„Clipper round the World“ - Regatta

Wie du in 4 Wochen zum Regattafahrer wirst und dann 48 Wochen durch die Weltmeere segelst

Fotos: clipperroundtheworld.com

Du willst eine Entschuldigung, um dir ein Jahr frei zu nehmen? Dann kündige deinen Job, verabschiede dich von Freunden und Familie, sag dem trockenen Land lebewohl und werde Teil der Crew der „Clipper round the World“ - Regatta, eine der härtesten Regatten der Welt. Das Verrückte daran, es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich!

„Ich habe die meiste Zeit meines Lebens auf See verbracht“, sagt Peter Thornton, Kapitän des britischen Teams bei der Regatta „Clipper round the World“. „Schon mein Vater war Seemann, wie ich.“

Das beruhigt ein wenig, denn im August 2015 war der 39-jährige frühere Leutnant der Royal Navy eines der wenigen segelerfahrenen Mitglieder der Crew an Bord einer 70-Fuß-Yacht, der eine elfmonatige Weltumsegelung bevorstand, 40.000 Seemeilen (74.000 Kilometer) lang.

„Mindestens die Hälfte der Crew war vorher nie auf einem Boot“, sagt Thornton. „Das zeigt ihre mentale Stärke. Denn kaum eine Herausforderung kann es mit dem Clipper Race aufnehmen.“ 

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1995 von Sir Robin Knox-Johnston ins Leben gerufen – dem ersten Menschen, der im Einhandsegeln nonstop die Welt umschiffte –, müssen Kandidaten für einen Platz auf einer der zwölf identischen Renn-Yachten drei Voraussetzungen erfüllen: 18 Jahre Mindestalter, Fitness, Abenteuerlust.

Wer angenommen wird, lernt in vier Wochen Segeln, Kochen, Putzen und sich selbst auf dem Meer zu versorgen. 

„Auf manchen Etappen verbringen wir mehr als vier Wochen ununterbrochen auf See. Es kann heiß und ungemütlich werden, mit wenig Schlaf, Salzwasser- und Hitzeausschlägen. Dann zählt es. Dann musst du ruhig und konzentriert bleiben.“

Auf der ersten Etappe kletterte ein Mann auf den Mast, um ein Tau einzuholen. Das Spannseil verrutschte, er wirbelte herum, brach sich zweifach den Arm und holte sich eine schwere Schnittwunde unter der Achsel.

“Es kann heiß und ungemütlich werden, mit wenig Schlaf, Salzwasser- und Hitzeausschlägen.”   
Intensive vier Wochen auf See

Clipper-Crews verbringen oft 4 Wochen am Stück auf See 

„Wir waren tausende Meilen von einem Hafen entfernt, also nähte ich seine Wunde mit 17 Stichen, renkte ihn ein, stützte ihn mit einer Schiene. Er blieb zwei Wochen an Bord und wollte bei der nächsten Etappe dabei sein, aber es war zu riskant. Doch als wir Kapstadt erreichten, gab ich das Okay. Er konnte zur Crew zurück.“ 

Nicht alle Unfälle enden so – relativ – glimpflich. Während der Regatta 2015/16 gab es die beiden ersten und einzigen Todesfälle in 20 Jahren Renn-Geschichte. Trotz der Gefahr überwiegt für viele der Reiz einer unvergleichlichen Erfahrung. „Die Natur ist der härteste, unberechenbarste Gegner, den es gibt“, sagt Crew-Mitglied Dan Hardy, ein Brite, der Ultimate Fighting betreibt. 

„Clipper round the World“ - Regatta

Für viele Teilnehmer ist das Rennen eine Chance, ein Erfolgserlebnis zu gewinnen.

„Du musst alles geben, um das zu überstehen. Ich würde jeden 25-Minuten-Kampf gegen einen x-beliebigen Gegner vorziehen. Kein Mensch kann so erbarmungslos sein wie der Atlantik.“

INSIDER - TIPP

„Das Steuer zu übernehmen ist ein gutes Mittel gegen Seekrankheit“, sagt Peter Thornton. „Du bekommst ein Gefühl für die Bewegung des Bootes und konzentrierst dich auf etwas anderes.“

Andere Ufer … und wenn die Yacht im Hafen liegt?

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10 2016 The Red Bulletin

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