noch schneller gehen würde. „Vier bis fünf Minuten wären es, wenn ich auf direktem Weg fliegen würde. Aber ich mache einen kleinen Umweg, um die Leute so früh am Morgen nicht zu stören“, erklärt der gelernte Schlosser, der seine Schicht in einer kleinen Fabrik für Forstmaschinen um 6 Uhr antritt.

Davor muss die Eigenkreation aber noch von einem Feld, das er als Landebahn nutzt, über die Hauptstraße auf den Parkplatz der Fabrik geschoben werden, wo  die „Vampira“ vier Stellplätze belegt. Kein einfaches Unterfangen, denn zu dieser Zeit sind viele Berufstätige auf dem Weg ins benachbarte Bayern. „Die Autofahrer beobachten mich mit Interesse. Und auf ihren Gesichtern ist zu sehen, dass sie hier auf der Straße einfach kein Flugzeug erwarten“, schildert er iDNES.cz.

Seine Vampira basiert auf den Plänen der US-Leichtflugzeug-Modelle Mini-Max, besteht hauptsächlich aus Holz, hat ein offenes Cockpit, einen 3-Zylinder-Motor und erreicht in der Spitze eine Geschwindigkeit von 146 km/h. 

Zwei Jahre lang steckte der passionierte Luftfahrt-Romantiker jede freie Minute und rund 3.700 Euro in das Projekt, das nicht sein letztes sein soll. Als nächstes will sich Hadrava eine französische Deperdussin nachbauen.

RIEFS SPRINGFIELDS on Twitter

GREATS...FRANTISEK HADRAVA, a Czechoslovakian Guy who preferred to flown His Vampira Airplane to His Office daily..pic.twitter.com/pZWVbcx5sQ

 

Seine Inspiration bezieht er aus der Begeisterung seiner Kindheit. „Als ich zehn Jahre alt war, lief im Fernsehen eine französische TV-Serie. Auf eine Staffel namens ‚Ritter der Lüfte‘ folgte eine weitere, ‚Eroberer des Himmels‘. Darin wurde die Flugzeuggeschichte vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg thematisiert“, erinnert sich Hadrava.

Seine Anfänge als Designer waren bescheiden, sein erstes Fluggerät ein Dreirad mit Gleitschirm. Heute lebt er seinen Traum vom Fliegen, in seinem selbst gebauten Flugzeug. Zumindest, wenn es das Wetter zulässt.

„Ich hoffe, dass ich am Nachmittag nachhause komme“, pflegt Hadrava beim Blick in den wolkigen Himmel gerne zu sagen.

Klicken zum Weiterlesen
08 2016 THE RED BULLETIN INNOVATOR

Nächste Story