Eklige Delikatessen

Ekel-Essen als Delikatessen

Foto: Nepenthes / Wikimedia Commons

Reine Geschmackssache: Für dich ist es unappetitlich, für andere sind diese Mahlzeiten ein Hochgenuss. Aber Vorsicht! Nur durchlesen, wenn du einen stabilen Magen hast.

Im australischen Dschungel verspeisen mehr oder weniger erfolgreiche Promis mit verzerrten Gesichtern Kamelpenise und Truthahnhoden. Und du hast neben Schadenfreude nur einen Gedanken: „Wie können die nur?“

Aber eigentlich ist das gar nicht so verwunderlich. Denn viele Speisen, die auf dich abstoßend wirken, gelten anderswo als Festmahl.

Wir stellen dir vier Gerichte vor, die die Geschmacksknospen der Welt in zwei Lager teilen. 

  • Balut
  • Boodog
  • Schafkopf
  • Escamol
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Balut

Schon irgendwie süß, wenn ältere Damen im Park Enten füttern. Es sei denn, sie haben es auf deren Embryos abgesehen. Auf den Philippinen würde man sich hiernach jedenfalls die Finger lecken. 

Für das Gericht Balut wird ein zwei bis drei Wochen alter Entenembryo etwa 20 bis 30 Minuten lang gegart, gewürzt und anschließend verspeist. Schmecken soll es wie ein hart gekochtes Ei mit knusprigem Beigeschmack. Dieser kommt allerdings nicht durch eine leckere Panade, sondern durch die Knochen der ungeborenen Küken zustande.

Der Appetit ist uns soeben vergangen. 

David Annaguey on Twitter

Ate Balut for the first time. Only in the Philippines

Boodog

Beine brechen, aufhängen, ausbluten lassen: Was nach einem Mafiafilm der üblen Sorte klingt, sind die ersten Arbeitsschritte eines eher untypischen Kochrezepts. „Boodog“ ist ein mongolisches Nationalgericht und wird entweder aus einer Ziege oder einem Murmeltier zubereitet. Letzteres könnte allerdings Flöhe mit Beulenpest enthalten, weshalb die Einheimischen Ziegen bevorzugen. 

Nachdem die ersten Schritte vollzogen sind, wird das Tier am Hals aufgeschnitten und ausgeweidet. Von den Innereien werden Niere und Leber als Füllung verwendet. Außerdem kommen noch Zutaten wie Zwiebeln und Salz hinzu. Bevor man das Tier wieder am Hals verschnürt, werden noch ein paar glühende Steine hinzugegeben. Zu guter Letzt versengen mongolische Feinschmecker das Fell von außen über offenem Feuer oder mit einem Bunsenbrenner und trennen die obere Hautschicht vom Körper. So gart das Fleisch sowohl von innen als auch von außen. 

Et voilà: Fertig ist der „Boodog“! Du magst das eklig finden. In der Mongolei versammelt sich die ganze Familie mit großer Vorfreude um dieses Festessen. 

© Bogomolov.PL / Wikimedia Commons

Schafskopf

Hast du schon einmal den Kopf eines Schafes im Tierpark getätschelt und dir dabei gedacht: „Man, sieht der aber lecker aus!“? Wir auch nicht. 

In vielen Regionen der Erde ist Schafskopf allerdings eine wahre Delikatesse. Vor allem das Räuchern oder Verarbeiten in einer Suppe erfreut sich großer Beliebtheit. Hierbei bleibt der Kopf ganz und wird manchmal sogar mit Gehirn angerichtet. Wenn du glaubst, dass wenigstens die Augäpfel und Zunge aussortiert werden, täuscht du dich. Gerade diese erfreuen Gaumen vieler Schafskopfliebhaber. 

Das gewöhnungsbedürftige Gericht wird beispielsweise am Mittelmeer oder in Norwegen unter dem Namen Smalahove serviert. 

Typisk tirsdagsmiddag med @hanekambibbi #head #sheephead #smalahove #eattheeye #voss

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Escamol

Wenn du dir in Mexiko scheinbar eine Portion Reis auf den Teller schmeißt, solltest du genauer hinsehen. In Öl gebratene Ameiseneier namens Escamol sehen diesem nämlich verdächtig ähnlich und werden dort gern mit Chilischoten und Tomaten in einer Tortilla aufgetischt. 

Der leicht nussige Geschmack der Eier soll hervorragend mit einem aus der Agave gewonnenen Schnaps namens Mezcal harmonieren. Bevor wir uns an dieses Gericht wagen, hätten wir gern ein paar Gläschen davon als Vorspeise.

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01 2017 The Red Bulletin

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