Richard Bransons Supersonic-Flugzeug "Boom"

Nach der Concorde: Richard Bransons neuer Überschall-Flieger wird Realität

Fotos: boom

Mit 2335 km/h durch die Luft rasen – das soll bald nicht nur möglich, sondern sogar erschwinglich sein. Der Prototyp des Super-Flugzeugs steht schon, bald starten erste Testflüge.

Morgens zu einem Termin in die USA jetten und am selben Abend wieder zuhause in Europa sein: Was nach dem Ende der Concorde mit einem Zivilflugzeug nicht mehr möglich war, kann schon bald wieder Realität werden.

Der steinreiche Unternehmer Sir Richard Branson hat die Entwicklung eines  Fliegers unterstützt, das Transatlantikflüge in nur dreieinhalb Stunden absolvieren soll.

Das ist, was wir bisher über das ambitionierte Projekt wissen:

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Der Prototyp steht schon

Mit „XB-1 Supersonic“ soll es sich um das schnellste zivile Flugzeug überhaupt handeln, wie ein Sprecher des Start-up-Unternehmens Boom Technology mitteilte. Dieses wurde im Jahr 2014 gegründet und steht hinter der Entwicklung der Überschallmaschine, die unter dem weniger sperrigen Namen „Baby Boom“ vermarktet werden soll.

Der Milliardär Branson, der bereits die Fluggesellschaft Virgin Sun Airlines gegründet hat, unterstützt das Projekt. Ein erster Prototyp wurde im November bereits der Öffentlichkeit präsentiert. 

Richard Branson on Twitter

First step on the journey to build the world's first privately developed supersonic jet & fastest civil aircraft: https://t.co/kC7Y9EJvbg

Die technischen Daten

„Baby Boom“ soll die dünne Luft in einer Höhe von 18 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2335 km/h durchschneiden und ist damit noch schneller als die legendäre Concorde, deren Betrieb drei Jahre nach dem tödlichen Absturz im Jahr 2000 eingestellt wurde. Zum Vergleich: Herkömmliche Passagiermaschinen fliegen meist in zehn bis zwölf Kilometer Höhe und kommen selten auf mehr als 1100 km/h. 

Der Trip von London nach New York soll nicht länger als 3 Stunden und 24 Minuten dauern
Inside view of Richard Branson's supersonic plane: 45-50 seats

Die Strecke von London nach New York beträgt Luftlinie etwa 5570 Kilometer und soll mit dem neuen Super-Flugzeug nicht länger als drei Stunden und 24 Minuten dauern. Dafür können maximal 45 Passagiere, die ausschließlich in Zweierreihen sitzen werden, auf einmal fliegen.

Diese sollen laut Branson pro Person nicht mehr als 4700 Euro für Hin- und Rückflug bezahlen müssen. Fast ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass normale Business-Class-Flüge in etwa das gleiche kosten. Branson hat angekündigt, zunächst zehn dieser Maschinen zu einem Stückpreis von 187 Millionen Euro kaufen zu wollen.

Richard Bransons Supersonic-Flieger
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Wann es losgeht …

Die ersten „Baby-Boom“-Testflüge sollen schon 2017 in Kalifornien über die Bühne gehen. Der reguläre Linienbetrieb ist aber erst für das Jahr 2023 geplant – also genau 20 Jahre nach dem letzten Flug der Concorde.

Weitere denkbare Flugrouten: von San Francisco nach Tokio in fünfeinhalb Stunden und von Los Angeles nach Sydney in unter sieben Stunden.

© youtube // Boom Supersonic

Es geht sogar noch schneller

In naher Zukunft könnten Flugzeuge sogar mit Hyperschalltechnik ausgestattet werden. Diese sollen sich dann fünfmal schneller als der Schall fortbewegen. Solche Jets würden die Globalisierung in ganz andere Sphären bringen: Ein Flug von Sydney nach London dauert dann gerade noch einmal zwei Stunden.

Wissenschaftler verschiedener Nationen arbeiten an diesem Projekt, erste Testflüge mit einer Rakete verliefen im Mai 2016 erfolgreich. Der kanadische Ingenieur Charles Bombardier äußerste Anfang des Jahres sogar die Vorstellung, dass Flugzeuge mit zehn Passagieren Spitzengeschwindigkeiten von 24 Mach erreichen könnten. Damit würde der Hyperschall-Jet aus London nur elf Minuten später den Luftraum von New York erreichen.

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11 2016 The Red Bulletin

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