Poker-Duell: Mensch vs. Maschine

Wer spielt besser Poker?
Menschliches Gehirn vs. künstliche Intelligenz

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Mensch gegen Maschine: Ein Duell, das nicht erst seit „Terminator“ die Menschheit fasziniert – wer gewinnt diesmal?

Schon etliche Male sind Computer in strategischen Spielen gegen Menschen angetreten. So besiegten schon einige Rechner die besten Schachgenies der Welt. Doch was, wenn die Programme nicht nur logisch denken, sondern auch bluffen müssen? In Pittsburgh gehen Experten dieser Frage aktuell auf den Grund, dort duelliert sich eine künstliche Intelligenz (KI) mit vier der weltbesten Pokerspieler.

Mensch gegen Maschine - Ein Duell über 6 Runden

Mit Go verliert die Menschheit ein weiteres Duell mit Maschinen. Der nächste Schritt zu Übernahme der Weltherrschaft durch Computer und Roboter.

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Das Spiel

Das Match begann am 11. Januar im Rivers Casino in Pittsburgh und endet nach 20 Tagen am 30. Januar. Es ist ein Rematch, bereits 2015 gab es ein ähnliches Duell. Damals behielten die menschlichen Spieler gegen ein anderes Programm knapp die Oberhand. Beim aktuellen Experiment spielen die Kontrahenten die Pokervariante Heads-Up, No-Limit Texas Hold’em. Für die vier menschlichen Spieler geht es um 200.000 Dollar.

Das Computerhirn

Unter dem Namen Libratus tritt die künstliche Intelligenz gegen die Pokerprofis an. Ihre Waffe: Algorithmen – erstellt durch gewaltigen Rechnerinput –, um den Pokertisch zu analysieren und seine eigene Strategie entwickeln. Während die KI mit dem Namen Claudico 2015 zu durchschaubare Bluffs nutzte, soll Libratus dies aufgrund präzise kalkulierter Risikowerte besser gelingen. 

Das Besondere an der künstlichen Intelligenz, die eigentlich gar nicht fürs Pokerspielen programmiert ist: Sie kann unvollständige oder irreführende Informationen verarbeiten. Dadurch kann das Programm später in verschiedensten Bereichen eingesetzt werden. Angedacht sind unter anderem geschäftliche Verhandlungen, Medizin, Cybersicherheit oder Auktionen.

Die Gehirne hinter der KI

Libratus wurde an der Carnegie Mellon University von Professor Tuomas Sandholm und dem Doktoranden Noam Brown entwickelt. Die Uni gehört zu den führenden Kräften auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Ihre Pionierarbeit trug unter anderem dazu bei, dass Deep Blue 1997 Schachgroßmeister Garri Kasparow besiegte. Auch an der Entwicklung von Apples Siri war die Fakultät beteiligt.

„Seit den ersten Tagen der KI-Forschung ist es ein wertvolles Messinstrument für den Fortschritt auf diesem Gebiet, wenn menschliche Top-Spieler besiegt werden“.
Prof. Tuomas Sandholm

CMU Computer Science on Twitter

Sandholm: Since earliest days of #AI, beating top human players has been a powerful measure of progress #BrainsVsAI https://t.co/djzks3nFbL

Die menschlichen Gehirne am Pokertisch

Alle vier menschlichen Spieler sind Experten in der Pokervariante Heads-Up, No-Limit Texas Hold’em. Dong Kim und Jason Les haben schon beim vergangenen Vergleich zwischen Gehirn und KI mitgespielt. „Claudico war schon ein harter Gegner. Gemessen an den Resultaten und Ideen, welche Dr. Sandholm und sein Team in den vergangenen 20 Monaten zur Verfügung hatten, wird diese KI noch eine Nummer härter“, sagte Les vor dem Duell mit der Maschine. Neu mit dabei sind die beiden Top-Spieler Jimmy Chou und Daniel McAulay.

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Poker pros gain a little ground in #BrainsVsAI but Libratus #AI "gets better every day" https://t.co/ZVufggT7zq https://t.co/ZdeEecgQdO

So läuft das zweite Duell

Poker-Profi Les lag mit seiner Prognose gar nicht so falsch. Nach gut der Hälfte der gespielten Partien liegt Libratus deutlich vor dem vierköpfigen Pokerteam. Ob die vier Jungs das noch drehen können? 

Bis zum Ende des Experiments könnt ihr euch die Begegnungen auf dem Streamingdienst Twitch anschauen oder den Verlauf auf Twitter über den Hashtag #brainvsai sowie die Accounts der einzelnen Spieler unter @dongerkim, @heyitscheet, @Chouchoupoker und @678DMcA verfolgen.

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01 2017 The Red Bulletin

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