Record Bird Team

„Record Bird“ - Weil das Leben zu kurz ist, um gute Musik zu verpassen

Text: Christoph Kristandl
Foto: Record Bird

Andreas Mahringer und sein „Record Bird“-Team bewahren dich davor, Neuerscheinungen deiner Lieblingsmusiker zu verpassen. Ihr Ziel ist hoch: Der weltweit führende Informationsdienst für Musik-Neuerscheinungen werden.

„Eigennutzen!“, antwortet Andreas Mahringer auf die Frage nach der Motivation hinter „Record Bird“. Er und seine Co-Founder Thomas Patterer, Alex Baumann, Arnold Graf und Christoph Kregl wollten es nämlich nicht mehr hinnehmen, regelmäßig Neuerscheinungen ihrer Lieblingsmusiker zu verpassen. 

Deswegen riefen sie das Motto „Never miss a Beat“ aus und versprechen mit Record Bird, dass auch dir nie mehr Musik-Releases entgehen werden.

„Wir sind alle große Musikfans, aber umso fragmentierter der Markt geworden ist, umso häufiger ist uns das passiert. Es nervt einfach, wenn du erst Wochen später zufällig darauf stößt, dass eine Band, deren letzte Alben du gekauft hast, etwas Neues herausgebracht hat“, erklärt Mahringer.

Vor allem die Digitalisierung hat die Branche enorm unübersichtlich gemacht. Erscheint ein Song oder Album nur auf bestimmten Portalen, Streamingdiensten, etc. kann einem die Neuheit leicht durch die Lappen gehen. Ständig alle Vertriebsmöglichkeiten im Auge zu behalten ist kaum zu bewältigen und der Informationsüberfluss tut sein Übriges.

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„Wir sind der Meinung, dass die Musikpromotion de facto kaputt ist. Die Branche hat sich Kanäle wie Facebook und YouTube aufgebaut, steht jetzt aber vor dem Problem, dass diese Kanäle als Gatekeeper auftreten. Sie bestimmen, was an Information zum Fan durchsickert und was nicht“, kennt Mahringer die Nachteile dieser Abhängigkeit. „Ob du als Band deine Message an den Fan bringen kannst, hängt von vielen Faktoren wie Algorithmen oder dem eingesetzten Budget ab.“

Andreas Mahringer, Record Bird

Andreas Mahringer: „Wir bauen die größte Release-Datenbank der Welt auf.“

Andere Informationsformen wie Newsletter sind für echte Musikfreaks ebenfalls keine geeignete Lösung. „Der durchschnittliche Musikfan auf Record Bird folgt über 100 Künstlern – niemand will sich für 100 Newsletter anmelden, um über Releases, die meist unregelmäßig stattfinden, auf dem Laufenden zu bleiben.“

Die Situation für Musikfans wie Mahringer und seine Freunde gestaltete sich im April 2015 also recht unbefriedigend und nicht mehr zeitgemäß. Anstatt sich damit abzufinden oder auf eine Lösung zu warten, nahm man die Sache selbst in die Hand. 

„Wenn Künstler neues Material haben und der Fan daran interessiert ist, darüber informiert zu werden, dann ist es doch völlig ineffizient, einen Mittelsmann dazwischen zu haben, der den Informationstransfer aus Eigennutzen einschränkt. Wir wollen ein Modell etablieren, das gewährleistet, dass Neuerscheinungen immer auch beim Fan ankommen“, sagt Mahringer.

Aus dieser Idee wuchs das „Record Bird“-Netzwerk aus WebsiteApp (iOS) und nun einem Chatbot.

Dieser virtuelle Musikfreund reagiert im Facebook-Messenger auf deine Fragen und Suchbegriffe, chattet mit dir und informiert dich so über die Releases deiner Lieblingsmusiker oder -Genres.

„Ich glaube, dass Bots gerade am Beginn eine wichtige Rolle spielen können, um neue User zu gewinnen und sie mit einem Aha-Erlebnis vom Produkt zu überzeugen. Du musst dir nicht noch eine App installieren, sondern kannst direkt im Messenger, den viele Menschen ohnehin täglich benutzen, loslegen“, kennt Mahringer die Vorzüge dieser neuen Technologie. „Du bewegst dich in einem gewohnten Umfeld, das den Einstieg und das Ausprobieren erleichtert. Sie sind ein guter erster Anknüpfungspunkt.“ 

So chattet der Record Bird-Bot mit dir.

© Youtube // Record Bird

Record Bird soll ein umfassender Musikfeed für Fans werden, der alle Infos um neuerscheinende Musik bündelt, vom Erscheinungsdatum über Videos bis hin zu relevanten Artikeln in Fachmedien. 

„Wir bauen die größte Release-Datenbank der Welt auf. Das ist auch für die Künstler und ihre Plattenfirmen interessant, denn wenn ich einen Release plane, muss ich wissen, wann die Konkurrenz was macht“, sieht Mahringer auch einen Nutzen für die Player in der Branche.

Die große Herausforderung für Mahringer und sein Team besteht in der Datenqualität. „Damit steht und fällt das Produkt. Deswegen hat so etwas vermutlich noch keiner in dieser Form gemacht. Wenn du nur die HipHop- oder nur die Spotify-Releases hast, funktioniert es nicht“, weiß Mahringer. „Nur kannst du als kleines Startup nicht zu den großen Labels gehen, und sagen: ‚Gebt uns bitte eure Daten.’ Wir haben daher in den Shops begonnen und arbeiten uns über die Vertriebe zurück zu den Labels. Das ist ein echtes Dauerprojekt.“ 

Ein Dauerprojekt, dem sich Mahringer und sein Team widmen, weil das Leben zu kurz ist, um gute Musik zu verpassen.

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