Robert Pope: Der "echte" Forrest Gump

Robert Pope - Der „echte“ Forrest Gump

Foto: Facebook/runroblarun

Besser als das Original? Robert Pope macht auf Tom Hanks und läuft für den guten Zweck einmal quer durch die USA.

Im Jahr 1994 kam „Forrest Gump“ auf die Leinwand und entwickelte rasend schnell Kultcharakter. Grund hierfür war, außer der neuartigen computergrafischen Tricktechnik des Films, die brillante Leistung von Tom Hanks (der dafür übrigens einen Oscar einheimste).

Im Zentrum der Story steht dabei der namensgebende Forrest Gump, der trotz einiger Handicaps Erstaunliches in seinem Leben vollbringt. Neben der Verwicklung in zahlreiche bedeutende historische Ereignisse zählt zu den größten Taten der Filmfigur ein dreijähriger Dauerlauf quer durch Nordamerika. Das hat sich nun ein Mann namens Robert Pope zum Vorbild genommen.

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Running Man

Robert Pope hat weder ein Shrimpkutter-Imperium, noch stand er für den berühmten Spruch „Shit happens“ Pate. Dennoch hat der gebürtige Engländer aus Liverpool etwas mit dem ungewöhnlichen Filmhelden Forrest Gump gemeinsam – beide lieben das Laufen. 

Seit dem 15. September 2016 folgt der Tierarzt nun den großen Fußspuren, die sein cineastisches Vorbild im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hinterlassen hat. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn seine Laufstrecke führt Robert Pope geradewegs durch alle Stationen, die Forrest Gump im Film absolviert. Einzige Ausnahme war bislang der Startpunkt. Da es sich bei Gumps Heimatstadt Greenbow, Alabama um ein fiktives Örtchen handelt, begann Roger Pope seinen Dauerlauf in Mobile, Alabama. 

Dann ging es innerhalb von 72 Tagen einmal quer durch die USA zum Santa Monica Pier in Los Angeles. Dort spielte der Movie-Fan die berühmte Filmszene aus dem preisgekrönten Streifen laut eigener Aussage nach und drehte einfach um. Die Rückrunde führte ihn über 18 Staaten bis zum Marshall Point Light in Maine. Doch auch dort war noch lange nicht Schluss. Wie Forrest Gump will er erst einmal weiterlaufen und plant erst im März 2018 in der Wüste von Utah zum Ende zu kommen, ganz genau so wie sein filmisches Vorbild.

Seine bisherigen Meilensteine

  • Ankunft am Santa Monica Pier nach 72 Tagen und 2.230 Meilen
    Ankunft am Marshall Point Lighthouse in Maine nach 226 Tagen
  • Seit September 2016 hat er schon über 6.000 Meilen zurückgelegt
  • Inzwischen ist er beim 12. Paar Schuhe angelangt
  • Im Durchschnitt schafft er 40 Meilen pro Tag

Run Robla Run - Going The Distance

When I reached another ocean...

Doch was steckt eigentlich hinter dem Projekt namens „Going The Distance“? Im Film macht sich Forrest Gump ursprünglich eigentlich „nur“ aus Liebeskummer auf den Weg und beschließt danach einfach immer weiter zu rennen. Die Fragen der Reporter, ob er das für die Frauenrechte, den Weltfrieden, die Obdachlosen oder den Tier- und Umweltschutz tue, muss die fiktive Figur verneinen. Im Gegensatz dazu sind die Motive von Roger Pope weit edelmütiger. Der Mann läuft tatsächlich für den guten Zweck und will so Geld für den World Wildlife Fund und die Charity-Organisation Peace Direct sammeln.

Um mehr Aufmerksamkeit für seinen Wohltätigkeitslauf zu generieren, musste allerdings ein einzigartiger Aufhänger her. „Ich wollte schon lange quer durch Amerika laufen“, erklärte Robert Pope im Interview mit dem „Boston Globe“. „Und es ist definitiv einer meiner Lieblingsfilme. Ich habe ihn wahrscheinlich um die zehn Mal gesehen. Das Laufvideo – ihr könnt es bei YouTube anschauen – habe ich wahrscheinlich um die 50 Mal gesehen.“

Run Boy Run

Ganz im Geiste des Films besorgte sich der erfahrene Marathonläufer letztes Jahr ein Bubba-Gump-Lookalike-Cap, ein kariertes Hemd und eine khakifarbene Hose und brach zu seinem Real-Life-Abenteuer auf. Am Anfang schlief der Sportsmann in einem Wohnmobil namens „Jenny“, das er mit seiner Freundin mietete. Inzwischen ist Robert Pope genügsamer geworden und schiebt seine Sachen einfach in einem kleinen Trolley vor sich her und schläft, wo es gerade passt. Gelegentlich besorgen ihm freundliche Fans sogar ein Hotel.

Um bei Kräften zu bleiben, gönnt sich Robert Pope täglich 6.000 Kalorien, die er hauptsächlich über Fast Food zu sich nimmt. „Es wäre der Albtraum jedes Ernährungsberaters“, verriet er im Interview mit der „Tageszeitung“. Zusätzlich zu Hamburger und Co. hält er sich aber noch mit Proteinshakes und Milch bei der Stange. 

Nach sieben Monaten auf der Straße hat sich Robert Pope seinem Leitbild inzwischen auch optisch stark angepasst. Ein üppiger und verzottelter Bart darf nicht fehlen. Ebenso wie die Geisteshaltung des sympathischen Charakters: „Gump hat niemanden verurteilt und hatte das Gefühl, dass jeder etwas Gutes in sich trägt und ich habe versucht, das zu vertreten. […] Ich versuche immer zu lächeln, auch wenn ich mich irgendwie mies fühle.“

Seine Eindrücke hält der Champion des Australian Marathon 2015 bei Instagram und auch auf seinem Blog fest. Im April 2017 legte er einen kleinen Zwischenstopp beim 121. Boston Marathon ein und begeisterte die Zuschauermassen als Gump-Doppelgänger. Wem die regelmäßigen Online-Updates nicht genügen, der darf Robert Pope auf seinem Trip auch persönlich begleiten, wie dieser klarstellt. Schließlich wurde auch der Film-Forrest-Gump von einer ganzen Jüngerschar verfolgt.

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04 2017 The Red Bulletin

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