Stockholm plant den Bau von Glaskuppeln

Stockholms Glaskuppeln gegen den Winterblues

Foto: Utopia Arkitekter

Der Winter in Stockholm ist kalt und dunkel, im Januar scheint dort die Sonne nur rund sechs Stunden pro Tag. Draußen halten sich dann die Wenigsten auf. Das will ein Architekturunternehmen mit Glaskuppeln ändern.

Das schwedische Unternehmen Utopia Arkitekter hat sich Gedanken gemacht, wie sie den grauen Alltag in Stockholm aufhellen kann. Ihr Ansatz: Sie will einen Bereich mit eiförmigen Kuppeln aus Glas und Holz errichten, in denen große Flächen, gemütliche Sitzgelegenheiten und Pflanzen ein einladendes und naturnahes Gefühl schaffen, um die Menschen auch im Winter aus ihren Häusern zu locken.

Errichtet werden soll der „S:t Erik’s Indoor Park“ auf einer Fläche an der U-Bahn-Station S:t Eriksplan. Diese ist zwar bereits begrünt, aber laut dem Architektenteam absolut unattraktiv für Besucher. Das futuristische Projekt soll dem Platz neues Leben einhauchen. Insgesamt 1.500 Quadratmeter überspannen die sechs miteinander verbundenen, nahezu transparenten Konstruktionen laut Plan. Die Kuppeln sollen bis zu 23 Meter hoch sein.

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Ein kommerzfreier Treffpunkt

Mit dem Komplex möchten die Planer den Menschen eine Alternative zu kommerziellen Aufenthaltsorten bieten. Denn aktuell würden Stockholms Einwohner, wenn sie sich in der Öffentlichkeit treffen wollen, auf Einkaufszentren, Cafés oder Restaurants zurückgreifen.

Stockholm verbannt den Winter mit Glaskuppeln

Hier sieht das Team von Utopia Arkitekter Handlungsbedarf. Der Indoor Park soll die Bürger dazu einladen, auch in den kalten Wintermonaten in die Stadt zu gehen, um sich an einem grünen, warmen und einladenden Ort zu treffen, zu spielen, sich zu erholen oder kulturellen Veranstaltungen beizuwohnen.

Öffentliches Museum und Theaterbühne

Der Park soll ein attraktiver Schmelztiegel für Veranstaltungen und Aktivitäten werden, die ansonsten im dunklen, kalten Winter draußen nicht möglich wären. Die Visionäre des Architektenbüros wollen städtischen Kultur- und Bildungsangeboten Platz bieten und einen Ort für Autorenlesungen, Theatervorstellungen, Schulkonzerte oder Kunstausstellungen erschaffen.

Ein „Freiluft“-Kino, öffentliche Debatten oder Kurse für urbanen Obst- und Gemüseanbau für Schüler und Erwachsene sollen ebenfalls möglich sein. Die Optionen scheinen nahezu grenzenlos.

Wärme aus dem U-Bahn-Schacht

Natürlich legen die Architekten auch viel Wert darauf, ein nachhaltiges Gebäude zu errichten. Die Materialien sind umweltfreundlich, beständig und recycelbar. Das Heiz- und Kühlsystem soll ebenso wie die Lichtanlagen höchsten Umweltstandards genügen.

Apropos Heizung: Der Indoor Park produziert die benötigte Wärme für einen Großteil des Jahres selbst. In den kalten Monaten soll die Anlage Abluft aus der benachbarten U-Bahn-Station und der Garage unter S:t Eriksplan zum Heizen nutzen.

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04 2017 The Red Bulletin Innovator

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