Mya Le Thai entdeckt Superakku

Per Zufall zum Superakku

Bild: UCI/Steve Zylius

Mya Le Thai schuf einen Superakku, der mehrere hundert Jahre halten könnte. Und das aus Versehen.

„Mya spielte herum.“ So beschreibt Reginald Penner ein grandioses Versehen, das sich in seinem Labor an der University of California Irvine ereignete. Mya Le Thai, von der der Chef des Chemie-Fachbereichs spricht, ist Doktorandin. Ihr „passierte“ ein Akku, der wohl 400 Jahre lang halten dürfte.

Eigentlich forschte das Team um die Wissenschaftlerin an der Verbesserung von Nanodrähten in Akkus. Die Drähte, 1000 Mal dünner als ein menschliches Haar, zeichnen sich durch eine sehr gute Speicher- und Leitfähigkeit von Elektronen aus. Allerdings sind sie auch sehr fragil und überdauern im Normalfall nur wenige Ladezyklen.

Thai untersuchte das Verhalten von Nanodrähten aus Gold und bettete sie dabei in eine dünne Schicht aus Plexiglas-ähnlichem Elektrolyt-Gel ein. Eine geniale Idee, denn damit schuf sie einen neuen Superakku.

© Youtube // Martha Heil

Innerhalb von drei Monaten beanspruchte Thai ihre Kreation mit 200.000 Ladezyklen. Das würde bei herkömmlichem Gebrauch für rund 400 Jahre reichen. 

„Ich bin eine motivierte und ergebnisorientierte Forscherin.“
Mya Le Thai

„Es war verrückt, denn normalerweise bauen diese Dinger dramatisch ab und überstehen maximal 6000 oder 7000 Zyklen“, zeigte sich auch Penner überrascht. „Mya hat entdeckt, dass diese Gel-Schicht es ermöglicht, die Akkus hunderttausende Male aufzuladen – ohne Leistungsverlust.“

Der genauen Ursache für die drastische Verlängerung der Haltbarkeit sind die Wissenschaftler noch nicht auf die Schliche gekommen. Thai, die sich selbst als „motivierte und ergebnisorientierte Forscherin“ beschreibt, analysiert nur trocken:

„Die beschichteten Elektroden halten ihre Performance viel länger, was sie zu deutlich verlässlicheren Optionen macht. Diese Untersuchungen beweisen, dass auf Nanodraht basierende Batterieelektroden eine hohe Lebensdauer haben und wir diese Art von Batterien realisieren können.“

© Youtube // UC Irvine

Von der Marktreife ist der Superakku noch weit entfernt. Sollte es Thai und ihren Kollegen aber gelingen, ein alternatives Material zu den teuren Gold-Nanodrähten zu finden, könnte er die Stromspeicherung revolutionieren.

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